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Spritsparserie, Teil 3: Die Sparmeister

Kraftstoffgeiz ist geil und außerdem politisch korrekt. Aber beim Thema Spritsparen geht es nicht nur um die Geldbörse. Die Ökomodelle beruhigen auch das Umweltgewissen.

Wer sich ein Ökomobil kauft, investiert in die Umwelt. für diesen Zweck gibt es genügsame Autos mit Namen wie "Blue Motion", "Blue Efficiency" oder "Greenline". Der Mehrpreis für die speziellen Ökovarianten refinanziert sich allerdings erst bei sehr hohen Laufleistungen. Woran das liegt? Sparsamkeit ist heutzutage Teil der gesamten Modellplanung und kein Thema für eine Randgruppe. Wenn die Serie bereits auf geringen Durst getrimmt wird, schrumpft die Diskrepanz zwischen dem Verbrauch des jeweils sparsamsten Normalmodell und der Spritsparvariante. Sparsamkeit ist immer relativ. Wenn ein Touareg von VW oder die R-Klasse von Mercedes auf "Öko" getrimmt werden, ist der Verbrauch immer noch höher als bei einem normalen Kompaktwagen.

Die meisten Hersteller bündeln mehrere Spritspar-Maßnahmen in einem Paket. Typisch sind Leichtlaufreifen, verringerte Reibsevrluste im Motor, lange Getriebeübersetzungen und aerodynamische Feinarbeiten an der Karosserie. Wichtig, aber nicht bei allen Angeboten dabei, sind Start-Stopp-Systeme, Bremsenergie-Rückgewinnung und bedarfsgesteuerte Nebenaggregate. Besonders effektiv ist schon eine simple Anzeige, die dem Fahrer den jeweils passenden Gang signalisiert.

Diesel bevorzugt

Meistens dienen sparsame Dieselfahrzeuge als Basis für die Öko-Modelle. Weil die Kunden auf die Verbrauchszahlen fixiert sind, haben es Benziner schwerer. In Kombination mit der zusätzlichen Spritspar-Kur erreichen sie dann echte Vorzeigewerte. Den Rekord hält die Dieselversion Smart Fortwo, dessen 800-ccm-Dreizylinder-Motor nur 86 Gramm CO2 je Kilometer emittiert und laut Normverbrauch 3,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht. Allerdings handelt es sich beim Smart um einen Zweisitzer. Nur ein Gramm mehr des Klimagases stößt der VW Polo Blue Motion mit einem 1,2-Liter-Dreizylinder-Diesel aus. Das Schwestermodell Skoda Fabia Combi Greenline mit dem gleichen Motor kommt auf 89 Gramm, ebenso wie der Ibiza Ecomotive, das entspricht einem Verbrauch von 3,4 Liter Diesel. Die 75 PS der Motoren garantieren normale Fahrleistungen. Auch der Ford Fiesta "Econetic" benötigt nur 3,7 Liter Diesel je 100 Kilometer.

Den Polo Bluemotion gibt es auch als Benziner. Mit einem 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner soll er nur 5,2 Liter Super verbrauchen. Einem Mehrpreis von 500 Euro steht eine Reduktion des Verbrauchs von fünf Prozent gegenüber. Beim VW Golf Bluemotion (1.6 Liter Diesel mit 105 PS) beträgt der Aufpreis 1025 Euro, der Normverbrauch liegt bei nur 3,8 Liter. Den Astra 1.3 CDTI Ecoflex bietet Opel inzwischen auch mit Start-Stopp-System an. Der Verbrauch sinkt dadurch um 0,2 auf 3,9 Liter. Der 1,3 Liter große Diesel leistet 95 PS. Das Spritsparmodell kostet als fünftürige Fließheckversion 19.780 Euro. Für den Kombi Sports Tourer, der mit Start-Stopp-Technik 4,1 Liter verbraucht, sind mindestens 20.790 Euro fällig.

Der Prius spart in der Stadt

Der Toyota Prius eignet sich wegen seiner markanten Form für bekennende Spritsparer. Der Prius ist das meistverkaufte Hybridfahrzeug der Welt, die Technik ist ausgereift und seit Jahren erprobt. Der Normverbrauch des Prius (ab 25.750 Euro) beträgt nur 3,8 Liter Benzin. Typisch für den Prius ist sein hohes Sparpotential im Stadtverkehr. Die gleiche Technik bietet Toyota auch im kleineren und 2500 Euro billigeren Auris an.

In der Mittelklasse lohnen sich Spritsparmassnahmen wegen der hohen Laufleistungen besonders. Ein Wagen wie der VW Passat Bluemotion glänzt mit einem Normverbrauch von 4,4 Litern. Die Mercedes C-Klasse kommt mit 4,9, der Ford Mondeo mit 5,3 Liter Diesel aus. Daraus zaubert der 2,0-Liter-Diesel von Ford immerhin bis zu 169 PS.

In der Praxis muss man bei den Ökomodellen wie bei allen Wagen mit höheren Verbräuchen rechnen. Doch der Zuschlag hält sich in Grenzen. Die FAZ bescheinigte dem Passat Bluemotion, dass man mit sparsamer Fahrweise durchaus mit 5,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern auskommen könne.

Gernot Kramper mit MID / print

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.