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ADAC-Fährentest: Abenteuerliches Mittelmeer

Der ADAC warnt eindringlich vor "Seelenverkäufern" und "schwimmenden Sicherheitsrisikos". Im Süden Europas kommt häufig erst der Profit und dann die Sicherheit.

Vor der Hauptreisezeit hat der ADAC gefährliche Mängel an zahlreichen europäischen Fähren ausgemacht und vor "schwimmenden Sicherheitsrisikos" gewarnt. Vor allem im Süden Europas sind immer noch "Seelenverkäufer" unterwegs, ergab der am Mittwoch in Hamburg vorgestellte ADAC-Fährentest. Demnach hatten nur 57 Prozent der Schiffe die Bewertungskriterien voll erfüllt, sagte der für Tourismus zuständige ADAC-Vizepräsident Max Stich. Drei Schiffe fielen beim Test sogar "durch".

"Die Sicherheit auf Fährschiffen in Europa lässt nach, je weiter man nach Süden kommt", betonte Stich. Während auf der Ostsee kein Schiff schlechter als "gut" abschnitt, kreuzen Testverlierer im Mittelmeer und zwischen den Kanaren. "Nach einem positiven Ergebnis im vergangenen Jahr sei das neue Ergebnis "teilweise erschreckend" und zeige einen "Rückschritt in punkto Sicherheit auf europäischen Fähren". Die Überprüfungen hätten viel Mittelmaß ergeben aber nur wenig Spitzenwerte.

Unabhängige nautische Sachverständige hatten als Tester im März und April insgesamt 30 Fähren auf der Ostsee, im Mittelmeer und zwischen den Kanaren unter die Lupe genommen. Dabei wurden die unangemeldeten Prüfer teilweise "massiv behindert", kritisierte Stich. So verweigerten Schiffskapitäne den Testern ein Gespräch oder ließen wichtige Papiere nicht einsehen. In einem Fall sei sogar die Kabine des ADAC-Experten durchsucht worden.

Testsieger wurde in diesem Jahr das 2004 gebaute Schiff "Color Fantasy" der Reederei "Color Line", das auf der Strecke Kiel-Oslo fährt und die Testkriterien zu beinahe 100 Prozent erfüllt hat. Ein "sehr gut" gab es auch für die "Skane", die zwischen Rostock und dem schwedischen Trelleborg unterwegs ist, sowie für die "Schleswig- Holstein" auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rödby in Dänemark. Weitere vier Schiffe, die von einem deutschen Hafen auslaufen, bekamen gute Noten.

Schlusslicht kommt aus Griechenland

Das Schlusslicht war die als "sehr mangelhaft" eingestufte "Penelope A" der Reederei Agoudimos Lines zwischen den griechischen Häfen Mykonos und Rafina. Auf der "ungepflegten und schlecht gewarteten" Fähre waren Notausgänge mit Vorhängeschlössern versperrt, fehlten Kinderschwimmwesten, waren die Notbeleuchtung dürftig, die Sprinkleranlage veraltet und die Rettungsboote schlecht gewartet. Wie es auf der Brücke und im Maschinenraum aussah, konnten die Tester nicht überprüfen: Der Kapitän verweigerte den Zugang. "Wäre das ein Flugzeug, hätte es niemals eine Startgenehmigung gegeben", meinte Stich.

Ebenso eindeutig mit "mangelhaft" durchgefallen seien die "Snav Sicilia", die Neapel mit Palermo verbindet, und die "Volcàn de Tenagua", die zwischen den kanarischen Inseln Teneriffa und El Hierro kreuzt.

"Der Profit kommt vor der Sicherheit für die Passagiere", kritisierte Stich. Die "eine oder andere im Süden Europas gelegene Regierung" verzichte aus Wettbewerbsgründen sogar auf gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitskontrollen. Der Club rät allen Urlaubern, die eine Fährpassage buchen wollen, sich vorab genau über die Sicherheitsstandards zu informieren.

DPA

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