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Es geht auch günstig: Sparmeister Ihrer Klassen

Benzinsparen ist in. Doch auf das angestammte Fahrzeug-Segment wollen die meisten Autofahrer nicht verzichten. Wir zeigen, wer in welcher Klasse besonders günstig. Überraschungen sind vorprogrammiert.

Denn sparen kann man nicht nur mit einem kleinen Auto, sondern auch einer modernen und somit zumeist sparsamen Motorisierung. Auch wenn der Diesel aufgrund der hohen Kraftstoffkosten gerade bei vielen in Ungnade fällt: Wer wirklich Kraftstoffkosten sparen will, kommt an einem Diesel kaum herum.

Kleinwagen:

In der Klasse der Klein- und Kleinstwagen führt am Smart Fortwo cdi kein Weg vorbei. Der selbsternannte CO2-Champion gibt sich auf 100 Kilometern mit 3,3 Litern Diesel zufrieden. Den Ingenieuren ist es gelungen, im äußerst kompakten Motorraum des Smart einen Common-Rail-Direkteinspritzer der neuesten Generation unterzubringen. Die temperamentvolle Maschine kommt mit 799 Kubikzentimetern Hubraum aus. Der 45 PS starke Dreizylinder überzeugt mit quirligem Temperament schon bei niedrigen Drehzahlen. Der Kraftstoff wird in zwei Phasen eingespritzt: Wenige Millisekunden vor der eigentlichen Einspritzung wird eine kleine Portion Diesel in die Brennräume befördert, entzündet sich und wärmt die Zylinder vor. Nach dieser "Piloteinspritzung" folgt die Haupteinspritzung. Leider ist bei Tempo 135 Schluss mit lustig.

Ähnlich sparsam ist nur der VW Polo Bluemotion. Der knauserige Wolfsburger lässt sich Dank verbesserter Aerodynamik, Energiesparreifen und eines langen fünften Gangs mit unter vier Litern auf 100 Kilometer fahren. Dieselbe Technik kommt auch im neuen Skofa Fabia Greenline zum Einsatz. Der 80 PS starke Dieselmotor lässt sich durchaus flott bewegen - und kommt mit 3,4 Litern Diesel aus. Ebenfalls sehr sparsam: der Mini Cooper Diesel - er verbraucht ebenfalls weniger als vier Liter Diesel auf 100 Kilometern.

Kompaktklasse

Wer hätte gedacht, dass der sportliche BMW 118d mit seinen 143 PS zu einem der sparsamsten Autos mutiert. Dank Start-Stopp-Funktion, Leichtbau und Energie-Rückgewinnung beim Bremsen lässt sich der dynamische Kompakte mit einem Verbrauch von rund 4,5 Litern Diesel bewegen. Selbst der kleine Kraftprotz BMW 123d mit seinen 150 kW / 204 PS bringt nicht nur den Fahrer in Kurven zum Jauchzen, sondern sorgt auch für ein lachendes Gesicht an der Zapfsäule. BMW verspricht 5,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Und selbst im dynamischen Realbetrieb sind rund 6,5 Liter locker drin. Nicht schlecht für diese Motorleistung. Wer mit einem Benziner sparen will, ist bei Audi gut aufgehoben. Der neue Audi A3 1.4 TFSI leistet 95 kW / 125 PS und verbraucht mit seinem Doppelkupplungsgetriebe trotz prächtiger Fahrleistungen gerade einmal 5,6 Liter Super.

Irrsinniges Überholmanöver

Mittelklasse

Auch in der Mittelklasse geben Audi, Volkswagen und BMW den Ton an. Besonders sparsam sind der VW Passat Bluemotion und der BMW 320d. Während der Passat trotz üppiger Dimensionen jedoch mit 77 kW / 105 PS und einem trägen und langen fünften Gang auskommen muss, sieht es beim BMW deutlich dynamischer aus. Die Technik aus Start-Stop-System und Bremsenergie-Rückgewinnung ist die gleiche wie beim 1er BMW. Der 320d ist als Limousine, Coupé, Cabriolet und Touring verfügbar und verbraucht trotz 130 kW / 177 PS nur rund fünf Liter Diesel. Trotz schafft er über 220 km/h Spitze und einen Spurt 0 auf 100 km/h in unter acht Sekunden.

Sparsam kann man auch mit dem neuen Audi A4 unterwegs sein. Der 120 PS starke Basisbenziner schöpft seine Kraft aus einem 1,8 Liter großen Turbolader. 230 Nm und 208 km/h Spitze stehen einem Durchschnittsverbrauch von kaum mehr als sieben Litern Super gegenüber. Wem das nicht reicht: der 2.0 TDI kommt mit 5,3 Litern Diesel auf 100 Kilometern aus. Ebenfalls sparsam: der Honda Accord 2.2i-DEC mit 5,9 Litern und der Mazda 6 2.0 CD mit 5,7 Liter - beide gibt es auch als Kombiversionen.

