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Online-Auktionen: Ebay - einfach mal 'nen Traktor kaufen

Ebay-Kunden kennen den Satz "Porto zahlt der Käufer". Bei Socken, Handys und DVDs kein Problem. Das Internet-Auktionshaus hat aber auch Größeres im Regal.

Ebay-Kunden kennen den Satz "Porto zahlt der Käufer". Bei Socken, Handys und DVDs kein Problem. Zur Not kann man auch ein versteigertes Waschbecken per Post verschicken. Alles andere bestellt man nicht bei Ebay, sollte man meinen. Ein gewisser "andy_pfr" sieht das anders. Der gute "ollyblau" übrigens auch. Und "totto_lotto" erst. Alle drei haben "Transporttechnik" in den Regalen des virtuellen Auktionshauses liegen.

Das Angebot ist breit

"Transporttechnik"? Dahinter verbergen sich Lastwagen, Unimogs, Gabelstapler, Traktoren, Sattelschlepper und, man glaubt es kaum, ein Mähdrescher. Dass Liebhaber und Sammelwütige bei Ebay ihre Oldtimer zum Kauf anbieten, überrascht kaum. Warum den alten Lanz Bulldog nicht online versteigern? Oder einen alten Unimog aus Gemeinde-Beständen. Für einen Holder AM2-Traktor interessieren sich immerhin 36 Bieter. Bei einem Preis von mehr als 2.600 Euro.

Viel Rost und etwas High-Tech

Es können allerdings nicht nur hobbymäßige Treckerfahrer sein, die sich bei Ebay nach einem neuen Bastelobjekt umsehen. Zwischen allerlei rostzerfressenem und angegammeltem Ackergerät findet sich teilweise auch aktuelle Technik. Ein Systra Schoenbeck zum Beispiel. Oder ein Same-Schlepper. Sowas stellt man sich nicht einfach ins Gemüsebeet der Gartenlaube. Immerhin muss man zwischen 12.000 und 30.000 Euro anlegen.

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Russische LKW-Power

Den Vogel schießt aber der gute "totto_lotto" ab. Er hat gleich 91 nagelneue Sattelschlepper vom Typ MAZ 537M im Programm. Zum Stückpreis von 45.000 Euro. Dafür bekommt man aber auch 27 Tonnen Stahl, 565 PS und einen Ersatzmotor. Ein gewaltiges Kaliber. Die russische Zugmaschine, gebaut in Minsk, kann 80 Tonnen ziehen.

Kleiner Haken. Interessenten brauchen ein Flugticket nach Moldawien. Dort sind die "modernisierten" LKW-Monster abgestellt und warten unter der Fuchtel ihres Eigentümers, "der deutscher Staatsbürger" ist, auf Schnäppchenjäger. Die sollten sich finden lassen. Vergleichbares Gerät aus westeuropäischer Produktion ist wesentlich teurer. Selbst wenn man als Käufer das Porto bezahlen muss.

Das Angebot entspricht allerdings nicht immer der Nachfrage. Ein Großteil der "Transporttechnik" liegt wie Blei in den Regalen. "0 Gebote".

Jochen Knecht
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