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Fahrradhelm Classon: Dieser High-Tech-Helm rettet Radfahrer und überführt Autofahrer

Ein neuer Fahrradhelm integriert viel Technik, um das Radfahren sicherer zu machen. Er blinkt beim Abbiegen, warnt beim Bremsen, überwacht den toten Winkel und filmt alle Verkehrssünden.

Die Elektronik ist vollständig in der Helmschale integriert. 

Die Elektronik ist vollständig in der Helmschale integriert. 

Zurzeit sammelt die Firma Brooklyness noch Geld für den Wunderhelm Classon auf Kickstarter ein. Es wurde allerdings schon mehr als das Doppelte des Finanzierungsziels eingespielt. Wer jetzt vorbestellt, bekommt den Helm für etwa die Hälfte des angestrebten Ladenpreises von 299 Dollar. Der smarte Helm verspricht, das Radfahren sehr viel sicherer zu machen. Allerdings ist es bereits zu Verzögerungen gekommen.

Besonders wichtig ist die Überwachung des toten Winkels und des Verkehrs im Rücken des Radfahrers. Dazu arbeiten zwei im Gehäuse integrierte Kameras. Ihre Signale werden von einem Prozessor ausgewertet. Der Fahrer wird über ein einfaches, aber intelligentes System gewarnt: Im unteren Rand Schirm der Helmes sitzen kleine LEDs. Der Radfahrer nimmt sie am Rand seines Sichtfeldes war. Sie signalisieren freie Bahn oder warnen vor einer sich nähernden Gefahr.

Helm mit Gestenerkennung

Das Abbiegesignal basiert auf einer Gestenerkennung. Der Arm muss nach wie vor zur gewünschten Seite ausgestreckt werden, dann wird das Lichtsignal aktiviert. Das Licht ist weit auffälliger als das altbekannte Handzeichen und auch im Dunkeln sichtbar. Hinzu kommt, dass der Arm nicht ausgestreckt gehalten werden muss. Beim Ausscheren und in der Kurve kann die Hand wieder sicher die Griffe umfassen und dabei bleibt das Warnzeichen aktiviert. Das Bremslicht funktioniert einfach. Ein eingebauter Beschleunigungssensor erkennt den Bremsvorgang und aktiviert das Warnsignal.

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Hersteller

App fürs Smartphone

Mit der zugehörigen App kann der Classon noch viel mehr: Wird der Helm mit dem Smartphone gekoppelt, kann er auch zur Navigation genutzt werden. Die Richtungsanweisungen der App übersetzt der Helm in Lichtsignale. Beim Fahren muss man also nicht mehr auf das Handy schauen, das bei Sonnenschein ohnehin kaum abzulesen ist. Und natürlich nehmen die Kameras das Geschehen non-stop auf. Bei Unfällen hat der Helm das notwendige Beweismaterial gespeichert. 2,5 Stunden soll die Batterie halten, das ist in der Tat eher knapp bemessen. Der Helm will also jeden Tag am USB-Kabel aufgeladen werden.

Teure Clubmitgliedschaft

Um all diese Funktionen nutzen zu können, muss man allerdings Mitglied im "Classon Club" sein. Und der ist nicht billig: Während man in der Vorbestellungsphase zwei Helme für nur 200 Dollar bekommen kann, kostet die Clubmitgliedschaft 100 Dollar im Jahr pro Mitglied, dafür wird allerdings auch der Helm im Falle eines Schadens ersetzt.

Blinker und Bremsleuchten warnen den nachfolgenden Verkehr.

Blinker und Bremsleuchten warnen den nachfolgenden Verkehr.

Natürlich schützt der Helm auch bei einem Unfall und erfüllt die in den USA geltenden Sicherheitsnormen. Durch die großen Öffnungen über den Ohren kann er leicht zusammen mit dem Rad angeschlossen werden. Die Firma Brooklyness hat schon mehrmals erfolgreiche Projekte über Kickstarter finanziert. Auch dieses Mal stammt nur das Konzept von ihnen. Hergestellt wird der Classon-Helm von einem etablierten Fabrikanten. An die Kunden ausgeliefert wird er ab Mitte 2017 – so zumindest das Versprechen der Kampagne.

Import nach Deutschland 

Für deutsche Kunden stellt sich natürlich die Frage: Ist das bei uns erlaubt? Denn bekommen kann man den Helm, er wird weltweit verschifft. Die Antwort ist ein klares Jein. Die deutsche Straßenverkehrsordnung verdammt die Fahrradfahrer zu einem Funzeldasein, die Lichter dürfen nicht zu hell sein, blinken dürfen sie schon gar nicht. Glücklicherweise zählt der Helm nicht zum Rad, sondern zur Kleidung. Solange er nicht mit Stroboskop-Blitzen den Verkehr gefährdet, dürfte man auf der sicheren Seite sein. Bei der Kamera ist es komplizierter. Der Einsatz von Dashcams im Auto wird juristisch eher kritisch bewertet. Gegen die Actionscams von Sportlern oder Radfahrern hat aber noch kein Datenschützer Stellung bezogen. Rechtlich auf der sicheren Seite ist man, wenn das Material automatisch zeitnah gelöscht wird. Also wenn etwa immer nur 30 Minuten gespeichert werden und man manuell eingreifen muss, um die letzte halbe Stunde dauerhaft zu konservieren.

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