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Öffentlicher Nahverkehr: Nie wieder auf den Bus warten

Computergesteuerten Elektromobile revolutionieren den öffentlichen Nahverkehr in Cardiff. Die Shuttle sehen aus wie die Wurstdose aus einem Science-Fiction und haben keinen Fahrer. Dafür bringt der Computer die Insassen sofort an ihr Ziel.

Von Stéphanie Souron

Im Hafen von Cardiff, kurz vor den Klippen der westenglischen Küstenstadt, fährt die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs. Sie rollt über Brücken und Hügel, beschleunigt auf den Geraden und bremst in den Kurven. Wenn sich das futuristische Fahrzeug hinter den Lagerhallen und Docks über die Strecke windet, sieht es von Ferne wie das Shuttle von Raumschiff Enterprise aus.

Doch im Innern entspricht die Konstruktion aus Blech und Plexiglas irdischen Vorstellungen: Es gibt Haltegriffe, Gepäckablagen und die vier Sitze sind straßenbahnblau gemustert. Die Türen schließen mit einem Zischen und kurz bevor es sich in Bewegung setzt ruckelt das Fahrzeug leicht unterm Hintern. Der wichtigste Unterschied zu herkömmlichen Automobilen: Es gibt keinen Fahrer.

Tüftler für den Nahverkehr

Diese computergesteuerten Elektromobile sollen bald den öffentlichen Personennahverkehr revolutionieren. Der Spatenstich für das erste Personal Rapid Transport (PRT)-Projekt ist bereits erfolgt – am Londoner Flughafen Heathrow. Ab 2008 werden dort die Passagiere mit den führerlosen Taxen vom Parkplatz ins neue Terminal 5 gebracht. Mehrere europäische Städte wie Stockholm, Brüssel und Hamburg haben bereits Interesse an dem neuen Transportsystem bekundet. "In zehn Jahren fahren diese Fahrzeuge in mindestens 50 Städten auf der ganzen Welt", sagt Martin Lowson überschwänglich. Lowson, 68, konnte Enterprise-Filme und anderen Science-Fiction-Kram noch nie leiden, trotzdem ist die Zukunft sein Job. Früher hat er Helikopter entwickelt und am Apollo-Raumfahrtsprogramm mitgearbeitet. Seit zehn Jahren tüftelt er an der Revolution des Nahverkehrs.

"Wieso müssen die Menschen auf den Bus warten?"

An diesem sonnigen Tag sitzt er in einem Baucontainer an der Teststrecke in Cardiff, vor ihm steht eine Familienpackung Käsecracker. Lowson fummelt an seinem Laptop herum. "Der öffentliche Personennahverkehr hat zwei Probleme", sagt er, während sich die Festplatte warm surrt. "Wieso müssen die Menschen auf den Bus warten und nicht der Bus auf Menschen? Und wieso muss ich auf der Fahrt mehrmals an Orten anhalten, an denen ich mit meinem privaten PKW vorbei fahren würde?" Eine mögliche Lösung dieser Probleme rollt über die Teststrecke vor dem Baucontainer: ULTRa, Urban Light Transport.

Das Verrückte ist, dass die Beförderung von Massen in Zukunft individueller gestaltet werden soll. "Mehrgelenkige Busse und Straßenbahnen sind nicht mehr zeitgemäß", sagt Lowson. "Wieso gibt es im 21. Jahrhundert kein kleines Fahrzeug im Nahverkehrssystem, das auch einzelne Personen möglichst schnell zu ihren Zielen bringt?" Aber wie sollen mit solchen Computerautos genauso viele Menschen transportiert werden wie in Bus oder Bahn? Lowson lächelt, der Laptop hat mittlerweile Betriebstemperatur erreicht und zeigt nach ein paar Klicks interessante Zahlen: Ein Bus mit 50 Plätzen, der alle fünf Minuten fährt, kann pro Stunde 600 Passagiere transportieren. Eine Bahn mit 200 Sitzen, die alle zehn Minuten zirkuliert, schafft 1200 Leute pro Stunde weg. "Und jetzt schauen Sie genau hin", sagt Lowson, seine Augen blitzen. ULTra hat zwar nur vier Sitze, kann aber auf Wunsch alle drei Sekunden Leute einladen. "Macht 4800 Passagiere pro Stunde", sagt er. Derweil dreht ULTRa vor dem Baucontainer in der Sonne und in einer eigenen Spur gemächlich seine Runden.

Die Rechenlast der Großstadt

Am Londoner Flughafen Heathrow sind die Anforderungen an die Rechenleistung des Systems moderat. Es wird einen Rundkurs zwischen Parkplatz und Terminal 5. geben. Nicht zu vergleichen mit den Notwendigkeiten in der Stadt. Doch auch denen fühlt sich Lawson gewachsen. Der Computer kann die Shuttles nicht nur dorthin schicken, wo sie gerade benötigt werden, sondern auch die kürzeste Strecke zum Ziel errechnen und blitzschnell auf Staus im normalen Verkehr reagieren – theoretisch jedenfalls. Seinen Berechnungen zufolge würde sich die Fahrzeit gegenüber den heutigen öffentlichen Transportmitteln deutlich verringern, auch wenn die umweltfreundliche Antriebsbatterie der ULTras gerade mal 40 km/h Spitze zulässt. Der Vorteil des Systems: Durch die eigene Spur bremsen weder Ampeln noch Verkehrskreuzungen die Fahrt. Auch Wartezeiten an den Haltestellen sollen nahezu ausgeschlossen sein. "Wir haben es so ausgelegt, dass kein Kunde länger als eine Minute warten muss", sagt Lowson. 60 Cent soll eine Fahrt in der Großstadt kosten.

Dass Lawsons Entwicklung keine Idee eines Spinners ist, sieht man am Engagement der Europäischen Union: Die sponsert das Citymobil-Projekt mit 40 Millionen Euro. Auch in Rom wird derzeit mit einem ähnlichen System experimentiert. Dort sollen in einigen Jahren fahrerlose Cybercars zwischen einem Ausstellungsgelände und dem Parkplatz pendeln. Und im spanischen Valencia will man demnächst sogar Busse ohne Fahrer auf die Strecke schicken.

Eigenes Streckennetz notwendig

Die Euphorie, dass automatisierte Fahrzeuge ohne Menschen am Steuer die Lösung aller Nahverkehrsprobleme ist, kann Michael Schreckenberg nicht verstehen. Der Professor, der an Universität Duisburg-Essen Verkehrsphänomene erforscht, sagt: "An Flughäfen und anderen geschlossenen Systemen ist so ein Transportsystem sinnvoll. Aber ich halte es für utopisch, dass sich ULTra in den Großstädten durchsetzt. Um alle Menschen an das System anzuschließen, müsste man ein eigenes Fahrbahnnetz für ULTra aufbauen." Genau das geschieht derzeit in Heathrow. Viel Platz braucht ULTRa nicht. Die Fahrspur ist kaum breiter als ein Radweg, seitlich erhöhte Begrenzungen verhindern, dass das Auto ausbricht. Vier bis acht Millionen Euro soll ein Kilometer kosten – inklusive 20 Fahrzeugen, Infrastruktur und Kontrollsystem. Kohlendioxid-Ausstoß: null. "ULTra kann den privaten PKW nicht völlig ersetzen", sagt Lowson. "Aber es besteht jetzt die Chance, dass die typischen Zwei-Auto-Familie später mit einem Wagen auskommt."

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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