HOME

Auto-Starthilfe: Frischer Saft für leere Batterien

Die Temperaturen fallen zusehends. Das bedeutet für Autobatterien wieder Schwerstarbeit nach frostigen Nächten. Und so manches Fahrzeug versagt seinen Dienst aufgrund des schwächelnden Stromspeichers.

Der Schock am Morgen: Der Wagen sagt keinen Piep, die Batterie ist leer. Mit Starthilfekabel und einem Fahrzeug mit intakter Bordelektrik lässt sich das Pannenauto meist dennoch zum Leben erwecken. Zunächst benötigt man allerdings ein intaktes Fahrzeug und einen weiteren Fahrer. Eine Person allein kann zwar versuchen sich mit einem Zweitwagen Starthilfe zu geben, das ist aber sehr aufwendig. Steht kein Freund oder Nachbar mit Auto zur Verfügung, kann man bei einem Pannendienst wie dem vom ADAC oder seiner Vertragswerkstatt anrufen. Dann fallen Kosten an, dafür übernimmt der Fachmann aber auch die Regie bei der Starthilfe.

Vorsicht bei der Starthilfe

Ohne Profi muss man einiges beachten, denn falsches Vorgehen kann teure Elektrikschäden nach sich ziehen. Ein Diesel benötigt deutlich mehr Strom zum Starten als ein Benziner, was in der Wahl des Spenderfahrzeugs berücksichtigt werden muss. Nach Möglichkeit sollte ein gleich oder stärker motorisiertes Auto den Strom zur Verfügung stellen. Auf keinen Fall Bordnetze mit 12 Volt und 24-Volt-Anlagen, zum Beispiel vom Lkw, miteinander verbinden! Stromfahrzeuge sind noch sehr selten im Straßenbild, sie eignen sich grundsätzlich nicht zur Starthilfe.

Vorbereitung

Zunächst müssen beide Wagen in die richtige Position gebracht werden. Am besten ist es, wenn Batterie neben Batterie steht. Zur Not muss das liegen gebliebene Fahrzeug aus der Parklücke geschoben werden, denn die Länge der Kabel reicht nicht aus, um ein Fahrzeug in der Länge zu überbrücken. Übrigens werden die Batterien nicht immer im Motorraum verbaut, sie werden immer häufiger im Kofferraum deponiert. An beiden Autos müssen Zündung und sämtliche Verbraucher ausgeschaltet sein und das Getriebe im Leerlauf oder, im Fall einer Automatik, auf Parkposition "P" stehen.

Anschließen

Nun werden die Pluspole der Fahrzeugbatterien mit dem roten Kabel verbunden. Das schwarze Kabel klemmt man zunächst an den Minuspol der intakten Batterie und dann an ein Metallteil der Karosserie oder des Motors des defekten Fahrzeugs. Unbedingt die Reihenfolge beachten. Vorsicht beim Hantieren mit dem roten Kabel, ist eine Seite an der Batterie angeschlossen, darf die Zange auf keinen Fall mit der Karosserie in Berührung kommen. In der Dunkelheit lassen sich die Markierungen auf der Batterie nicht immer sofort erkennen. Hier muss man sorgsam vorgehen und eventuell mit einer Taschenlampe für Helligkeit sorgen. Auf gar keinen Fall dürfen die Pole der Batterien verkehrt angeschlossen werden. Beim Startversuch sollte das Spenderfahrzeug laut der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) laufen, um dessen Batterie nicht zu überlasten. Wenn nur die Batterie leer war, sollte der liegen gebliebene Wagen normal anspringen. Danach können die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder abgenommen werden.

Danach sollte man vorsichtig anfahren. Der Wagen darf jetzt nicht absaufen, denn die Batterie muss eine Zeit lang aufgeladen werden. 60 bis 90 Minuten und der Stromspeicher ist wieder geladen - vorausgesetzt die Lichtmaschine verrichtet ihren Dienst ordnungsgemäß und die Batterie ist intakt. Dann ist vermutlich ein Stromverbraucher über Nacht angeblieben. Erweckt das Fremdstarten den Motor jedoch nicht zum Leben, dann ist der Gang in eine Fachwerkstatt unumgänglich. Bleibt der Wagen regelmäßig ohne Strom liegen, muss entweder die Batterie ersetzt werden, oder es liegt ein Defekt an Lichtmaschine oder Leitung vor.

Welche Startkabel

Geeignete Starthilfekabel gibt es im einschlägigen Fachhandel oder im Internet. Für Diesel sowie 6- oder 8-Zylindermotoren bedarf es eines Querschnitts des Kabels von 25 Quadratmillimetern, bei einem Vierzylinder-Benzinmotor sind 16 Quadratmillimeter ausreichend. Nicht nur das Kabel selbst, sondern auch die Klemmen müssen vom Schaft bis zu den Griffen isoliert sein. Zangen, die an beiden Schenkeln Strom führen, minimieren zudem die Übergangswiderstände zu den Batteriepolen. Die Normen ISO 6722 und DIN 72553 legen Prüfkriterien für die Kabel fest und sind auf der Verpackung vermerkt. Ältere Kabel können durch Korrosion Leitfähigkeit verlieren, dann müssen die Metallteile poliert werden.

Alternativen

Kabel für den Zigarettenanzünder sind nicht geeignet. Bei ihnen handelt es sich nicht um Starthilfekabel, wenn die Werbung so etwas auch suggeriert. Für die Starthilfe sind diese Kabel viel zu dünn. Aber auch sonst können Schäden an Steuergeräten auftreten, wenn man versucht am "Verbraucher" Zigarettenanzünder Strom ins Bordnetz einzuleiten. Mit den Kabeln für Zigarettenanzünder kann man nur versuchen, die leere Batterie langsam von einem anderen Wagen aus aufzuladen. Das kann Stunden dauern, in denen die Wagen mit eingeschalteter Zündung nebeneinanderstehen müssen. Aufladen kann man die Batterie besser mit einem Ladegerät, das seinen Saft aus dem Stromnetz bezieht. Schnelle Hilfe bringt das aber nicht. Mobile Startstationen sind Autobatterien mit eigenem Ladegerät. Diese Geräte funktionieren ausgezeichnet, lohnen sich aber nur für Pannendienste und Werkstätten.

Kra mit MID
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.