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Automotoren im Kostenvergleich: Lohnt das Dieseln noch?

Weil Diesel derzeit fast so teuer ist wie Benzin, zweifeln viele Autokäufer, ob sich ein Diesel-PKW überhaupt noch lohnt. "Auto Motor und Sport" hat nachgerechnet - mit eindeutigem Ergebnis.

Von Gernot Kramper

Spätestens seitdem der Liter Diesel an der Tankstelle fast soviel kostet wie der Liter E10-Superbenzin, kommen viele Autofahrer ins Grübeln, ob sich der Kauf eines Dieselwagens überhaupt noch rechnet. Schließlich ist er in der Anschaffung meist deutlich teurer als ein vergleichbares Modell mit Benzinmotor. Die Fachzeitschrift "Auto Motor und Sport" wollte es genau wissen und hat nachgerechnet. Das Ergebnis: Ein Diesel rechnet sich - fast - immer.

Wegen des niedrigeren Verbrauchs wird ein Selbstzünder günstiger je mehr man fährt. Wie viele Kilometer im Jahr müssen es also sein, damit es sich lohnt? Eine alte Faustregel besagt: ab 20.000 Kilometer. Laut "Auto Motor und Sport" reichen schon weit geringere Laufleistungen von nur 10.000 Kilometern im Jahr, um den Benziner rein kostentechnisch abzuhängen.

Praxisvergleich von drei Autopaaren

Was wurde verglichen? Die "Auto Motor und Sport" ließ drei Autopaare gegeneinander antreten. Jeweils vom gleichem Typ, mit vergleichbarer Leistung – aber einmal mit einem Diesel und einmal mit einem Benzinmotor. In der Kompaktklasse waren es BMW 125i / 125d und von Hyundai der i30 1.6 / 1.6 CRDI. In der Mittelklasse trat der Insignia als 1,4 T und als 2.0 CDTI an. Nur einmal lag der Benziner bei den Kosten vorn: Bei 10.000 Kilometer Laufleistung im Jahr war der BWM 125d jeden Monat sieben Euro teurer als ein BMW 125i. Laufleistungen von unter 10.000 Kilometer wurden nicht berücksichtigt.

Woran liegt es? Der höhere Anschaffungspreis des aufwändigeren Dieseltriebwerks wird zumindest teilweise beim Wiederverkauf wieder reingeholt. Und nicht immer muss der Diesel so viel teurer sein. Beim Opel Insignia fällt der Motorzuschlag für den Diesel mit 650 Euro sehr bescheiden aus. Letztlich punktet der Diesel nach wie vor beim geringeren Verbrauch. Die Tester der "Auto Motor und Sport" legten ihrer Rechnung eigens ermittelte Verbrauchswerte zu Grunde und benutzten nicht die Werte des Normzyklus. Und es zeigt sich, dass die Fortschritte der Benzinmotoren in der Praxis nicht ganz so gewaltig sind wie auf dem Papier. Denn die Diesel verbrauchten im Testdurchschnitt immer deutlich weniger: 1,8 Liter waren es beim Opel, 2,1 Liter beim BMW und 2,2 Liter beim Hyundai.

Der Verbrauch macht den Unterschied

Der Vergleich zeigte aber auch: Ein Diesel macht mehr Spaß. Benziner können zwar oft mit mehr Drehzahl und Temperament begeistern, das funktioniert aber offenbar nur bei sportlichen Motoren. Bei den Triebwerken dieses Testes erhielt der Diesel von den Pürfern durchweg bessere Noten. Ein Benziner muss offenbar deutlich mehr PS aufbieten, sonst triumphiert das höhere Drehmoment des Diesels.

Drei Autopaare decken natürlich nicht den ganzen Markt ab, für einen eigenen Vergleich kann man Informationen über den tatsächlichen Verbrauch von Dieseln und Benzinern bei Spritmonitor.de erhalten. Dort ist fast jedes Modell gelistet.

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