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Unfälle mit dem Motorrad: Schneller als der Schutzengel

Sie geben Gas, fahren flott auf und plötzlich passiert es. Motorradfahrer verursachen viele Auffahrunfälle selbst - aber meisten sind doch die Autofahrer schuld, wenn es kracht.

Ein Mitarbeter der Unfallforschung nimmt einen schweren Motorradunfall auf.

Ein Mitarbeter der Unfallforschung nimmt einen schweren Motorradunfall auf.

Die ewige Schuldfrage Auto gegen Motorrad ist schnell geklärt: Bei Unfällen mit mehreren Beteiligten passen in zwei Drittel aller Fälle die Autofahrer nicht auf. Daran ändert auch die neue Unfallstudie der Unfallforscher der Versicherer (UDV) nichts. Für die Erhebung wurden die Unfälle, die sich im Saarland zwischen dem Mai 2010 und dem Dezember 2011 ereigneten, unter die Lupe genommen. Betrachtet man nur die Unfälle mit mehreren Teilnehmern, verursachten die Kraftfahrer 104 davon, nur in 50 Fällen waren die Kradfahrer schuld. Insgesamt wurden 194 Unfälle akribisch ausgewertet.

Aber häufig sind eben auch die Motorradfahrer unachtsam. Bezieht man auch die sogenannten Alleinunfälle ohne Unfallgegner in die Untersuchung mit ein, sind sie an 58 Prozent ihrer Unfälle selbst schuld. Überraschendes Ergebnis der Studie: "Fast jeder zweite Unfall, den ein Kradfahrer verursacht, ist ein Unfall im Längsverkehr, das ist meist ein Auffahrunfall," sagt Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Geringer Abstand, hohe Geschwindigkeit in Kombination mit einer kleinen Ablenkung lassen dem Fahrer keine Reaktionszeit. Die Folgen sind meist schwere Verletzungen. Ein Motorradfahrer könne, so Brockmann, viel schlechter ausweichen als ein Autofahrer. Das eine Mal genüge es, das Steuer zu drehen, beim Motorrad sei dagegen der Einsatz des ganzen Körpers notwendig.

Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall umzukommen, ist für Motorradfahrer fast vier Mal so hoch wie für Autofahrer. Laut Statistischen Bundesamt kamen 2012 auf 100.000 Krafträder 15 Getötete, auf 100.000 Autos dagegen 4 Getötete. Und das, obwohl die jährliche Fahrleistung in Kilometern beim Motorrrad viel geringer ist als beim Auto.

Risikoreicher Fahrstil

Die Analyse der Unfalldaten zeigt, dass das größte Problem häufig unter dem Helm sitzt. Viele Fahrer pflegen einen riskanten Stil, das schlägt sich in den Unfallzahlen nieder. Junges Alter, sportliche Maschinen und hohe Motorleistung erhöhen das Risiko enorm. Bei Motorradfahrern kommt hinzu, dass der Staat ihren Drang zum Rasen nicht bremst, weil sie von den üblichen Radarfallen nicht erkannt werden können.

Technische System könnten helfen, die Unfallzahlen zu senken. Der UDV fordert ein ABS-Bremssystem mit Schräglagenerkennung und ein Abstandsradar, das Warnsignale über den Gasgriff abgibt.

Vor allem überschätzen Motorradfahrer ihre Möglichkeiten, so Brockmann. Die Faustregel "Halber Tachowert in Metern" für den Sicherheitsabstand sei ein Richtwert für Autofahrer, doch für Motorradfahrer ist das zu wenig. Häufig werde es sehr schnell an ein Auto herangefahren, um es zu überholen. "Wenn der Autofahrer im letzten Moment bremst, hat der Motorradfahrer kaum eine Chance, einen Unfall zu verhindern."

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.