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PROTESTE: Geschmacklos? Jet stellt Werbekampagne ein

Nach heftigen Protesten vor allem aus Bayern hat die Hamburger Mineralölfirma Conoco die umstrittene Werbekampagne für ihre Jet-Tankstellen gestoppt.

Nach heftigen Protesten vor allem aus Bayern hat die Hamburger Mineralölfirma Conoco die umstrittene Werbekampagne für ihre Jet-Tankstellen gestoppt. »Wir wollten keine Familien kränken«, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Donnerstag in Hamburg. Dabei geht es um eine Anzeige in verschiedenen Magazinen, die ein Foto einer Familie mit sechs Kindern und der Bildunterschrift »Günstiger tanken, Geld für Kondome haben« zeigt.

»Geschmacklos«

Unter anderem hatten katholische Familienverbände und die bayerische Familienministerin Christa Stewens (CSU) das Motiv als »geschmacklos« sowie als Verhöhnung von Familien mit mehreren Kindern bewertet. Die Unternehmenssprecherin erklärte, es sollte sich um eine witzig gemeinte Aufforderung zum preisgünstigen Tanken handeln und die Firma sei über die heftigen Reaktionen überrascht. »Wir haben uns dabei nichts Böses gedacht.« Das Unternehmen entschuldige sich bei allen Kunden, die sich berührt gefühlt hätten.

»Dieses Plakat ist pervers«

Stewens hatte die Aktion auch als »Zeichen für die latent vorhandene Kinderfeindlichkeit in unserer Gesellschaft« gewertet. Landesvorsitzender Johannes Schroeter vom Familienbund der Katholiken hatte nach eigenen Angaben den Deutschen Werberat eingeschaltet und das Unternehmen zu einer Entschuldigung aufgefordert. »Dieses Plakat ist pervers«, sagte Stewens mit Blick auf den Textzusatz »Jet - Den Rest können Sie sich sparen.« Es sei bedauerlich, dass die entsprechenden Printmedien nicht das Rückgrat gehabt hätten, die Anzeige abzulehnen. Der Familienbund der Katholiken im Bistum Münster hatte am Mittwoch zum Boykott der Jet-Produkte aufgerufen.

Immer wieder gelingt es Unternehmen nicht, die Grenze des guten Geschmacks zu treffen. Wie in diesem Fall geschehen, verschwinden die umstrittenen Plakat meist schnell wieder von der Bildfläche. Was bleibt sind empörte Interessensverbände und eine wachsende Zahl von »Fans«, die sich auf das Sammeln von derartiger »Kult-Werbung« spezialisiert haben. Unvergessen ist sicherlich noch die Kampagne der Firma »e-sixt«, die mit Angela Merkels Frisur für einen Mietwagen geworben hatte.

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