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Kampage gegen Hass-Posts "Wall Street Journal": Disney schließt sich angeblich Boykott gegen Facebook an


Hunderte Unternehmen haben Facebook mit einem Werbeboykott überzogen, weil das soziale Netzwerk ihrer Ansicht nach zu wenig gegen Hassbotschaften unternimmt. Nun hat sich offenbar auch Disney angeschlossen. 

Nun hat sich auch Disney offenbar dem Werbe-Boykott gegen Facebook angeschlossen. Das berichtet das renommierte "Wall Street Journal" unter Berufung auf Quellen, "die mit der Situation vertraut sind". Demnach ist der Unterhaltungskonzern wie etliche andere Unternehmen unzufrieden mit dem Umgang des sozialen Netzwerks mit Hass-Botschaften und weiterer fragwürdiger Inhalte. Zuvor hatten sich bereits Hunderte Unternehmen an einem weltweiten temporären Werbeboykott beteiligt, darunter zum Beispiel Starbucks, Coca Cola, Adidas und Volkswagen.

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Dem Bericht zufolge war Disney im ersten Halbjahr 2020 der Top-Werbekunde von Facebook. Nun habe der Konzern die Bewerbung seines neuen Streaming-Dienstes Disney+ bei Facebook erst einmal auf Eis gelegt. In den ersten sechs Monaten des Jahres hat der Konzern für die Maßnahmen bislang schätzungsweise rund 210 Millionen US-Dollar, rund 184 Millionen Euro, ausgegeben, schreibt das Blatt. Mehr Geld gab demnach kein US-Unternehmen für Werbung bei Facebook aus. Eine offizielle Äußerung von Disney-Seite gebe es bislang jedoch noch nicht, daher sei auch unklar, wie lang die Aussetzung anhalten soll. 

Facebook gelobt Besserung

Darüber hinaus hätte Disney bei Instagram die Werbung für das Videoportal Hulu ausgesetzt, an dem der Konzern 68 Prozent der Anteile hält. Auch weitere Disney-Sparten prüfen laut "Wall Street Journal" eine Aussetzung der Werbemaßnahmen. 

Facebook wird mit einem Statement zitiert, in dem es heißt, man wisse, dass man noch mehr zu tun habe. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach beteuert, das Problem erkannt und Maßnahmen ergriffen zu haben. "Stop Hate for Profit", so der Titel der Kampagne hinter dem Boykott, hatte zuvor einen Zehn-Punkte-Plan mit Forderungen an Facebook gerichtet. Facebook hatte im Anschluss in einem Statement bekundet, das Unternehmen sei den Aktivisten dankbar für ihr Engagement. Nun wolle man nicht an Worten, sondern an Taten gemessen werden. 

Quelle: "Wall Street Journal"

rös

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