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Lenksysteme: Ersetzt der Joystick das Lenkrad?

Als Lenkrad der Zukunft gilt vielen Auto-Visionären seit jeher der Joystick. Mit dem Elektroauto-Boom erlebt der Steuerhebel nun einen neuen Schub. Droht der konventionellen Lenkung per Rad das Aus?

Als Lenkrad der Zukunft gilt vielen Auto-Visionären seit jeher der Joystick. Mit dem Elektroauto-Boom erlebt der Steuerknüppel nun einen neuen Schub: Unter anderem fahren die Stromer-Studien Mercedes F-Cell Roadster, Toyota FT-EV II und Rinspeed UC? mit der vor allem von Computerspielen vertrauten Technik vor. Droht der konventionellen Lenkung per Rad das Aus?

Die Joystick-Steuerung ist ein Produkt der Elektrifizierung der Lenkung. Als die Stellung der Vorderräder noch mit großem Kraftaufwand über ein mechanisches Gestänge geändert werden musste, war das Rad die ergonomisch und physikalisch beste Lösung. Heute jedoch übernehmen immer mehr die Elektromotoren der Servolenkung die eigentliche Arbeit. Ein großes Lenkrad mit Hebelwirkung ist eigentlich nicht mehr nötig.

Schlechte Rückmeldung über den Straßenzustand

Dass man es doch dabei belässt, hat mehrere Gründe. Zum einen kann ein Joystick nach Ansicht der Experten des Zulieferers ZF Lenksysteme nur schlecht Rückmeldung über den Straßenzustand geben. Während man im Lenkrad einen rutschigen Untergrund in den Händen spüren kann, ist das laut der Techniker bei einem Steuerhebel nur schwer machbar. Außerdem könne man sich an einem Joystick nicht festhalten, weder in Kurven, noch beim Ein- oder Aussteigen.

Hinzu kommt ein rechtliches Problem. Denn der Gesetzgeber verlangt aus Sicherheitsgründen zurzeit eine mechanische Verbindung von Steuer und Achse. Denn wenn die Bordelektronik ausfällt, wäre das Fahrzeug ohne eine mechanische Not-Sicherung unlenkbar. Alternativ könnte man die elektronischen Komponenten der Lenkung doppelt auslegen; dadurch würden aber Gewichts- und Kostenvorteile minimiert. Die sogenannte "Steer-by-Wire"-Technik (heißt so viel wie "Steuern über den Draht", also ohne mechanische Verbindung) ist daher noch Zukunftsmusik.

Sinnvoll einsetzbar wäre sie nach Ansicht von ZF Lenksysteme erst bei neuartigen Fahrzeugkonzepten. So etwa bei Elektroautos mit Radnabenmotoren, wo die konventionelle Lenkmechanik nicht mehr ohne weiteres passen würde. Oder bei Fahrzeugen mit drehbarem Fahrersitz. Auch davon gibt es bereits eine Studie: den Nissan Pivo. Der Kleinstwagen mit der drehbaren Passagierkuppel für leichteres Rangieren in winzigen Parklücken wird allerdings noch konventionell per Lenkrad gesteuert.

Holger Holzer/mid / MID
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.