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Tesla-Event: Elon Musks Auftritt weckt Erinnerungen an Steve Jobs und Knight Rider

Wenig überraschend stellte Tesla am Donnerstag einen neuen E-Truck vor. Am Ende hatte Elon Musk für sein Publikum allerdings noch etwas in petto - und erinnerte dabei an einen anderen Großen der Tech-Branche.

Das Model 3 von Tesla hat noch einige Anlaufschwierigkeiten bei der Produktion. Firmenchef hält das aber nicht davon ab, selbstbewusst weitere Innovationen anzukündigen. Seit einiger Zeit geisterte bereits ein Bild durch das Netz, dass auf einen neuen Tesla-Truck hindeutete. Dieser wurde dann wie erwartet am Donnerstag bei einem Tesla-Event im kalifornischen Hawthorne vorgestellt.

In dem neu präsentierten Sattelschlepper wartete allerdings noch eine Überraschung: Als die Präsentation eigentlich bereits vorbei war, kreierte Musk quasi seinen einen eigenen "One more Thing"-Moment, der ein wenig wie die legendären Auftritte des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs anmutete: Zu "Sabotage" von den Beastie Boys rollte aus dem Anhänger des Sattelschleppers ein roter Roadster heraus. Bei Serienfans älteren Jahrgangs dürfte die Szene zudem Erinnerungen an "Knight Rider" wecken, fuhr Michael Knight mit K.I.T.T doch auch immer aus einem Sattelschlepper heraus - wenn auch aus einem fahrenden. Aber dies nur am Rande. 

Der neue   soll 2020 verfügbar sein und die schnellste Beschleunigung unter allen Serienautos haben, versprach Musk. Auch bei Autobahn-Tempo soll die Reichweite 1000 Kilometer erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Tesla mit mehr als 400 Stundenkilometern an. Eine erste Demonstration gab es auf der Landebahn des Flugplatzes, auf dem die Präsentation stattfand.

Mit dem Roadster greift Tesla frontal das Geschäft klassischer Sportwagenbauer wie an, die ebenfalls an Elektromodellen arbeiten. Ein Elektro-Roadster mit Karosserie des britischen Sportwagenbauers Lotus war einst auch das erste Tesla-Modell.

Teslas Truck soll Diesellaster alt aussehen lassen

Nun hat ein roter Sportwagen auf den ersten Blick sicher mehr Sex-Appeal als ein Lastwagen. Aber die Kennziffern des neuen Sattelschleppers sind durchaus beeindruckend. Er soll auch mit voller Ladung und einem Gewicht von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Die Produktion der Lastwagen in zwei Größen werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei 1,6 Millionen Kilometer schaffen kann. Auch mit zwei ausgefallenen Motoren können das Fahrzeug immer noch einen Diesel-Lastwagen schlagen, versicherte Musk. In 30 Minuten solle die Batterie auf eine Reichweite von gut 640 Kilometern hochgeladen werden können. Unterwegs soll es dafür ein Netz aus mit Solarstrom betriebenen "Megachargern" von Tesla geben, ähnlich den "Supercharger"-Schnelladestationen für Autos der Firma. In den USA liege ein Großteil der mit Lastwagen gefahrenen Strecken eh unter 400 Kilometern pro Richtung, sagte der Tesla-Chef.

Ein LKW mit modernster Technik 

Musk nannte keinen Preis für den Lastwagen. Er betonte aber, dass die Elektro-Sattelschlepper im Betreib deutlich günstiger sein sollen als die Konkurrenz mit Verbrennungsmotor. So koste eine Meile mit dem Tesla-Truck den Betreiber 1,26 Dollar, beim Diesel seien es 1,51 Dollar. Wenn die Lastwagen dicht nacheinander in einer Kolonne fahren - das sogenannte "Platooning" - sinke der Wert bei Tesla sogar auf 85 US-Cent pro Meile. Tesla nimmt in die Berechnung auch die Kosten für Versicherung, Wartung und Treibstoff bzw. Strom mit rein.

Der Lastwagenfahrer soll in der Mitte der Kabine zwischen zwei großen Touchscreen-Displays sitzen. Damit spart sich Tesla auch verschiedene Versionen für den Links- oder Rechtsverkehr. Der Sattelschlepper bekommt die Funktionen des Assistenzsystems Autopilot, mit denen er automatisch bremsen und die Spur halten werde. Dazu gehöre auch eine besonders robuste Windschutzscheibe. "Sie übersteht eine Atomexplosion - oder Sie bekommen Ihr Geld zurück", scherzte Musk in seiner üblichen etwas ungelenken Manier.

Politik und Umweltschutz spielen zentrale Rollen

Auch Branchengrößen wie Daimler arbeiten bereits an Lastwagen mit Elektro-Antrieb. Als einen entscheidenden Punkt sieht Accenture-Experte Schmidt die Kosten, die derzeit vor allem vom Preis der Batterien hochgetrieben werden. "Ein Fuhrunternehmer muss Geld verdienen - und bei einer Marge von ein bis drei Prozent zählt wirklich jeder Cent. Das muss sich rechnen, sonst macht das niemand."
Zugleich könnte mit politischen Entscheidungen für den Umweltschutz auch der Betrieb von Lastwagen mit Verbrennungsmotor für die Unternehmen in Zukunft deutlich teurer werden.

Auch Musk selbst räumte ein, Tesla sei bewusst, dass sich in dem Gewerbe die wirtschaftlichste Lösung durchsetzen werde. "Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht." Er betonte aber, dass neben niedrigeren Wartungskosten ("Sie werden nie Bremsbeläge wechseln müssen") auch die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit vor allem in hügeligen Landschaften den Betrieb effizienter machen werde. 

fk/DPA

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