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Auto: Softie mit Stupsnase

Jetzt will auch Lancia im Segment der etwas größeren Hutschachteln mitmischen. Basis des neuen Mini-Vans "Musa" ist der Fiat Idea

Lancia hat's geschafft. Der italienischen Fiat-Tochter ist ein Auto gelungen, das die neidvolle Konkurrenz in die automobile Steinzeit zurückschleudert. Außen klein, innen riesig; schnell unterwegs, aber dennoch sparsam beim Spritverbrauch; komfortabel und sportlich zugleich; luxuriös und trotzdem preiswert.

Musa heißt der Neuling, der Mitte Oktober auf den deutschen Markt kommt. Zumindest für Luca De Meo vereint er nachteilsfrei alle erdenklichen Vorzüge in sich, "ein raffiniertes ObjektÉ mit rationellem Appeal".

Okay, der Mann ist nicht nur ein gestenreicher und leidenschaftlicher Italiener, sondern auch Lancias Marketing-chef. Dem verzeiht der Teutone gern verbalen Überschwang oder Luftblasen wie die, dass der Fahrer "nicht Insasse, sondern Gast an Bord" ist. Zu den Kerntugenden eines Verkaufsstrategen gehört nicht unbedingt die nüchterne Betrachtungsweise.

Die garantiert hingegen Fiats Entwicklungschef Nevio di Giusto. Für ihn ist es technisch eine große Herausforderung, "mit Großserienteilen aus anderen Konzernmodellen ein Nischenauto zu bauen". Muss ja kein schlechtes Ergebnis rauskommen, wenn zu fast drei Vierteln Gene des Fiat Idea dabei sind.

Wie weit die Schwärmerei des Marketingchefs mit der Wirklichkeit übereinstimmt, klärt ein stern-Fahrbericht.

Glanz & Gloria:

mäßig. Eine ausgesprochene Schönheit ist der Musa nicht, obwohl Lancia als die feine Tochter der imageverbeulten Mutter Fiat gilt. Da macht der Neuling keine Ausnahme. Erstens wird er in Deutschland vermutlich ein Exot bleiben. Zweitens will er eher mit edlem Interieur als mit technischen Superlativen reizen. Auf alle Fälle ist der Musa ein Gesicht in der Menge. Ob der stupsnasige Kühlergrill gefällt oder nicht - kalt lassen dürfte er kaum einen.

Gleiten & Geniessen:

überzeugend. Obwohl der kleine Italiener kürzer ist als ein viertüriger Polo, bietet er als Hochbau auf Rädern ein großzügiges Raumgefühl mit klassenüblicher Variabilität der hinteren Sitzmöbel. Besser als im Durchschnitt ist die Fähigkeit des Fahrwerks, Fahrbahnrumpler glatt zu bügeln. Und der Federungskomfort würde auch als Sitzmuskel-schoner in der nächsthöheren Klasse durchgehen. Schick, aber bescheuert die Mode, alle Anzeigen samt Tacho und Drehzahlmesser in die Mitte des Cockpits zu verpflanzen. Dort liegen sie einfach nicht im Blickfeld des Fahrers, der dadurch zu lästigen Seitenblicken gezwungen wird.

Gas & Spass:

mäßig. Der Musa ist für knackigen Kurvenspaß zu softig ausgelegt. Das ist die Kehrseite des tollen Federungskomforts. Vor allem die Lenkung verhindert präzise Fahrmanöver bei forschem Tempo. Sie fühlt sich an wie matschig gekochte Pasta. Von den drei Motoren ist der 1,3-Liter-Diesel mit 70 PS erste Wahl. Der schwerere 1,9-Liter-Selbstzünder (100 PS) macht den Musa ziemlich kopflastig und unhandlich, der 1,4-Liter-Benziner (95 PS) kommt nur mühsam auf Touren.

Geld & Wert:

geht so. Die Basisausstattung "Oro" (1,4-Liter/16V) hat zwar viel von dem serienmäßig an Bord, was in der modischen Kleinklasse angesagt ist. Beispielsweise eine Klimaanlage. Doch die 15950 Euro für das Einstiegsmodell beinhalten weder Seitenairbags noch das elektronische Anti-Schleuder-Programm ESP. Diese Sicherheitsdetails kosten in den beiden Ausstattungsvarianten Oro und Platino extra, Seitenairbags 250 Euro, ESP 500 Euro.

Fazit:

Ein bequemes Prestige-Mobil für trendige Gutverdiener, die stilecht ihre Einkaufstüten von Gucci und Prada nach Hause bringen wollen. Peter Weyer

Peter Weyer / print

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.