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Super Mario Run: Gelingt Nintendo mit diesem iPhone-Spiel das Comeback?

Nächste Woche hüpft Super Mario erstmals auf dem iPhone. Für Nintendo ist es das wichtigste Spiel seit Langem, denn es markiert den Beginn einer neuen Ära.

Nintendos Shigeru Miyamoto bei der Apple-Keynote fürs neue iPhone 7

Das Spiel Super Mario Run soll es ab Dezember für das neue iPhone 7 von Apple geben

Er ist die wohl berühmteste Videospielfigur der Welt: Der rotbemützte Klempner Super Mario, der unermüdlich seit drei Jahrzehnten seine Herzensdame Prinzessin Peach aus den Klauen der bösen Riesenschildkröte Bowser rettet. Bislang bestritt Mario seine Abenteuer exklusiv auf Nintendo-Konsolen. Das ändert sich kommende Woche am 15. Dezember, dann feiert der Knubbel-Klempner seine Premiere auf dem iPhone. Schon die Ankündigung war das heimliche Highlight von Apples September-Keynote, kurz vor dem Start dreht Nintendo die Marketing-Maschinerie auf. Für den japanischen Gamingkonzern ist es das wichtigste Spiel seit Langem.

Nintendo wagt Richtungswechsel

Mit dem Gameboy-Nachfolger DS und der Heimkonsole Wii landete Nintendo vor 10 Jahren gleich zweimal den großen Wurf. Mehr als 250 Millionen Geräte wurden verkauft. Doch mit der nächsten Konsolengeneration (3DS und Wii U) konnten die Japaner den Erfolg nicht noch einmal wiederholen. Einerseits hatten die Konkurrenten Microsoft (Xbox) und Sony (Playstation) deutlich nachgelegt, andererseits veränderte sich der Markt durch Smartphones und Tablets rapide. Immer mehr Menschen begnügten sich mit Daddelgames auf dem Handy und kauften keine eigene Spielkonsole mehr.

Mit "Super Mario Run" wagt Nintendo nun den längst überfälligen Strategiewechsel. "Durch Mario kamen Millionen Menschen mit Videospielen in Kontakt und ich denke, diese Rolle wird er auch in Zukunft noch haben", erklärt Shigeru Miyamoto im Gespräch mit dem US-Technikportal "The Verge". Miyamoto ist der geistige Vater von Videospiel-Ikonen wie Super Mario, Donkey Kong und Zelda und prägte Nintendos Geschichte entscheidend. "Ich glaube, mit Super Mario Run wird das gelingen."

Nintendo will Kids für Mario begeistern

Miyamotos Hoffnung: Durch Apples App Store sollen auch jüngere Spieler wieder mit Mario in Berührung kommen. Zwar setzte Nintendo in den vergangenen zehn Jahren mehr als 250 Millionen Konsolen ab, Apple dagegen verkaufte mehr als eine Milliarde iPhones, dazu noch Zigmillionen iPads. "In unserer mobilen Strategie geht es darum, unsere Charaktere und unsere Ideen einem größeren Publikum zugänglich zu machen", erklärt Miyamoto.

Die Taktik könnte aufgehen, wie das Phänomen Pokémon Go im Juli eindrucksvoll zeigte. Die Smartphone-App war der Hit des Sommers und lockte täglich mehr als 45 Millionen Spieler an. Zwar kühlte sich der Hype nach wenigen Wochen ab, doch die Verkäufe der Pokémon-Spiele für den Nintendo 3DS wurden extrem angekurbelt. Die jüngsten Spiele, "Pokémon Sonne" und "Pokémon Mond", zählen zu den am schnellsten verkauften Titeln in Nintendos Geschichte.

Kann der Pokémon-Erfolg wiederholt werden?

Auf einen ähnlichen Erfolg hofft man nun mit "Super Mario Run". Das Spiel erscheint am 15. Dezember und Exklusiv-Partner Apple dürfte dafür kräftig die Werbetrommel rühren. Im Frühjahr bringt Nintendo schließlich seine langerwartete Konsole Switch auf den Markt - und für diese wird es ein brandneues Mario-Spiel geben. Mit "Super Mario Run" ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Auch die beliebte "Animal Crossing"-Reihe wird ein eigenes Mobile Game bekommen, erklärt Miyamoto.

Sollte die neue Taktik aufgehen, könnte Nintendo noch einmal zu alter Stärke finden - aber auch mit neuen Herausforderungen zu kämpfen haben. "Super Mario Run wird für Millionen Menschen der Einstiegspunkt in die Mario-Welt sein", erklärt Miyamoto. "Die Frage wird sein: Was kommt, wenn wir diesen Einstiegspunkt passiert haben? Gibt es dann eine traditionellere Mario-Erfahrung? Wird es wie die 'Mario-Galaxy'-Spiele? Wir müssen schauen, was die neuen Fans von einem Mario-Spiel erwarten, und wir müssen Mario in diese Richtung weiterentwickeln." Eins dürfte jedoch feststellen: Mario wird sich trotz seiner 30-jährigen Karriere noch nicht so schnell aufs Altenteil zurückziehen.

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Die eigentliche Konsole, die nur an den Fernseher angeschlossen werden muss

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