HOME

"Fury": Gute Idee, halbgar umgesetzt

Codemasters hat bei Online-Rollenspielen kein glückliches Händchen. Der Entwickler des neuesten Titels ging sogar wenige Wochen nach der Veröffentlichung pleite ...

Das direkte Duell mit menschlichen Kontrahenten, im Fachjargon "Player versus Player" genannt, ist in so gut wie jedem Online-Rollenspiel vorhanden - meist als nette Abwechslung vom Heldenalltag. "Fury" von Codemasters hingegen geht genau den entgegengesetzten Weg: Die direkte Konfrontation, das hohe Tempo und die damit einhergehende Action stehen hier klar im Vordergrund. Ferner gibt es in "Fury" keine Auftraggeber, sondern nur Händler, die Waffen und Rüstungen reparieren oder verkaufen, und Trainer, die neue Fähigkeiten lehren - sofern man nichts gegen ellenlange Laufwege hat.

Die Spieler können sich in drei Modi austoben: Elimination, Bloodbath und Vortex. Was sich zunächst martialisch und neu anhört, ist im Endeffekt schon lange aus Shootern und dem Genre-Primus "World of Warcraft" bekannt: Das "Blutbad" ist ein normales Deathmatch (jeder gegen jeden), Vortex eine Variation des klassischen Capture-The-Flag, und Elimination die "Fury"-Bezeichnung für ein Team Deathmatch.

Die Kämpfe in den reinen Instanzen spielen sich rasant, aber gleichzeitig auch ziemlich hektisch ab. In den Arenen liegen - wie in Shootern üblich - Power-Ups herum, die die Charakterwerte vorübergehend erhöhen, größeren Schaden verursachen oder verhindern.

Dies ist oft auch dringend nötig. Vor allem wenn viele Gegner - beim Deathmatch können bis zu 32 Gamer am Online-Geschehen teilnehmen - auf einmal den eigenen Helden in die Mangel nehmen, die Gesundheitspunkte ins Leere stürzen und die Übersicht verloren geht, ist jeder noch so kleine Bonus willkommen. Denn neben den hektischen Kämpfen sind die vielen Zaubersprüche für ungeduldige Naturen ein richtiges Manko.

Gerade zu Beginn wird der kampflustige Recke von der Masse an Fertigkeiten geradezu erschlagen. Wie in "Guild Wars" wollen vor dem Kampf aus verschiedenen Zauberschulen die Sprüche für das nächste Gefecht ausgewählt werden. Wer hier nicht Zeit und Experimentierfreudigkeit mitbringt, ist im wahrsten Sinne des Wortes verloren - zumal die Übersetzung aus einer kruden Deutsch-Englisch-Mischung besteht. Nach dem Ende einer Arena-Runde gibt es Belohnungen in Form von Essenzen und Ausrüstungsgegenständen. Erstere sind dabei wichtiger, da mit ihnen neue Zauber gekauft werden können.

"Fury" ist ein ziemlich kurzweilig geratenes Spiel, hatte während des Tests jedoch mit technischen Nicklichkeiten und Serverlags zu kämpfen. Keine Kritik gibt es in puncto Grafik und Animationen, was angesichts der verwendeten "Unreal Engine 3" nicht weiter verwunderlich ist. Kehrseite der Medaille: Die Hardware-Anforderungen von "Fury" sind recht hoch.

Fury

Hersteller/Vertrieb

Auran/Codemasters

Genre

Online

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Immerhin: Es müssen keine monatlichen Abogebühren bezahlt werden, was den Niedergang des Entwicklers Auran massiv beschleunigt haben dürfte. Dennoch soll es mit "Fury" weitergehen: Der Kern des Teams will die Arbeit wieder aufnehmen und Updates mit Bugfixes und neuen Features veröffentlichen.

Jens-Ekkehard Bernerth/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel