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Detroit Auto Show: Im Reich der Stromfahrzeuge

Auf der Auto Show in Detroit dreht sich alles um alternative Antriebe. Fast scheint es, als wären Tankstellen bald überflüssig, weil jeder an der Steckdose auftankt. Elektromobilität beschäftigt die Autoindustrie wie nie zuvor.

Es ist paradox: Zwar ist der Stromantrieb das Thema auf der Detroit Auto Show 2010, der weltgrößten Automesse. Doch laut einer Studie des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen vernachlässigen manche Autobauer wie Volkswagen den Elektrotrend. Es ist für die Konzerne schwer zu bestimmen, was das das richtige Tempo ist. Die Amerikaner gelten als träge Produzenten spritschluckender Ungeheuer – dass sie in Sachen Hybrid- und Elektroantriebe lange vor den Deutschen investiert haben, weiß zumindest in Deutschland kaum jemand.

In den Messejahren zuvor wurde der elektrische Antrieb mit vielen Zweifeln bedacht. Jeder Versuch wurde von einem Schwarm von Einwänden begleitet. In der Sache hat sich wenig geändert. Nach wie vor sind Kapazität, Kosten und Gewicht der Batterie die Achillesferse der Elektro-Fantasie. Kein Problem wurde wirklich gelöst. Eine technische Revolution gab es nicht, aber eine Revolution in den Köpfen. In Detroit geht 2010 ohne ein Elektromobil auf dem Stand nichts. Audi präsentiert seinen kleinen Elektro-Sportler e-tron, BMW das Concept Active E und Mercedes seine B-Klasse mit Brennstoffzelle. Toyota zeigt mit dem FT-CH, dass Hybridtechnik auch in kleineren Klassen als im Prius Einzug halten kann. General Motors holt zum x-ten Mal den Chevrolet Volt hervor, und VW zeigt mit der realitätsnahen Studie des NCC, dass Hybridfahrzeuge in der unteren Mittelklasse nicht zwangsläufig hässlich sein müssen. Lange mussten die Fans des alten Kompaktsportlers Honda CRX auf einen Nachfolger warten. In Detroit steht erstmals die Serienversion des CR-Z Hybrid. Der ist im Vergleich zur Studie des 177 PS starken Hybrid-Jettas heute schon gestern. Weniger Leistung und höherer Verbrauch sind eine schlechte Startkombination.

Selbstbewusste Nachzügler

Dabei bietet kein großer Konzern die rein strombetriebenen Hoffnungsträger bereits im Verkaufsraum an. Ein echter Nachzügler bei der Hybrid- und Elektromobilität ist beispielsweise VW, so die Studie CAR-Center. Showcars gibt es, aber erst Mitte des Jahres kommt mit dem Touareg ein erstes Hybridauto in kleiner Stückzahl auf den Markt. Eine größere Elektroauto-Testflotte gibt es hingegen nicht, mit dem VW E-Up existiert bisher nur ein Konzeptfahrzeug. Von einem Hinterherfahren bei der Zukunftstechnologie Elektroautos will man aber nicht sprechen. VW sieht derzeit keinen Autobauer in Front. "Wir sind genau so weit wie die anderen", sagt Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg selbstbewusst. Alle Hersteller seien erst in der Startphase. Hackenberg erwartet einen langen Weg bis zum Durchbruch der Elektroautos. VW will sein erstes Elektrofahrzeug 2013 als Teil der neuen Kleinwagenfamilie Up auf den Markt bringen. Die Wolfsburger trauen sich durchaus zu, das Feld mit anzuführen, sobald das Geschäft anläuft, auch wenn sie nicht die ersten Versuchsballons gestartet haben.

Rivale BMW will sich sogar bis 2015 Zeit lassen. "Wir entwickeln ein komplett neues Auto, das rein auf elektrisches Fahren ausgelegt ist", sagte Projektleiter Ulrich Kranz in Detroit. "Das dauert länger, als einen vorhandenen Wagen auf Elektroantrieb umzubauen." Dafür hat BMW bereits eine Testflotte im praxisnahen Einsatz. Tatsächlich wird es auch nach der ersten Angeboten noch geraume Zeit dauern, bis echte Stromautos in großer Stückzahl auf den Straßen sind. Der Erfolg des Toyota Prius zeigt aber schon heute die Richtung an. Der Wagen mit dem Mix aus Verbrennungsmotor und Stromantrieb setzte sich in Japan an die Spitze der Verkaufsstatistik.

Ausprobieren erlaubt

In Detroit stehen die "echten" Elektromobile in der eigens aufgebauten "Electric Avenue". Die elektrifizierende Straße, verdeutlicht die Kernaussage der Detroit Auto Show 2010. Auch wenn Verbrennungsmotoren noch Jahrzehnte weltweit das Straßenbild beherrschende werden: die Elektrofahrzeuge kommen – und zwar gewaltig. Das spektakulärste Mobil ist der Tango von Commuter Cars, aber auch BMW, Mini, BYD, Fiat oder Saba Roadster zeigen, wie viel Hochspannung die automobile Zukunft nicht nur in den USA haben wird. Können die Fahrzeuge in der eigentlichen Ausstellung nur angefasst werden, beweisen sie im Keller der Cobo-Hall , dass man sie auch fahren kann. Bei der dortigen Eco-Experience können auf einem kleinen Rundkurs zahlreiche Elektrofahrzeuge praxisnah bewegt werden. Kein Benzingeruch, keine aufheulenden Motoren, sondern stattdessen ein künstlich angelegter Wasserfall, frisch eingepflanzte Osterglocken und Nadelhölzer.

Die Crux der Elektromobilität zeigt sich leider auch hier: Die Halle im Kellergeschoss hätte mehr Besucher verdient. Für die Fachwelt sind die Elektromobile hoch interessant, aber sie binden offenbar beim normalen Kunden nicht die Leidenschaften und Begehrlichkeiten, wie die umlagerten PS-Bullen im Stockwerk über ihnen.

Press-Inform/DPA/MID/Kra / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.