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"Eledees": Hausdurchsuchung der anderen Art

Die Liste von unliebsamen Mitbewohnen ist lang: Milliarden von Milben hausen in Matratzen und Bettdecken, Motten übersommern in der Winterkollektion, und aus irgendeinem Schlitz kriecht immer mal wieder eine Spinne, die die Freundin nachts zu einer Kreischorgie animiert. Um vieles nützlicher scheinen dagegen "Eledees" zu sein, wenn man der gleichnamigen Wii-Mär von Konami glauben darf ...

Bereits bei der Games Convention 2006 erstmals vorgestellt, hat die exklusive Wii-Spielerei nun endlich ihren Weg in die Händlerregale gefunden. Am Prinzip hat sich in all der Zeit allerdings nichts verändert. Mit einem Fangstrahler marschieren geneigte Wii-Zocker in der Rolle des kleinen Jungen Kai durch das verwaiste und verdunkelte Elternhaus, um Jagd auf die Eledees zu machen.

Rund 25 Abschnitte müssen dabei unter Zeitdruck abgegrast werden, um eine vorgegebene Strommenge zu erreichen. Die steigt mit jedem eingefangenen Energiewesen und ermöglicht die Aktivierung von allerlei Haushaltsgeräten. Bestimmte Arten der Eledees verstärken zudem die Stärke der Strahlenpistole, wodurch sich auch schwere Möbel letztlich mit einer simplen Handbewegung aus dem Weg schaffen lassen. Fast schon unnötig in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass das gesamte Gameplay und die Geschichte lediglich Mittel zum Zweck sind. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eindeutig die Steuerung des Titels, die nur auf den ersten Blick an einen Light-Gun-Shooter erinnert. Doch die Handhabe von "Eledees" gibt sich wesentlich differenzierter. Türen und Wasserhähne etwa lassen sich nur dann öffnen, wenn der Spieler den Knauf mit seinem Strahler anvisiert und eine Drehbewegung vollführt. An anderer Stelle muss ein Toaster kräftig geschüttelt werden, weil sich darin ein paar Volttierchen verkrümelt hatten ...

Um vor allem in späteren Levels nicht am Zeitlimit zu scheitern, ist der Einsatz von allerlei Hilfsgegenständen wie verlockenden Keksen, EMP-Bällen und Ziellaser unabdingbar. Nichtsdestotrotz müssen manche Abschnitte immer und immer wieder in Angriff genommen werden, was unter anderem auch lästigen Zusatzauflagen zu verdanken ist. Mal dürfen keine schwarzen Eledees eingefangen werden, mal keine Vasen zu Bruch gehen.

Eledees

Hersteller/Vertrieb

Konami/Konami

Genre

Geschicklichkeit

Plattform

Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Leider verliert die Verwüstungsorgie nach den ersten Stunden gehörig an Fahrt und die Wiederholungen an Locations mehren sich. Abhilfe fernab des Story-Modus verspricht hier allenfalls ein mitgelieferter Level-Editor, mit dem sich die bestehenden Level nach Belieben bearbeiten lassen. Der Clou: Veränderte, mit Eledees und anderem Kram vollgestopfte Abschnitte lassen sich per Wii-Freundescode online an einen Kumpel verschicken, der sich daran dann die Zähne ausbeißen darf. Wer es darüber hinaus leid ist, alleine ein Haus auf den Kopf zu stellen, kann dies mit drei weiteren Mitspielern auch gleichzeitig tun, was aber einem gewaltigen Tohuwabohu gleichkommt ...

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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