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"Anno 1701": Schöner segeln und siedeln

Alte Tugenden, neue Grafik, zeitloses Gameplay: "Anno 1701", der neue Teil der legendären Serie aus deutschen Landen, ist ein Spiel für die berüchtigte einsame Insel...

Das Kolonialzeitalter gilt als Zeitalter der Erkundungen und Eroberungen: Prominente Namen wie Kolumbus, Cortés und Magellan prägten diese Epoche mit Wagemut und vor allem ihren Entdeckungen, denen oft monatelange Strapazen mit Hunger, Skorbut und Naturgewalten vorausgingen. Doch wie bekannt, wurden sie allesamt belohnt: Kolumbus entdeckte Amerika, Cortés hortete Azteken-Gold, und Magellan umsegelte als Erster die Welt. So wurden sie unsterblich und brachten ihrem Heimatland Ehre und Reichtum.

So auch in "Anno 1701", der mit zehn Millionen Euro bislang teuersten deutschen Spieleproduktion, erreicht werden. Mit einer Karavelle, den besten Wünschen der Königin und einer Ladung Holz, Werkzeug und Nahrung gelangt der wagemutige Entdecker in eine Inselwelt. Je nach Schwierigkeitsgrad unterscheiden sich die Eilande in Sachen Größe, Rohstoffvorkommen und Gegnerverhalten. Insgesamt stehen zwölf von der CPU gesteuerte Konkurrenten zur Auswahl, jeder mit einem eigenen Charakter und Vorgehensweise. Dazu kommen noch vier Urvölker, der grimmige Pirat Ramirez und der freie Händler.

Die Siedlung wächst, die Anforderungen steigen ebenfalls

Ist das erste Kontor errichtet, kann die Besiedelung der neuen Welt losgehen. Wollen zu Beginn nur Pioniere mit niedrigen Bedürfnissen in den wackeligen Hütten leben, verwandeln sich die spärlichen Behausungen im Verlauf der Spiels über die Zwischenstufen Siedler, Bürger und Kaufleute in prächtige Aristokratenhäuser. Voraussetzung dafür sind gewisse Infrastrukturen, Gebäude und Waren, die je nach Bevölkerungsstufe unterschiedlich ausfallen. Besondere Bedeutung kommt dem neuen Dorfplatz zu, der nicht nur hübsch aussieht, sondern auch als Gradmesser für Stimmung im Volk fungiert.

Das Beschaffen der nötigen Rohstoffe ist jedoch alles andere als leicht, da niemals alles auf einer Insel zu finden sind. Deshalb sollte frühestmöglich das Expeditionsschiff klar und neue Inseln wirtschaftlich nutzbar gemacht werden, ehe sich ein Konkurrent darauf ausbreitet.

Das Resultat der raschen Expansion sind jedoch teilweise recht große Distanzen, die dank der Handelsrouten leicht zu meistern sind. Einmal eingestellt, klappern die Schiffe automatisch bis zu vier Kontore nacheinander ab, wodurch viel Mikromanagement abgenommen wird.

Zufriedenheit ist oberstes Ziel

Dies ist auch bitter nötig, denn mit dem Stadt- und Handelsmanagement bleibt genügend zu tun: Steuern, die die Unterhaltskosten der Gebäude tragen, müssen erhoben werden, überschüssige Waren im Kontor verkauft, Technologien erforscht werden, und gleichzeitig gilt es, die Zufriedenheit der Bürger im Auge zu behalten. Sie ist besonders wichtig, da sich nur im euphorischen Zustand die nächste Gesellschaftsstufe erreichen lässt. Abwechslung bringen da die Aufträge des freien Händlers, der sporadisch um Hilfe bittet, und die Handels- beziehungsweise Bündnisabkommen mit den Konkurrenten.

Was sich nach schöner heiler Welt anhört, kann schnell und unerwartet in Demonstrationen und Feuersbrünste umschlagen. Zu hohe Steuern und vor allem fehlende Wirtschaftsgüter bringen die Gemüter der Einwohner in Windeseile zum Kochen, was sich in zornigen Protesten auf dem Dorfplatz äußert und schlimmstenfalls mit brennenden Gebäuden endet.

Neben dem Kampf mit den Einwohnern kann es auch zu Scharmützeln mit den Kontrahenten kommen. Jedoch nehmen militärische Streitigkeiten eine bedeutend geringere Stellung ein als beim Vorgänger "Anno 1503". Dennoch machen die Seeschlachten gegen den Piraten Ramirez einen Heidenspaß, was vor allem an den herrlichen Sprüchen liegt, sobald ein weiteres seiner Boote auf den Meeresboden sinkt.

Futter für die Ohren

Generell spielt der Sound eine wichtige Rolle: Einwohner geben sprachliche Rückmeldung über ihre Bedürfnisse oder loben die Siedlung. CPU-gesteuerte Mitspieler, die prominente Sprecher wie Sky DuMont oder Arne Elsholtz (unter anderem die deutsche Stimme von Tom Hanks) vertont haben, lassen hin und wieder einen Kommentar ab, wodurch die Integrität der Charaktere gefördert wird. Schade ist nur, dass sich die Sprüche öfter mal wiederholen. Dasselbe gilt für die Musik, die zwar sehr schön geraten ist, aber durchaus mehr Lieder vertragen hätte.

Über alle Zweifel erhaben ist die Grafik: Die gesamte Spielwelt sieht schlichtweg fantastisch aus. Dies fängt bei den bis dato schönsten Wasser-Effekten in einem (Aufbau-)Strategiespiel an, erstreckt sich über die unglaublich detailreichen Inseln und hört bei den äußerst liebevollen Animationen auf. Vor allem die vielen Feinheiten erfreuen das Auge und erschaffen die Illusion einer lebendigen Welt - einen potenten PC mit moderner Grafikkarte und dicker RAM-Ausstattung vorausgesetzt.

Anno 1701

Hersteller/Vertrieb

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Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Endloser Spaß

Aber es ist nicht die Grafik, die "Anno 1701" zum besten Aufbaustrategiespiel seit langem macht. Obwohl eine Kampagne fehlt (es gibt zehn Szenarien), bietet das Endlosspiel Spaß und Herausforderung pur. Mit seinen diversen Einstellungsmöglichkeiten spricht die Variante sowohl Einsteiger als auch Profis an und bietet stundenlange, im Endeffekt monatelange Unterhaltung. Und wer dann noch nicht genug hat, darf im - Hurra! - integriertem Multiplayer-Modus die Segel setzen und seinen menschlichen Konkurrenten Saboteure auf den Hals hetzen ...

Jens-Ekkehard Bernerth/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.