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TUNING: Kraft durch Kompressor

Wenn ein Mercedes E 500 zu mager ist: Der Carlsson CM50 K kommt mit 430 PS und mechanischer Zwangsbeatmung auf die Straße.

Komfortabel, sicher, leise: Einfach perfekt. So steht sie da, die neue E-Klasse von Mercedes. Langweilig behaupten böse Zungen. Denen wird jetzt mit dem CM50 K das lose Maul gestopft. Tuner Carlsson gibt Gas.

Leistung satt

Da freut sich die dick bebrillte Pelzträgerin, und der Dieselfahrer wundert sich: Kaum ist die neue Mercedes E-Klasse auf der Straße, kommt Carlsson und brät der erlauchten Kundschaft mit dem CM50 K Extrawürste. Der Autoveredler bedient sich des bestimmt nicht schwächlichen E 500 als Basis für seine Leistungsshow. Zwischen die Zylinderbänke pflanzt er einen Kompressor, der für 316 kW (430 PS) und - da jammert der Reifen - 650 Nm Drehmoment sorgt. Die nackten Fahrwerte sind denn auch beachtlich: 5,1 Sekunden für den Standardsprint und 280 km/h Spitze. Für diesen Spaß verlangen die Merziger € 17.636,76; nicht zu vergessen die € 56.492 für den E 500 als Ausgangsfahrzeug. Der beschleunigt mit 225 kW (306 PS) in glatten sechs Sekunden auf hundert.

Zurückhaltung nur bei der Optik

Da optische Protzerei weiterhin nicht wirklich im Trend liegt, gibt es von Carlsson eine ganz dezente Tieferlegung. Auf Basis der Luftfederung Airmatic nähert sich die Karosserie ein paar Millimeter mehr dem Asphalt. Unauffälliger geht es kaum. Damit der CM50 K wenigstens Gehör findet, bastelte Carlsson einen Auspuffsound, der »extrem sportlich und charaktervoll« sein soll. Das galt vor zehn Jahren noch für Boris Becker. Unvermeidlich zum Gesamtpaket dazu gehört natürlich ein Satz Alufelgen: Für € 7.570,16 gibt es nicht nur vier 19-Zöller, sondern die polierten Alunabenkappen gratis mit dazu.

Innen edel

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann den Nerz wahrhaft nach innen Tragen. In die Ledersitze ist das Carlsson-Logo geprägt. Auch Kopfstützen und Türverkleidungen sind mit Tierhaut bezogen. Und mit dem Holz verschwindet das letzte Stück Behäbigkeit aus dem Basis-E: Karboneinlagen auf Armlehne und Mittelkonsole machen es dem CM50 K so richtig leicht.

Christoph M. Schwarzer

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.