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Filmautos: Crash, Blues, Bang

"Ich fasse es nicht. Ich komme aus dem Knast raus, und mein eigener Bruder holt mich mit einer Bullenkarre ab." Jake ist sauer auf Elwood. Doch die Blues Brothers sind in göttlicher Mission unterwegs, und da kann ein fetter V8 nicht schaden. Ihr Dodge Monaco ist das coolste "Cop Car" der Filmgeschichte.

Elwood: "Es sind noch 106 Meilen bis Chicago, wir haben einen vollen Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel, und wir tragen Sonnenbrillen." Jake: "Gib Gas." Wenn es Preise für die coolsten Dialoge der Filmgeschichte gäbe, der fast 30 Jahre alte Film "Blues Brothers" käme in jedem Fall aufs Treppchen. Aber was kann bei diesem Outfit schon schief gehen? Ohne schwarzen Anzug, schwarze Hüte und getönte Ray Bans gehen die Blues Brothers (John Belushi und Dan Aykroyd) weder auf die Straße noch auf die Bühne. Und sie sind in göttlicher Mission unterwegs. Denn die beiden erfahren, dass ihrer alten Heimat, einem katholischen Waisenhaus, wegen Steuerschulden der Abriss droht. Um die nötigen Dollars aufzutreiben, gibt es nur einen Weg: Jake und Elwood müssen ihre alte Blues-Band wieder zusammentrommeln.

Doch weil Elwood während Jakes Abwesenheit ihren alten Cadillac gegen ein Mikrofon eingetauscht hat, muss ein neues Fortbewegungsmittel her. Bei einer Auktion ersteht Elwood einen ausgedienten Streifenwagen des Mount Prospect Police Department (Mount Prospect existiert wirklich und ist ein Vorort von Chicago). Jake ist darüber gar nicht erbaut - bis Elwood beweist, was unter der Haube des verbeulten Straßenkreuzers steckt und den Dodge mit Vollgas über eine Klappbrücke fliegen lässt. "Das ist ein Bullenmotor mit sieben Litern Hubraum. Der Wagen hat Bullenreifen, ein Bullengetriebe und Bullenstoßdämpfer. Er wurde gebaut, bevor es Katalysatoren gab, und läuft gut mit Normalbenzin", erklärt Elwood stolz. Trotzdem hat Jake etwas Entscheidendes am neuen Blues Mobile zu beanstanden: "Der Zigarettenanzünder ist kaputt."

Crash-Orgie im Einkaufszentrum

Wer im Namen des Herrn unterwegs ist, kann natürlich nicht an jeder roten Ampel halten. So kommen die Blues Brothers bei einer Polizeikontrolle schnell in die Bredouille, zumal Elwoods auf "Johnny Friendly" ausgestellter gefälschter Führerschein bei den Cops nicht auf Gegenliebe stößt. Die anschließende Verfolgungsjagd mitten durch ein Einkaufszentrum ist nur der Auftakt zu einer wahren Crash-Orgie. Außer mit Action ist der Film natürlich mit Musik voll gepackt. Ob "Gimme somme lovin", "Sweet Home Chicago" oder "Soul Man" - die Songs aus dem Film möbeln heute noch jede müde Party auf. Auch die Zahl der Gastauftritte ist unerreicht. Von Cab Calloway über James Brown oder Aretha Franklin bis hin zu Ray Charles geben sich Musiker-Legenden die Klinke in die Hand.

Schließlich haben die Blues Brothers die Dollars zusammen. Bei der finalen Verfolgungsjagd mitten durch Chicago wird dem Dodge alles abverlangt. Nachdem zahllose Streifenwagen in einem riesigen Blech-Knäuel auf der Strecke bleiben, erreichen die Blues Brothers mit knapper Not die Steuerbehörde. Das Waisenhaus ist gerettet, doch auf Jake und Elwood warten Handschellen. Selbst im Gefängnis lassen sich die Blues Brothers aber nicht unterkriegen und heizen ihren Knastbrüdern mit "Jail House Rock" ein. Nur das Blues Mobile erlebt ein tragisches Ende: Es zerfällt nach der aberwitzigen Verfolgungsjagd in seine Bestandteile.

Im Basismodell ist das Leben kein Ponyhof

Den 1974er Dodge Monaco gab es in den drei Ausstattungsvarianten Custom, Brougham oder schlicht Monaco. Der Brougham war die Luxus-Version. An Bord waren zum Beispiel Einzelsitze (nicht selbstverständlich bei den Straßenkreuzern dieser Zeit), ein hübsch-hässliches Holzimitat am Armaturenbrett, eine Digitaluhr und verchromte Radkappen. Als Tribut an die Gleichberechtigung dienten zwei getrennte Aschenbecher für Fahrer(in) und Beifahrer(in).

Im Basismodell Monaco dagegen ist das Leben kein Ponyhof. Die Ausstattung umfasst nur das Nötigste. Pilot und Co-Pilot müssen sich eine Sitzbank teilen, die zwar Sofa-Ausmaße hat, aber ungefähr soviel Seitenhalt bietet wie eine Bierzelt-Bank beim Oktoberfest. Dafür entschädigen der satt blubbernde V8-Motor und die Gewissheit, in einem echten Ex-Streifenwagen zu fahren.

Begehrte Sammlerstücke

Der Chrysler-Konzern stattete über seine beiden Billig-Marken Dodge und Plymouth Anfang der 70er Jahre große Fahrzeug-Flotten aus. Für die Polizei gab es "Heavy Duty"-Pakete mit verstärktem Fahrwerk, leistungsfähiger Elektrik und einem kraftvollen V8 Motor mit 440 Cubic Inches (7,2-Litern) Hubraum. Manche Fahrzeuge bekamen einen Rammschutz am Vorderwagen, mit dem bei einer Verfolgungsjagd notfalls die Bösewichter unsanft zum Stehen gebracht wurden. Überlebende Streifenwagen dieser Zeit sind heute begehrte Sammlerstücke.

Übrigens: Der Zigarettenanzünder war selbst beim einfachen Monaco serienmäßig an Bord. Einen beleuchteten Anzünder gab es aber nur im Top-Modell Brougham.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.