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Autowracks im Outback: Friedhof der Familienkutschen

Im australischen Outback wandern die Aborigines und verwittern die Autowracks. Trotz der liegengeblieben Rostlauben reisen unzählige Touristen auf schnurgeraden Highways durch den roten Sand.

Matt, Doug und Mick betreiben an den schnurgeraden Highways des australischen Outbacks Tankstellen, Supermärkte und Reparaturwerkstätten. In den wenigen Roadhouses, die sich entlang der Strasse in den Schatten des roten Staubes drücken, gibt es, außer Übernachtungsmöglichkeiten und einem eisgekühlten Bier meist auch Schärferes – für Männer. Im Outback haben die Kerle nur einsilbige Namen, für eine zweite Silbe ist weder Zeit noch Raum. Mad Max lässt grüßen, das Land hier ist Männersache und eines der letzten wilden Gegenden jenseits markierter Pfade.

Die Welt des Vierradantriebes

In einem Land, wo zwischen Siedlung und nächster Siedlung gut und gerne mal 400 Kilometer liegen können, ist das Auto überlebenswichtig. Eine gute Nachricht für alle Fans benzinschluckender SUV´s: Die Pisten jenseits der Highways sind nur mit Allradantrieb befahrbar, abseits der Straße braucht man einen Geländewagen, um nicht liegen zu bleiben. Autowracks entlang der unbefestigten Pisten erzählen von zahlreichen Ausflügen, bei denen der fahrbare Untersatz mittendrin seinen Dienst quittierte. Verunglückte Alkoholausflüge oder Kängarujäger ohne Jagdglück aber mit Motorschaden hinterließen ihre stummen Untersätze. Liegen Bierdosen rund um das Wrack, so ist die Ursache für die Hinterlassenschaft offensichtlich. Auch Zusammenstösse mit weidenden Kühen können nur Trucks überleben, für eine normale Familienkutsche bedeuten sie das Ende. Langsam fahren ist also angesagt. Bei Achthundertkilometerdistanzen am Tag ohne eine Raststättendichte wie auf der A7 wird eine Fahrt lang.

Einöde als Touristen-Magnet

Dreiviertel der Fläche Australiens wird als Outback bezeichnet, im Sprachgebrauch hat sich das touristisch am besten erschlossene "Red Centre" durchgesetzt. Hier ist der Sand so rot wie seine bizarren Felsformationen. Allen voran der Ayers Rock, von den Einheimischen Aborigines "Uluru" genannt. Die Farbe des Bodens ist so prägend, dass schon ein Blick in "Google Earth" kilometerweit nur rote Erde zeigt. Durchzogen von schnurgeraden Highways und einigen mäandernden aber meist trockenen Flussläufen. Der Ayers Rock ist als Kultstätte der Aborigines heute fester Bestandteil aller Individual- und Pauschal Outback Touristen. Peter Weir, australischer Regisseur, hat ihm mit dem Film "Frühstück am Valentinstag" ein mystisches Denkmal gesetzt.

Er liegt, wie viele andere Sehenswürdigkeiten des wilden Landes, am Pioneer´s Path. Der Pionierweg beginnt in Alice Springs und führt direkt ins rote Herz des Outbacks. Städte wie Simpson Gap, Standley Chasm, Glen Helen, Palm Valley, Kings Canyon und eben Ayers Rock und die Olgas liegen auf seiner Route. Ein Sonnenuntergang, wo sich der Tafelberg von Ayers Rock durch alle Rottöne hindurch färbt, ist eine Pflichtveranstaltung für Outback traveller.

Leben ohne Nachbarn

Eine Tagesreise vom Ayers Rock entfernt liegen die abgeschliffenen Felsen von Mount Olga, von den Einheimischen Kata Tjuta genannt. Zu erreichen sind sie über den Luritjia Highway, der seinen Namen dem Luritja Aborigines verdankt. So auch der "Sonne geht Feuer Teufels Felsen", wie die Ureinwohner die Henbury Meteoriten getauft haben. Von den 300.000 Australischen Aborigines leben 20% in den Outbacks, meist in Reservaten. Teilweise ziehen sie auch als Nomaden durch das Land. Übrigens, die Kinder, die in den wenigen Siedlungen des Outbacks leben, erhalten Fernunterricht per Funk (School of the Air) bzw. werden per Internet unterrichtet und der Royal Flying Doktor Service kommt bei dringenden Fällen per Flugzeug.

Langzeit-Touristen kaufen sich gern alte Aussi-Cars, um mit ihnen die unendlichen Weiten zu durchqueren. Nicht immer endet die Fahrt am Ziel. Viele Autowracks sind die Überbleibsel unfreiwilligen Schlafes, der im roten Sand und für die Insassen hoffentlich lebendig endete. Das Outback verwandelt die stählernen Eindringlinge im Laufe der Jahre in stumme Zeugen seiner unendlichen Weite und drückt ihnen nach und nach seinen Stempel auf.

MaK

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.