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SEAT LEON CUPRA 4: Ansteckende Gelbsucht

Der Seat Leon Cupra ist Krankheitsüberträger! Gelbsucht heißt das Leiden, das der Kraftprotz überträgt. In einigen Fällen kann es je nach Außenfarbe auch zu Symptomen von Rot- oder Schwarzfieber kommen.

Pure LustBlickfang

Schon der Erstkontakt mit unserem gelben Testwagen sorgte selbst bei erfahrenen Autotestern für feuchte Hände. So bullig und aggressiv hat noch kaum ein Hersteller ein Serienfahrzeug auf die Straße gelassen. In die breiten Radhäuser wurden mächtige 17-Zoll-Räder verpflanzt, die sich gar nicht die Mühe machen, unsportlich zu erscheinen. Vorne und hinten ist Seats Stärkster in imposante Spoiler gehüllt, die Scheinwerfer sind zu bösartigen Schlitzen verengt. Lediglich die zwei Endrohre der Auspuffanlage wirken in dem ganzen Spoilerwust etwas unterproportioniert. Kein Plastik-Schwarz stört die Optik. Der Leon ist bis zu den Außenspiegeln Gelb, wie das Werk ihn schuf. Und wen interessiert bei solch einem Auto schon das Gerede von Parkremplern und lackierten Stoßfängern ...

SportlichSixpack

So unbequem und hart die allgegenwärtige Sportsitze im Bummelbetrieb auch sind, sobald der Leon kurviges Terrain wittert, sind vor allem die Passagiere auf der Rückbank für den zusätzlichen Seitenhalt dankbar. Bis zu 270 Newtonmeter liefert der röhrende Sechszylinder gleichmäßig an alle vier Räder aus. Ein Potential, das in Verbindung mit dem extrem kurz übersetzten Sechsgang-Getriebe beinahe unbegrenzten Fahrspaß ermöglicht. 204 PS leistet das Sixpack unter der Motorhaube. Ein munterer Pferdestall, der sich vor allem im Innenraum durch satten Rennsound in die Herzen des Fahrer dröhnt.

Zarter Gasfuß

In der Power des Leons liegt aber auch die Gefahr des gelben Knallbonbons. Ein flotter Ampelstart in der Stadt kann für unerfahrene Leon-Piloten durchaus zum Katapultstart mit bösen Folgen werden. Wer rechnet schon damit, dass der Kofferraum des Vordermannes so schnell näher kommen kann ...

Kurven-MeisterFazit

Männliche Autofahrer, die einem Automobil erotische Züge zuordnen, würden den Leon mit Sicherheit vom Fleck weg heiraten. Bevor man jedoch an eine Hochzeit in Gelb, Schwarz oder Rot denkt, sollte man vorher noch einen Fahrsicherheitskurs besuchen. Eine Auto für Anfänger ist der Leon Cupra 4 auf keinen Fall. Probleme mit der Bank dürfte es keine geben, denn für knapp 28 000 Euro bekommt man das günstigste Straßen-Rallye-Fahrzeug, das derzeit über die Straßen fährt.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.