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"PES 2010": Spitzenfußball für zu Hause

Gegen Finnland hat sich die Nationalmannschaft nicht mit Ruhm bekleckert. Kein Problem, denn mit "Pro Evolution Soccer" kann das Länderspiel wiederholt werden. Doch Bundesliga-Fans kann auch die grandiose Optik nicht trösten.

Kurzer Pass, langer Pass, Dribbeln, Torschuss - Fußball kann so einfach sein. Zumindest in der Simulation bei Pro Evolution Soccer (PES) 2010. Die Entwickler von Konami haben weiter an der Detailtreue ihres Computerspiel-Klassikers gearbeitet und dem Fußball am Bildschirm eine neue 360-Grad-Perspektive spendiert. In der Zeitlupen-Wiederholung können die spannendsten Szenen aus faszinierendem Blickwinkel vor- und zurückgespult werden.

Die PES-Ausgabe fürs WM-Jahr, getestet auf der PlayStation 3, bietet eine grandiose Grafik. Die virtuellen Stars gleichen ihren Vorbildern, der Rasen wirkt natürlich, die Bewegungen sind gleitend und ruckelfrei. Die akustische Kulisse passt ebenfalls, bis hin zum Geräusch von Leder auf Aluminium beim Schuss an die Latte. Allein die Kommentare des Reporters bleiben zu oft im Klischee stecken - der Schlagabtausch ist offen, und die Räume werden eng gemacht.

Schwerer dürfte für die Fußballfans das Fehlen der Bundesliga wiegen - die Exklusivrechte dafür hat das konkurrierende Spiel FIFA 10 bekommen. So schickt PES die Kicker auf Klub-Ebene nach England, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande sowie nach Brasilien und Argentinien. Außerdem geht es für 17 Klubs in die Champions League und die neue Europa League. Mit dabei ist etwa der FC Sevilla - sein Gegner VfB Stuttgart fehlt aber bei PES. Nach Angaben von Konami laufen noch Verhandlungen, um Lizenzen für weitere Klubs zu bekommen. Ansonsten kann man im WM-Jahr die Nationalmannschaften gegeneinander antreten lassen und etwa das misslungene Qualifikationsspiel von Deutschland gegen Finnland am PC oder auf der Konsole nachspielen.

Spieler sind gleichzeitig Trainer

In fünf Schwierigkeitsstufen vom Anfänger bis zum Top-Spieler bieten sich unterschiedliche Gelegenheiten, den grünen Rasen zu bespielen. Für die allerersten Schritte gibt es ein freies Training, damit die Steuerung der Spieler in Fleisch und Blut übergeht. Danach kann es mit der Nationalmannschaft oder dem ausländischen Lieblingsklub in eines von 23 Stadien gehen, darunter Fußballtempel wie Wembley, Anfield, Old Trafford oder das Stade de France. Die PES-Spieler sind gleichzeitig Trainer ihres Teams, bestimmen die Aufstellung und die Taktik. Bietet sich gegen den AC Milan ein offensives 4-3-3-System an oder sollte man besser nur mit einer Spitze spielen? Wer soll Ronaldinho decken und ist es angebracht, ihn eng zu beschatten oder eher locker abzusichern? Darf Steven Gerrard seine Offensiv-Qualitäten absichern oder muss er heute auch nach hinten absichern? Mit der richtigen Taktik geht es dann endlich los.

Auf der Spielkonsole lässt sich die Laufrichtung des gerade aktiven Spielers mit dem Analogstick steuern. Die Pässe kommen häufiger an als noch in der Vorversion. Und bei gegnerischen Torschüssen lässt sich nun auch der Torwart steuern. Die Schiedsrichter greifen bei Tätlichkeiten konsequent zur roten Karte, und bei Abseitsentscheidungen kann man wie im Fernsehen mit einer Linie zum Zeitpunkt der Ballabgabe überprüfen, ob alles seine Richtigkeit hatte. Bei zwei Controlern an der Spielkonsole kann man im direkten Duell zweier Teams gegeneinander antreten. Vorgesehen ist auch ein Online-Spiel, das in der Testversion allerdings noch nicht freigeschaltet war. Die PC-Version von PES 2010 erscheint ebenso wie die Ausgabe für die PlayStation 3 und die Xbox 360 am Donnerstag dieser Woche. Im November folgen die Versionen für PlayStation 2 und Wii.

AP/Peter Zschunke / AP
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