"Harry Potter und der Orden des Phönix" Magie im Handgelenk


Wer es nicht mehr bis zum Kinostart von "Harry Potter und der Orden des Phönix" am 12. Juli aushält, kann das Potter-Abenteuer auf PC und den gängigsten Konsolen schon mal vorspielen.

Von Band zu Band wird nicht nur der Zauberlehrling Potter erwachsener, auch die Storys schillern tiefgründiger und wirken mitunter sogar düster. Selbst wenn sich gerade "Der Orden des Phönix" im Kino nicht unbedingt für die jüngsten Potter-Fans eignet, richtet sich das gleichnamige Spiel trotzdem an Einsteiger. Der sehr moderate Schwierigkeitsgrad ermöglicht es auch wenig erfahrenen Gamern, frustfrei in die Welt von Hogwarts einzutauchen und Harrys Abenteuer nachzuerleben.

Die Zaubererschule wurde für den "Orden des Phönix" sehr liebevoll in 3-D nachgebaut. Stundenlang kann der User durch die aus Büchern und Filmen vertrauten Gänge streifen, die schier endlosen Treppen erklimmen und über die lebendigen Porträts an den Wänden Abkürzungen auskundschaften. Überall verbergen sich kleine Aufgaben für angehende Magier: Wer beispielsweise jämmerliche Blechhaufen mit einem energischen "Reparo" wieder in eine imposante Ritterfigur zurückverwandelt oder per "Wingardium leviosa" Gemälde an der Wand richtig anordnet, bekommt ordentlich Erfahrungspunkte gutgeschrieben, die wiederum die Zauber-Fertigkeiten voranbringen.

Magie hat jedoch auch ihre Tücken: Während sich das Schwingen des Zauberstabs auf Nintendos Wii-Konsole gut ins generelle Bedienkonzept einfügt, müssen PC-Spieler per Maus Regale einräumen oder sich der Furcht einflößenden Dementoren erwehren. Hier spürt man Potters Nöte am eigenen Leib und versteht, warum er bereits im fünften Jahr in Hogwarts studiert: Es dauert einfach eine Weile, bis einem die zahlreichen Zaubersprüche in Hand und Maus übergehen.

Ähnliches gilt für die zunächst etwas verwirrende Tastatursteuerung der Charaktere, die ihren Leinwandvorbildern übrigens erfreulich ähnlich sehen. Verlaufen können sich Harry, Ron, Hermine & Co. allerdings kaum - Potter trägt schließlich die "Rumtreiberkarte" bei sich, die ihm jederzeit beim Auffinden wichtiger Orte behilflich ist. Wer möchte, kann sich den mitunter recht langen Weg zum nächsten Rätsel sogar von Geister-Fußabdrücken anzeigen lassen.

J. K. Rowlings epische Geschichte wird im Spiel nur in Bruchstücken erzählt. Wer sich im Roman-Universum nicht auskennt, den lässt das Game trotz hübscher Zwischensequenzen weitgehend im Dunkeln. Zwar entwickelt sich die Handlung stringent, ein bisschen mehr Dynamik und Spannung hätten der Story jedoch gut getan. Gelungen sind die Schlüsselszenen, in denen der Spieler in andere Charaktere schlüpfen darf und als Sirius Black gegen Bellatrix Lestrange antritt oder als Dumbledore den finsteren Lord Voldemort bekämpft. Auch jenseits der Quests bietet "Der Orden des Phönix" Abwechslung in Form von Minigames: eine Partie Zauberschach hier, eine Runde Knallpoker da - es ist immer was los in Hogwarts.

Harry Potter und der Orden des Phönix

Hersteller/Vertrieb

Electronic Arts/Electronic Arts

Genre

Action-Adventure

Plattform

PlayStation2, PC, Game Boy Advance, Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Wer von "Harry Potter und der Orden des Phönix" nicht die Komplexität eines Rollenspiels erwartet und leichte Kost zu schätzen weiß, findet in dem Titel eine unterhaltsame Ergänzung zum Kinostreifen. Die typische Potter-Atmosphäre wird durch Teile des Filmsoundtracks und die lebendige Sprachausgabe mit den Originalstimmen noch unterstrichen. Für Fans des berühmtesten britischen Zauberlehrlings ist "Der Orden des Phönix" beinahe ein Pflichtkauf.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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