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Unsichtbarer Kopfschutz Dieser Radfahrer testet einen Helm - wetten?

Auf keinen Fall nachmachen. In diesem Video wird’s für mich gefährlich. Ich stürze vom Fahrrad - und das ohne Fahrradhelm.


So ein Helm ist nicht jedermanns Sache. Zum einen macht er die Haare platt und zum anderen finde ich: Die meisten sehen nicht sonderlich schön aus. Und deswegen teste ich heute mal was neues. Nämlich einen Fahrradairbag.
 
Also Helm runter und Fahrradairbag rauf. Erster Pluspunkt: Er ist so kompakt und flexibel, dass er in meinen Rucksack passt.
 
Das hier ist der Hövding. Das ist ein schwedisches Produkt. Es kostet stolze 300 Euro. Dafür schützt er bei einem Aufprall angeblich drei mal so gut wie ein normaler Helm.
 
Das behauptet zumindest der Hersteller. Bevor ich testen kann, ob der Hövding wirklich funktioniert, muss ich ihn wie einen Schal um meinen Hals legen und den Reißverschluss schließen.
 
Das reine Anlegen reicht aber noch nicht. Man muss hier auch noch den Hövding aktivieren. Das macht man mit diesem Teil, das man hier reinsteckt. Hat gepiept, jetzt ist der Hövding aktiviert. Los gehts.
 
Das Aufsetzen geht ähnlich schnell wie bei einem normalen Helm. Meine größte Sorge: Dass sich der Airbag versehentlich auslöst. Beispielsweise, wenn ich über eine Bodenschwelle brettere. Da das Gerät nur ein mal verwendet werden kann, wäre das besonders ärgerlich. 200 Euro muss ich bezahlen, wenn ich einen aufgeblasenen Airbag nach einem Sturz austauschen und wiederverwenden möchte. Selbst kann man den Hövding nämlich nicht wieder in Gang bringen.
 
Der Bewegungssensor, der scheint ganz gut zu funktionieren, der erkennt ganz genau, ob ich falle oder nicht. Und jetzt treiben wir es mal auf die Spitze.
 
Auch wenn Bodenschwellen dem Hövding nichts ausgemacht haben, ist das Gerät laut Hersteller nicht für die harte Mountainbiketour durch das Gelände oder gar eine Mopedfahrt ausgelegt. Sein Einsatzgebiet ist die Stadt.
 
Das Design von dem Hövding ist ja schon etwas spezielles. Und im Winter, da glaube ich fällt der gar nicht auf. Da ist der wie ein Schal-Ersatz. Jetzt hier im Sommer da wird es mir schon ein bisschen warm um den Hals. Allerdings ist er mit 635 Gramm so leicht, dass er nicht unangenehmer als ein normaler Helm zu tragen ist. Und wer es noch ein bisschen farbenfroher haben will, da gibt es noch andere farbige Bezüge, also nicht nur schwarz.   
 
In zwei Dingen unterscheidet sich der Hövding dann doch von einem normalen Helm: Wenn mir etwas direkt auf den Kopf fällt, beispielsweise ein Ast, schützt mich der Airbag nicht. Denn so etwas können die Bewegungssensoren nicht voraussehen. Und ich muss ihn stets laden. Die Akkulaufzeit bei Fahrt beträgt rund zehn Stunden. Aufladen dauert drei Stunden.
 
So und jetzt wird's ernst für mich.
 
Okay, ich ersticke fast, aber das Teil ist aufgegangen. Und wenn ich mir vorstelle, dass hinter, vor, links oder rechts von mir ein Auto gewesen wäre, bin ich extrem froh, dieses Ding um mich herum zu haben. Und mir gehts gut zum Glück.
 
Mein Fazit: Der Hövding Fahrradairbag ist kein Schnickschnack, sondern eine clevere Erfindung. Nur der Preis ist derzeit noch hoch. Da kann man nur hoffen, dass Fahrradairbags kein Nischenprodukt bleiben, sondern künftig in Masse produziert und für jeden erschwinglich werden.
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Zehn mal so teuer, dafür drei mal so sicher. Der Hövding soll das Fahrradfahren sicherer machen. Philipp Weber hat sich mit dem 300-Euro-Kopfairbag vom Rad gestürzt. 

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