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Strohfeuer Abwrackprämie: Das dicke Ende kommt noch

Konsumfreudige Autokäufer, grundsanierte Autohändler? Wohl kaum. Branchenexperten halten den Abwrackprämien-Hype für ein Strohfeuer und prognostizieren: "Die Sonderkonjunktur ist zeitlich begrenzt." Denn die Nachfrage-Blase prangt auf einem übersättigten Markt.

Von Christoph M. Schwarzer

Probefahren? Keine Zeit. Vielen Autokäufern sitzt die Zeit im Nacken: Der 1,5-Milliarden-Euro-Fördertopf des Bundes könnte viel zu schnell zur Neige gehen - und wer mit seinem Antrag auf 2500 Euro Abwrackprämie zu spät kommt, geht leer aus. Also wird kurzentschlossen zugegriffen. Besonders Lagerfahrzeuge sind gefragt, schon ziehen die Preise spürbar an. Bei den deutschen Autohändlern sorgt der Boom für gute Laune. Auf lange Sicht wird ihre Situation aber wieder genauso sein, wie sie vor der Abwrackprämie war: schlecht.

Der Automarkt ist pappsatt

Denn der Markt ist satt. Pappsatt, bis obenhin voll. Den Verbrauchern mangelt es nicht an Autos. Ein strukturelles Problem, das laut Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) schon drei Jahre vor der Finanzkrise vorhanden war und prinzipiell andauert. Momentan zeigt er sich hochzufrieden, glaubt aber: "Jetzt haben wir eine zeitlich begrenzte Sonderkonjunktur." Und es schwingt die leise Befürchtung mit, dass spätestens 2010 alles wieder so sein wird wie gehabt: Alte Autos werden durch neue ersetzt, wenn ihre Zeit gekommen ist - und das war's. Wachstum im Markt? Fehlanzeige. Solange die Zulassungsstatistik keine Sprünge macht, bleibt der ZDK bei seiner eher verhaltenen Prognose: 2,8 Millionen Neuzulassungen im laufenden Jahr.

Dass die Lagerfahrzeuge jetzt teurer werden, bedeutet aber nicht, dass die Händler sich die Taschen voller Geld stopfen könnten. Allenfalls gibt es eine Verschnaufpause in der ruinösen Rabattschlacht. "Das Rabattverhalten ist vernünftiger, die Preisnachlässe liegen oft nur noch im einstelligen Bereich", berichtet ZDK-Mann Blümer. Rund 32.000 Autobetriebe sind in seinem Verband organisiert. 1200 von ihnen mussten im vergangenen Jahr aufgeben.

Währenddessen ist beim Kunden Downsizing angesagt: das Auto besser eine Nummer kleiner - Polo statt Golf. Das ist zwar in Zentimetern kein Verlust; die so genannten Kleinen haben inzwischen das Format der Kompaktklasse der 90er Jahre erreicht. Die Hersteller aber waren lange davon ausgegangen, dass der Kunde "mitwächst" - auch beim Kaufpreis. Ein Hauch von Planwirtschaft hat sich in der Kfz-Branche breitgemacht. „Es wurden nicht exakt die Autos produziert, die nachgefragt wurden“, erklärt Helmut Blümer. Irgendwann mussten die Ladenhüter dann in den Markt gedrückt werden. Um jeden Preis.

"Die Abwrackprämie verzögert das Händler-Sterben nur"

Die Leidtragenden sind oft die Händler: Sie verdienen schon lange sehr wenig bis überhaupt nichts mehr am Neuwagengeschäft, weiß Ansgar Klein, Vorstand des gut 900 Mitglieder starken Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVfK). Er sieht die Existenz von 4000 Betrieben gefährdet: "Die Abwrackprämie verzögert das Sterben vieler Händler mehr, als es zu verhindern", sagt er und spricht von einem "längst fälligen Bereinigungsprozess", nach dem es wieder Zeiten geben wird, "wo weniger Autos von weniger Händlern und dann wieder mit gesunden Erträgen verkauft werden".

2007 lag die Umsatzrendite vor Steuern nach Angaben des ZDK noch bei einem halben Prozent. Geld verdient wird mit der Werkstatt (etwa 2,5 Prozent Umsatzrendite) und dem Gebrauchtgeschäft, das zum So-gut-wie-neu-Geschäft mutiert ist: 40 Prozent der Wagen sind keine zwei Jahre alt. Tageszulassungen, Leasingrückläufer.

Überhaupt, das Leasing. Dort liegt nach Aussagen von ZDK-Sprecher Blümer noch die eine oder andere "schlummernde Bombe". Das Problem ist die Restwertkalkulation: Bietet ein Händler günstige Leasing-Raten an und setzt den Restwert des Autos nach Vertragslaufzeit zu hoch an, trägt er das Risiko in den meisten Fällen selbst. BMW etwa ist eine Ausnahme – und dort haben sich überschätzte Restwerte im Herbst sichtbar in der Konzernbilanz niedergeschlagen.

Die Spielregeln sind einfach: Irgendwo in den Vertriebsabteilungen der Autohersteller werden Verkaufszahlen beschlossen. Die Neuwagen werden in den Markt gedrückt in der Hoffnung, dass die Nachfrage irgendwann wieder anzieht. Zurzeit tut sie das. Ein warmer Regen, eine Verschnaufpause. Aber schlechtestenfalls ist der aktuelle Boom nicht mehr als ein Strohfeuer, das durch vorverlegte Autokäufe genährt wird. Und 2010 fehlen diese Kunden dann, der Markt hat seine Sättigungsgrenze wieder erreicht.

Bisher ist der Boom eher gefühlt

"Wir erleben einen richtigen Hype", sagt Ansgar Klein vom BVfK. Beziffern lässt sich die Nachfrage noch nicht: "Bisher ist der Boom eher gefühlt." Aber die freien Autohändler hoffen auf Sekundäreffekte: Kunden, die sich mit Blick auf die Abwrackprämie vielleicht für einen Kleinstwagen interessiert haben, könnten am Ende doch zur Kompakt- oder Mittelklasse greifen. Weil sie von dort kommen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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