Ober- / Luxusklasse

Auch im Segment der Oberklasse- und Luxusfahrzeuge kann man mit wenig Verbrauch weit kommen. Eine Mercedes S-Klasse ist mit dem Basistriebwerk 320 CDI nicht üppig, aber allemal ausreichend motorisiert. 540 Nm und 250 km/h Spitze hören sich nicht nur gut an, sie fahren sich auch durchaus dynamisch. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei zurückhaltender Fahrweise unter neun Litern Diesel auf 100 Kilometern. Mehr kann man derzeit kaum verlangen. Schließlich wiegt das Schlachtschiff gut zwei Tonnen. Da kommt der sparsamste Benziner nicht mit. Der S 350 ist nicht nur spürbar träger, sondern ist real kaum unter elf Litern zu fahren. BMW ist auch hier vorne dran. Das Triumvirat aus 525d, 530d und 535d leistet bis zu 286 PS und kommt mit rund sieben Litern Diesel aus. Die ähnlich starken Benziner verbrauchen mindestens einen Litern mehr.

Der Lexus GS 450h ist Dank Hybridtechnik zwar schwer, aber sparsam. 0 auf 100 km/h in unter sechs Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern Super auf 100 Kilometern hört sich an wie die real gewordene Quadratur des Kreises. Der 450h kombiniert dabei traditionelles mit modernem. So arbeitet der 3,5 Liter große Sechszylinder mit Elektroantrieb und Benzinmotor, je nach Lastbetrieb mit Saug- und Direkteinspritzung.

SUV / Geländewagen

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Sachen Sparsamkeit gibt es auch in der oft verteufelten SUV-Klasse. Auch mit einem großen und besonders imageträchtigen Auto kann man sparen. Während BMW in X3, X5 und X6 besonders sparsame Diesel anbietet, setzt Lexus beim RX 400h auch hier auf Hybridtechnik. Der RX 400h bietet Piloten und Passagieren drei Antriebe. Da sind die beiden Elektroantriebe mit 167 PS und 50 KW Leistung. Dazu ein Standardsechszylinder mit 3,3 Litern Hubraum und 211 PS. Maximal stehen dem knapp 2,1 Tonnen schweren Asiaten somit 200 KW / 272 PS zur Verfügung. Die Fahrleistungen des RX 400h klingen beeindruckender als sie sich real erfahren lassen. So stehen vom Start weg mehr als 800 Nm zur Verfügung. Der Spurt 0 auf Tempo 100 rennt in 7,6 Sekunden an einem vorbei. Kaum spürbar, aber eindrucksvoll. Der Verbrauch: versprochene 8,1 Liter Super auf 100 Kilometern.

Das schaffen auch die Sparmeister von BMW. Der BMW X3 2.0d ist angesichts von Größe und Gewicht mit einem zwei Liter großen und 177 PS starken Vierzylinder nur etwas für die automobile Enthaltsamkeit. Doch dafür verbraucht der 1,9 Tonnen schwere Allradler karge 6,5 Liter Diesel. Noch imposanter der besonders dynamisch positionierte Topdiesel des neuen BMW X6. Der schluckt auf 100 Kilometern gerade einmal 8,3 Liter - trotz 286 PS, 580 Nm und 240 km/h Spitze.

Sportwagen/ Cabriolets

Sparen, sporteln und sonnen - die drei "s" lassen sich durchaus miteinander verbinden. Das schneidige BMW 320d Cabriolet kommt trotz 177 PS mit 5,3 Litern Diesel aus. 223 km/h Spitze gibt es trotzdem. Der 200 PS starke Fünfzylinder-Diesel des sportlichen Alfa Spyder können sich sehen und hören lassen. Wer es langsam angehen lässt, kommt mit sieben Litern Diesel aus. Audi bietet seinen TT mittlerweile auch mit Dieselpower an. Für genügend Fahrspaß gibt es einen zwei Liter großen Vierzylinder, der trotz 170 gerade einmal durchschnittlich 5,3 Litern verbraucht. Überholreserven sind reichlich vorhanden, und die Beschleunigung des 170 PS starken TDI (0-100 km/h in 7,5 Sekunden) stellt die des fast 400 Kilogramm schwereren Alfa Spyder Diesel (200 PS) locker in den Schatten. Doch das moderate, fast schon langweilige Motorengeräusch des Diesel-TT sorgt nicht für das gewisse Kribbeln in den Ohren.

Stefan Grundhoff / Sebastian Viehmann; press-inform / press-inform

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