"Neue Abenteuer auf der Schatzinsel" Das Erbe des Holzbeins


Wer als Kind begeistert Robert Louis Stevensons Roman "Die Schatzinsel" verschlungen hat, bekommt nun vom französischen Nobilis-Studio die digitale Fortsetzung der Geschichte.

"Neue Abenteuer auf der Schatzinsel" ist ein typisches Nobilis-Produkt in der Tradition von "Atlantis", "Versailles" und "The Secrets of da Vinci": Der Spieler erforscht Render-Räume im 360-Grad-Rundumblick aus der Ich-Perspektive, sammelt alle Gegenstände ein, die nicht niet- und nagelfest sind, und kombiniert sie miteinander, um die passenden Werkzeuge zum Lösen der Puzzles zu erhalten.

Der Einstieg ins Spiel gibt bereits die Richtung für die ganze Schatzsuche vor: Jim muss vor Captain Flints Kumpanen durchs Fenster fliehen, hat aber nur zwei kurze Seile, die er durch Knoten miteinander verbinden kann - natürlich nicht irgendwie, sondern mit einem fachmännischen Seemannsknoten. Und so wird aus dem simplen "Abseilen" schon das erste Rätsel.

Im Unterschied zu früheren Kheops-Spielen wie "Evany" oder "Egypt" bleiben diesmal Esoterik und bedeutungsschwangere Mystik außen vor - auf der Schatzinsel geht es vergleichsweise handfest zu. Derbe Kerle bevölkern die hübsch bebilderten Karibik-Szenarien und werden durch die lebendige Sprachausgabe zu Charakteren mit Ecken und Kanten. Auch die sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzte Musik trifft genau den richtigen Ton für die leicht verdauliche Piratenmär.

Neue Abenteuer auf der Schatzinsel

Hersteller/Vertrieb

Nobilis/Flashpoint

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Wie Stevensons großartige Romanvorlage wendet sich auch Kheops' "Schatzinsel" vorwiegend an ein junges Publikum. Einsteiger ins Adventure-Genre dürften an dem Titel für ein paar Stunden ihre Freude haben: Logische Rätsel gehen einher mit einer intuitiven Maussteuerung und sind in eine spannend erzählte Geschichte eingebettet. Kleine Hinweise helfen beim Puzzle-Knacken und lassen den Spieler nie orientierungslos im Dschungel stehen. Zocker-Haudegen, die die Entwicklung dieses Adventure-Typs bereits seit Cryos "Atlantis" (1997) verfolgen, werden im aktuellen Nobilis-Titel allerdings keine neuen Schätze entdecken und sich nach kurzer Zeit gelangweilt eine Buddel voll Rum hinter die Kiemen kippen ...

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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