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ADAC-Test: Jede vierte Werkstatt schlampt

Unverständliche Rechnungen, mangelhafte Reparaturen und unbemerkte Schäden: Jede vierte Autowerkstatt in Deutschland arbeitet nicht sorgfältig genug. Zu diesem Ergebnis ist der ADAC nach einem Test in 75 Vertragswerkstätten namhafter Automarken gekommen.

Viele Vertragswerkstätten deutscher Autohändler arbeiten nicht sorgfältig genug. Bei einem bundesweiten Test des ADAC wurden in jeder vierten der 75 getesteten Vertragswerkstätten simple Fehler übersehen. Zudem hätten zahlreiche schwarze Schafe unter den Werkstätten Arbeiten berechnet, die gar nicht gemacht worden seien. Die meisten Werkstätten schnitten allerdings gut ab.

Bei seinem Test nahm der ADAC je fünf Betriebe der 15 meistverkauften Automarken in Deutschland unter die Lupe. 49 Betriebe schnitten "sehr gut" ab, unter anderem alle fünf Mercedes-Werkstätten im Test. 15 Mal wurde die Note "gut" vergeben, acht mal "befriedigend", zweimal "ausreichend". Ein Betrieb war "mangelhaft".

Unverständliche Rechnung

Der ADAC hatte in alle gewarteten Autos fünf simple Fehler eingebaut: Die Kennzeichenleuchte war defekt, zu wenig Kühlmittel im Auto, ein Scheinwerfer verstellt und der Auspuff ausgehängt. Zudem war der Druck im Reserverad zu niedrig oder das Pannenset fehlte. All das hätten die Mechaniker bemerken und beheben müssen, wenn sie sich an die vom Hersteller vorgeschriebene Wartungsliste gehalten hätten. Dennoch blieben in 27 Prozent der Werkstätten Fehler unbemerkt. Offenbar würden die Wartungslisten häufig einfach abgehakt, ohne dass die entsprechenden Arbeiten erledigt würden, erklärte der Automobilclub. Bezahlen müsse der Kunde dafür dennoch. 23 Prozent der Werkstätten berechneten zudem das Füllen der Scheibenwaschanlage - obwohl diese schon vor der Wartung voll war.

Man müsse sich vorstellen, Entsprechendes passiere beim Einkaufen im Supermarkt: Dass man in einem Viertel aller Fälle Waren, für die man bezahlt habe, nicht bekomme, sagte ADAC-Sprecher Christian Buric: "Das wäre dann ein riesen Skandal." Trotzdem sei es erfreulich, dass zwei Drittel der Werkstätten sehr gut abgeschnitten hätten.

Abschließende Kontrolle

Der Verkehrsclub bemängelte zudem, dass viele Rechnungen nicht verständlich seien. Da stehe statt Bremsflüssigkeit "BR.FLDOT5500ML§" oder an anderer Stelle einfach nur "Funktionsmittel". Der ADAC forderte die Werkstätten hier zu mehr Transparenz auf: Auch Laien müssten die Rechnungen ohne Erklärung verstehen können.

Der ADAC rät Autobesitzern vor dem Werkstattbesuch, das eigene Auto selbst genau durchzusehen. Wenn man wisse, ob genug Kühlflüssigkeit oder Scheibenputzwasser vorhanden gewesen sei, könne man reklamieren, wenn zu Unrecht das Nachfüllen berechnet werde. Zudem solle man das Auto gemeinsam mit dem Mechaniker durchgehen, den Auftrag schriftlich erteilen und vereinbaren, dass die Werkstatt vor zusätzlichen Arbeiten nachfragen müsse. Nach der Wartung sollten die Kunden sich die Prüfliste geben lassen und selbst noch einmal durchgehen, rät der ADAC. Bei Mängeln sollte sofort reklamiert werden. Allerdings sollten nicht selbst Fehler eingebaut werden, um die Werkstatt zu testen.

AP / AP

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.