Weniger Neuzulassungen Hohe Spritpreise bremsen Autoabsatz


Der deutsche Automarkt hat im Mai einen Einbruch bei den Neuzulassungen von sechs Prozent verzeichnet. Die Autoindustrie sieht die hohen Spritpreise und die Unsicherheit über die Neuregelung der Kfz-Steuer als Gründe für die Kaufzurückhaltung - und ruft die Politik zum Handeln auf.

Die hohen Benzinpreise in Deutschland schrecken immer mehr Verbraucher vom Kauf eines neuen Autos ab. Die Neuzulassungen seien im vergangenen Monat um sechs Prozent auf 275.300 Einheiten eingebrochen, berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt. Bereinigt um einen Arbeitstag, den der Mai in diesem Jahr weniger hatte, fiel der Rückgang etwas geringer aus. Seit Jahresbeginn blieb immerhin noch ein Plus von vier Prozent.

Allerdings deutet ein deutlicher Rückgang der inländischen Neubestellungen im Mai um neun Prozent darauf hin, dass die Absätze in den kommenden Monaten weiter sinken könnten. "Die aktuelle Preisentwicklung an der Zapfsäule bremst die Kaufbereitschaft. Wir sehen diese Entwicklung mit Besorgnis", erklärte VDA-Chef Matthias Wissmann.

Sorge bereitet den Autobauern vor allem der hohe Dieselpreis. Dieselkraftstoff war vergangene Woche erstmals teurer als Benzin. Damit hatte Diesel seinen Preisvorteil verloren, den er bisher aufgrund des geringeren Steuersatzes hatte. Als Folge sinkt die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen.

Dies hat für die Autobauer auch umweltpolitische Folgen. "Um die anspruchsvollen Klimaschutzziele zu erreichen, ist der Diesel mit seinen unbestrittenen Effizienzvorteilen und daraus resultierenden deutlich niedrigeren CO2-Emissionen unverzichtbar", betonte Wissmann. Der VDA-Chef forderte die Bundesregierung auf, die Pendlerpauschale wieder ab dem ersten Kilometer zu zahlen.

Wissmann kritisierte zudem, dass die Reform der Kfz-Steuer abermals verschoben wurde. "Wir brauchen endlich Klarheit über die Ausgestaltung der steuerlichen Rahmenbedingungen, um den Knoten auf dem Inlandsmarkt zu lösen." Die Branche pocht seit Monaten auf eine Umstellung der Kfz-Steuer auf den Schadstoffausstoß, um wieder mehr neue Autos verkaufen zu können. Bisher wird die Steuer am Hubraum bemessen.

Ein kleiner Lichtblick für die gebeutelte Branche bleibt der Export, obwohl dieser auch im Mai rückläufig war. Arbeitstäglich bereinigt jedoch hätten die Lieferungen ins Ausland im vergangenen Monat nochmals leicht zugenommen, berichtete der VDA. In den ersten fünf Monaten seien mit knapp zwei Millionen Fahrzeugen gut drei Prozent mehr exportiert worden als vor Jahresfrist.

Reuters Reuters

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