HOME

Rahmi M. Koc Museum: Der Auto-Schatz aus Istanbul

Das Rahmi M. Koc Museum in Istanbul gehört zu den Höhepunkten eines Stadtbesuchs in der türkischen Metropole. Neben Schiffen, Zügen und Flugzeugen sind hier besonders schöne alte und vor allem seltene Automobile zu sehen.

Rolls-Royce 20/25hp Limousine von 1935

Rolls-Royce 20/25hp Limousine von 1935

Die Türkei ist für vieles bekannt, doch Autos gehören nicht dazu. Das ist aber kein Grund, auf Messen oder Museen zu verzichten. Auch die Istanbul Auto Show ist hauptsächlich etwas für den lokalen Markt und hat keine Relevanz für den Rest der Welt. Aber ein Museum hat das Zeug dazu, sich auch über die Grenzen der Türkei und auch Europas hinweg einen Namen zu machen. Das Rahmi M. Koc Museum bietet so viel zum kleinen Preis, dass ein Besuchstag eigentlich gar nicht reicht. Kleiner Preis daher, weil neben dem kostenlosen Parken der Eintritt in das montags geschlossene Museum für einen Erwachsenen weniger als fünf Euro kostet.

Ein kultureller Schatz am Goldenden Horn
Rolls-Royce 20/25hp Limousine von 1935

Rolls-Royce 20/25hp Limousine von 1935

"Als ich ein Kind war, ich weiß nicht mehr wie alt, brachte mir mein Vater, Mr. Vehbi Koc, von seinem Trip nach Deutschland meine erste, elektrische Spielzeug-Eisenbahn mit. Das war der Beginn meiner Sammelleidenschaft mechanischer und industrieller Objekte", schwärmt Museums-Besitzer und Großindustrieller Rahmi M. Koc noch heute. Dass über die Jahre hinweg aus Spielzeugzügen irgendwann echte Züge und neben den Zügen dann auch noch Schiffe, Flugzeuge, Autos und viele andere Dinge wurden, ist schon vom Parkplatz aus zu sehen. "Meine Häuser, Büros und Warenhäuser waren irgendwann überflutet", erklärt er. Der Plan, ein eigenes Museum zu errichten, ist ihm da allerdings noch nicht in den Sinn gekommen.

Mercedes-Benz 230 SL (1967), Ford Thunderbird (1956) und Buick Skylark Convertibel (1967)

Mercedes-Benz 230 SL (1967), Ford Thunderbird (1956) und Buick Skylark Convertibel (1967)


Bis, ja bis er in den 50er Jahren merkte, dass viele große, weltweit führende Unternehmen eigene Museen hatten. Das hat ihm so sehr imponiert, dass er sich dachte "Das können und wollen wir auch." Die große Frage war nur, wie? Auf seinen zahlreichen Reisen rund um den Erdball haben es ihm vor allem Museen wie das Deutsche Museum in München und das Science Museum in London angetan. Doch ausschlaggebend inspirierend war ein anders: das Henry Ford Museum in Detroit. Von da an entschied er, dass alle seine Sammlungsstücke unter einem Dach vereint zu sehen sein müssen.

Da nicht jedes Ausstellungsstück von Anfang an in solch gutem Zustand war, wie sie jetzt vorzufinden sind, musste erstmal eine Restaurations-Abteilung her. Hinzu kam die große Suche nach einer Lokalität. 1991 kaufte er ein altes, verrottetes Lagerhaus am Golden Horn von Istanbul. Das 1984 abgebrannte Gebäude ließ er innerhalb von zwei Jahren komplett restaurieren. "Von seinem äußeren Erscheinungsbild kann es heute versehentlich mit einer Moschee oder einer Byzantinischen Kirche verwechselt werden", gesteht er ein. 1994 öffnet das Rahmi M. Koc Museum seine Tore für Besucher. Im Juli 2001 eröffnete ein weiterer Teil des Museums, der sich auf dem Gelände einer 1880 gegründeten Werft befindet.

Fauxpas mit Muscle-Car: Angeber tritt aufs Gas - und verliert Hinterachse
Fiat 1100 Turismo Veloce (1959)

Fiat 1100 Turismo Veloce (1959)


Die Höhepunkte des Museums sind neben einem begehbaren, 93 Meter langen U-Boot aus dem Jahr 1944, das Planetarium und eine große Sammlung verschiedenster Luft- und Land-Fortbewegungsmittel, zu denen ein großer Anteil an seltenen Automobilen zählt. Ein aus dem Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug bekannter Rolls-Royce 20/25hp aus dem Jahr 1935, ein Rolls-Royce Wraith von 1938 oder der Buharli Traktör aus dem Jahr 1910 von Aultman and Taylor sind nur wenige von ihnen. Was nicht fehlen darf, ist ein vor allem für Europäer ein wenig lustig klingender Türk Traktör. Dahinter verbirgt sich jedoch einer der führenden Traktoren-Produzenten der Türkei. Sollte nur ein Teil der Familie die Leidenschaft für Technik und Mechanik teilen, so bleibt dem Rest immer noch der Besuch einiger guter Restaurants oder Bars. Für die ganz Kleinen ist an nahezu jeder Ecke etwas Spannendes selbst zu versuchen oder in Gruppen viel zu lernen. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall - erst Recht zu den Preisen.

pressinform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity