HOME

Service-Cabrio: Kuschelpflege fürs Sensibelchen

Cabriofahrer starten glücklich in den Frühling, denn sie können den Sonnenschein in vollen Zügen genießen. Doch vor der dem cruisen im offenen Mobil ist Arbeit angesagt.

Arbeit kommt vor dem Vergnügen. Während bei einem geschlossenen Fahrzeug das Dach keine besondere Aufmerksamkeit verlangt, ist das Verdeck anfällig. Damit die Freude am Open-Air-Vergnügen andauert, müssen zuerst die Spuren des Winters beseitigt werden. Dach und Mechanik wollen intensiv gepflegt werden.

Jeder Tag ist Pflegetag

Ein Verdeck braucht stete Aufmerksamkeit. Grobe Verunreinigungen wie Vogelkot, Baumharze, Ausscheidungen von Insekten müssen so schnell wie möglich entfernt werden, um keine dauerhaften Schäden zu hinterlassen. Für die Sofortmassnahme reicht ein feuchter Schwamm oder auch ein feuchtes Küchentuch. Das Verdeck sollte nur geöffnet werden, wenn die Außenhaut völlig trocken ist. Wird sie feucht zusammengefaltet, bilden sich schnell Druckstellen und Stockflecken. Umgekehrt sollten Textil- wie Kunststoffverdeck nicht wochenlang geöffnet bleiben, dann können sich Verfärbungen an den Faltstellen bilden. Um ein textiles Verdeck sauber zu halten, reicht der Gang in die Waschanlage nicht aus. Älteren Cabrios sollte man die Waschstraße ohnehin nicht zumuten. Meistens reicht das trockene Abbürsten mit einer weichen Naturborste. Ein Hochdruckreiniger darf auf gar keinen Fall benutzt werden. Ebenfalls tabu sind alkalischen Waschmittel. Die Nähte des Verdecks werden durch Kleber wasserdicht gemacht. Sie dürfen nicht mit diesen Lösungsmitteln in Berührung kommen. Das Aufsprühen von Heißwach ist ebenfalls tabu. Die Schlussfolgerung: Cabrio-Fahrer sollten Waschstrassen besser meiden, denn früher oder später kommt es sonst zum Malheur.

Intensiv-Kur

Leider haftet gewöhnlicher Dreck im Verdeck besser als auf dem Blechdach, von Verschmutzungen wie Vogelkot gar nicht zu reden. Kommt man um eine Nassreinigung nicht herum, sollte man im ersten Durchgang nur klares, kaltes Wasser und die Bürste benutzen. Danach ist man auf einen Spezialreiniger angewiesen. Mit lauwarmem Wasser wird der Reiniger aufgebracht. Dabei muss das Verdeck wiederum ausgebürstet werden. Wichtig: Arbeiten Sie immer in Faserrichtung! Zuerst fällt die Bewegung schwer, aber mit Herumgeschrubbe ruinieren Sie die Imprägnierung und rauen die Fasern auf. Anschließend wird das Verdeck mit viel Wasser abgewaschen. Viel Wasser bedeutet auch "viel": Sie benötigen einen Schlauch mit Wasseranschluss. Nur mit dem Eimer bewaffnet, nimmt man immer weniger als nötig. Das Wasser lässt die Gewebefasern aufquellen und sorgt so für besseren Regenschutz. Anschließend sollte das Dach gut durchtrocknen und anschließend mit einem besonderen Imprägniermittel behandelt werden.

Das Gestänge, die Gummis

Unter dem Dach wartet das Gestänge. Egal ob es manuell oder mit Motoren betrieben wird, diese Mechanik ist anfällig. Schmutz in den Gelenken führt zum Knarzen und auf Dauer zu Verschleiß. Die Gelenke müssen sorgfältig gereinigt werden, anschließend werden sie mit harzfreiem Fett geschmiert oder mit silikonhaltigen Multifunktionsspray. Bitte nicht zuviel des Guten tun, überschüssiges Schmiermittel wird mit einem Lappen entfernt.

Auch die Dichtungsgummis benötigen eine regelmäßige Pflege, um geschmeidig zu bleiben. Auch hier sollte man spezielle Sprays oder Stifte verwenden. Weil das Verdeck beweglich ist, werden die Gummis beim Cabrio besonders beansprucht.

Arbeiten für den Fachmann

Echte Reparaturen am Dach sollte man dem Fachmann überlassen. Verblichene Farben können ebenfalls aufgefrischt werden. Dabei muss zunächst die Imprägnierung restlos entfernt werden, anschließend wird das Färbemittel aufgetragen. Auch geschickte Handwerker sollten das Nachfärben dem Fachbetrieb überlassen. Kleine Nachlässigkeiten können nämlich schnell zu einem scheckigen Ergebnis führen.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.