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VW Tarek: Nageln in der Wüste

Bevor Volkswagen 2004 die Rallye-Version des Touareg in die Wüste schickt, will man sich zunächst an den vielen Sand gewöhnen. Schon im nächsten Jahr sollen drei leichte Diesel-Buggys an der Rallye Dakar teilnehmen.

Bevor Volkswagen 2004 die Rallye-Version des Touareg in die Wüste schickt, will man sich in Wolfsburg zunächst an den vielen Sand gewöhnen. Schon im nächsten Jahr sollen deshalb drei leichte Diesel-Buggys an der Rallye Dakar teilnehmen. Das eigens für das "Schnupper-Abenteuer" entwickelte Wüsten-Wiesel hört auf den Namen "Tarek".

Volkswagen plant in Sachen Rallye langfristig. »Bei der Dakar treffen wir auf die Elite jener Gegner, mit denen wir uns in den kommenden Jahren messen wollen«, erläuterte Rudolf-Helmut Strozyk, Leiter von Volkswagen-Racing, bei der Tarek-Präsentation auf der Essener Motorshow.

VW Tarek

Chassis

Stahl-Profilrahmen-Chassis

Mustang-Fahrer blamiert sich - und rast in Zuschauer

Karosserie

Kohlefaser-Verbundwerkstoff

Motor

Vierzylinder TDI-Dieselmotor

Leistung

218 PS / 160 kW

Drehmoment

390 Newtonmeter

Länge/Breite/Höhe

4.600/2.200/1.800 Millimeter

Minimalgewicht

1.180 Kilogramm

Tankinhalt

250 Liter

Aushängeschild Kleinschmidt
Eine große Aufgabe - haben doch längst andere Hersteller das große Wüsten-Abenteuer für sich entdeckt. Mitsubishi, Renault oder Nissan sind bereits seit Jahren mit eigenen Werksteams am Start. Dementsprechend gewissenhaft geht man in Wolfsburg die neue Aufgabe an. Die Suche nach einem passenden Piloten wurde problemlos abgeschlossen. Jutta Kleinschmidt, bei Mitsubishi nach der Dakar 2001 nicht mehr wirklich glücklich, ließ sich schnell für das Touareg-Dakar-Projekt begeistern.

Die Gewinnerin der Dakar 2000 wird auch die Tarek-Truppe 2003 anführen. Ihr zur Seite steht mit Stéphane Henrard ein erfahrener Wüstenfuchs, der sich bestens mit den VW TDI-Motoren auskennt. In seinen selbst entwickelten Buggys vertraut der Franzose bereits seit zwei Jahren auf Diesel-Technik aus Wolfsburg. Dritter im VW-Bund ist Dieter Depping, der im Tarek seine Marathon-Premiere erlebt.

Keine Experimente

Erste Testfahrten mit dem Dakar-VW
Auch wenn der von Italdesign entworfene Tarek auf den ersten Blick spektakulär erscheint, hat VW bei seiner Entwicklung auf Experimente verzichtet. Die Ingenieure waren vor allem damit beschäftigt, das Reglement der so genannten »T2-Fahrzeuge« auszureizen. So steht der Tarek auf einer Rohrrahmen-Konstruktion und verhüllt sich mit einer Karosserie aus leichten Kohlefaser-Verbundwerkstoffen. Auffällig ist vor allem die mit 2,2 Metern stattliche Breite des flinken Zweisitzers.

Wenig Hubraum, viel Kraft und keine Probleme

Komplett auf fremde Hilfe verzichtet hat man bei der Entwicklung des Motors. Der nur 1,9 Liter starke TDI-Vierzylinder wurde in komplett in Wolfsburg aufgebaut. Dabei herausgekommen sind beachtliche 218 PS und ein erstaunliches Drehmoment von 390 Newtonmeter. So viel Kraft aus so wenig Hubraum - da sind Zweifel an der Haltbarkeit des kleinen Aggregats angebracht. Darüber macht man sich bei VW noch keine Sorgen. Bei Testfahrten in Frankreich und Marokko habe es bisher keinerlei Probleme mit dem nagelnden Tarek gegeben, weiß man aus Wolfsburg erfreut zu vermelden. Die Rallye Dakar 2003 startet am 1. Januar im südfranzösischen Marseille und führt über Spanien, Tunesien und Libyen ins ägyptische Sharm El Sheikh.

Jochen Knecht

Jochen Knecht

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