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Alkoholfahrt: Blau am Steuer - das wird teuer

Das Lenken eines Autos unter Alkoholeinfluss gilt längst nicht mehr als Kavaliersdelikt: Je nach Promille-Wert drohen happige Strafen. Hier finden Sie eine Übersicht.

Piloten ist nichts verboten? Irrtum! Denn anders, als bei Autofahrern gilt für Piloten keine Toleranzgrenze beim Alkohol. Wer mit Alkohol am Steuerknüppel erwischt wird, muss egal bei welcher Promillehöhe mit Folgen rechnen, die bis zum Verlust der Fluglizenz reichen. Autofahrern hingegen räumt der Gesetzgeber eine Toleranzgrenze ein.

bis 0,3 Promille

"Unter 0,3 Promille droht üblicherweise weder bußgeldrechtlich, noch strafrechtlich, noch versicherungsrechtlich Gefahr", erläutert der Verkehrsrechts-Spezialist Michael Winter. Zugleich weist der Kornwestheimer Anwalt aber darauf hin, dass Alkoholverstöße den Löwenanteil aller strafgerichtlichen Verurteilungen ausmachen. "Offenbar verdrängen viele Autofahrer, welche heftigen Folgen für sie selbst eine Alkoholfahrt haben kann", meint Winter.

0,3 bis 0,5 Promille

Jenseits der Toleranzgrenze - bei 0,3 bis 0,5 Promille - steht man schon vor dem Richter, wenn bei Fahrfehlern und einer konkreten Gefährdung oder einem Unfall der Straftatbestand der Straßenverkehrsgefährdung vorliegt. "Bei geringer Gefährdung", erklärt Winter weiter, "besteht zumindest noch die Straftat Trunkenheit im Verkehr." Begeht man beispielsweise ohne Gefährdung einen Fahrfehler - wenn man etwa die klassischen Schlangenlinien fährt -, ist dies eine klare Straftat.

Bei einer Routinekontrolle der Polizei führt "Trunkenheit im Verkehr" zu einer Geldstrafe von 40 bis 50 Tagessätzen und einem Fahrerlaubnisentzug von üblicherweise neun bis zwölf Monaten sowie sieben Punkten in Flensburg.

0,5 bis 0,8 Promille

Auch wer mit einem Alkoholpegel zwischen 0,5 Promille und 0,8 Promille bei einem Fahrfehler ertappt wird, darf mit einer Geldstrafe von 40 bis 50 Tagessätzen rechnen. "Dabei muss nicht einmal eine konkrete Gefährdung vorliegen", betont Winter.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Dazu gehört dann selbstverständlich auch der Führerscheinentzug zwischen neun und zwölf Monaten plus sieben Punkten in Flensburg.

0,5 bis 1,1 Promille

Wird ein Autofahrer ohne Fehler und Gefährdung in einer Routinekontrolle mit 0,5 bis 1,1 Promille ertappt, ist dies eine Ordnungswidrigkeit. Ersttätern blüht eine Geldbuße von 250 Euro, ein Fahrverbot von einem Monat sowie vier Punkte in Flensburg. Im Wiederholungsfalle drohen dann schon 500 Euro Geldbuße, drei Monate und ebenfalls vier Punkte. Im zweiten Wiederholungsfalle wird die Geldbuße auf 750 Euro geschraubt, samt drei Monaten Fahrverbot und wiederum vier Punkten.

1,1 bis 2,4 Promille

Richtig ernst wird es zwischen 1,1 und 2,4 Promille. Liegen ein Fahrfehler sowie eine konkrete Gefährdung vor - beispielsweise ein Verkehrsunfall - wird dies nach Strafrecht wegen "Straßenverkehrsgefährdung" geahndet. "Bei einem Ersttäter beträgt die Ahndung üblicherweise 50 bis 60 Tagessätze sowie Fahrerlaubnisentzug von mindestens zwölf Monaten", erklärt Winter. Zudem wächst das Punktekonto in Flensburg um sieben Punkte. Außerdem nimmt das Gesetz und die Rechtsprechung bei mehr als 1,1 Promille die "absolute Fahruntauglichkeit" an.

2,4 bis 3,0 Promille

Zwischen 2,4 und 3,0 Promille wird im Rahmen eines Strafverfahrens geprüft, ob die Schuldfähigkeit eines Täters vermindert oder ausgeschlossen ist. Über 3,0 Promille muss sich ein Gericht dann die Frage stellen, ob Schuldunfähigkeit vorliegt. Wird diese verneint, kommt eine Bestrafung dennoch in Betracht, da man sodann eine "Rauschtat" begangen hat. Mindestens sieben Punkte in Flensburg heißt die richterliche Quittung für solches Fehlverhalten, dazu kommt eine Strafe in Höhe derjenigen eines schuldfähigen Täters. "Man kann sich also nicht schuldfrei trinken", warnt Winter.

mit DDP
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