"The Legend Of Zelda: Twilight Princess" Auf den Wolf gekommen


Eigentlich lohnt sich die Anschaffung einer Wii-Konsole vor allem wegen dieses Spiels: "Twilight Princess", der neue Teil der legendären "Zelda"-Reihe, ist ein Meisterstück. Einzig die Grafik schwächelt.

Schöner, größer, umfangreicher, erwachsener, vielseitiger ... - man kommt am Komparativ nicht vorbei, wenn man Vergleiche zwischen "Twilight Princess" und den ohnehin schon grandiosen Vorgängern "Ocarina of Time" und "Wind Waker" zieht. Und es sei vorweggenommen: Links neues Abenteuer ist auch sein bislang spannendstes.

Dunkelheit macht sich im schönen Lande Hyrule breit. Schuld hat der König der Finsternis, dessen Einfluss von Tag zu Tag wächst - und die Einwohner seltsame Dinge tun lässt. Nach einem recht harmlosen Anfang im Dorf Ordon und einem dezent eingeflochtenen Tutorial, das erste Berührungsängste mit der neuen, aber unglaublich intuitiven Wii-Steuerung abbauen soll, obliegt es abermals dem Spitzohr Link, die Welt zu retten. Er soll den drei Lichtgeistern von Hyrule helfen, die Dunkelheit zurückzutreiben.

Ein schwieriges Unterfangen - vor allem aber ein umfangreiches. 50 bis 70 Stunden müssen geneigte Zocker einplanen, um am Ende als großer Held dazustehen. Langweillig wird es in dieser Zeit jedoch nie. Link reitet auf seinem Pferd Epona durch Hyrule, schlägt sich durch neun riesige Kerker und Tempel, löst dabei wie gewohnt unzählige Rätsel, die jede Menge Hirnschmalz und den geschickten Einsatz bestimmter Gegenstände erfordern, fliegt durch lange Schluchten, zieht beim Angeln dicke Fische an Land, sammelt Käfer, sucht Herzcontainer, steigt in den Sumoring, besucht den Vergnügungspark am Hyliasee, kümmert sich um die Sorgen der Einwohner, und, und, und. "Twilight Princess" strotzt vor originellen Einfällen, aber nur einer hat enormen Einfluss auf das Spielgeschehen: Betritt Link die Schattenwelt, verwandelt er sich in einen Wolf.

Pfoten haben Schwächen

Dabei ist das ebenso mysteriöse wie undurchsichtige Schattenwesen Midna stets sein treuer Begleiter. In der düsteren Parallelwelt muss meist ein Zugang zu einem Areal in der Lichtwelt geöffnet werden, was aber gar nicht so einfach ist, da Link mit seinen Pfoten keine Schalter benutzen oder Türen öffnen kann. Man muss also andere Mittel und Wege finden, um Hindernisse zu überwinden. Sind anfangs die Dimensionswechsel noch fest vorgeschrieben, kann später bewusst zwischen den Welten gewandelt werden, um etwa eine zerstörte Brücke zu überwinden.

Inhaltlich und grafisch unterscheiden sich die beiden Fassung kaum voneinander. Wer die Wahl hat, sollte sich jedoch für die Wii-Version unterscheiden. Der Grund ist schlicht die geniale Steuerung. Zwar ist "Twilight Princess" perfekt an den GameCube-Controller angepasst und an manchen Stellen sogar übersichtlicher geraten (Stichpunkt: frei drehbare Kamera). Allerdings macht es einfach mehr Spaß, durch ein kurzes Rütteln der Wiimote das Schwert zu ziehen und aktiv garstige Monster zu verkloppen. Oder mit Pfeil und Bogen auf die Schwachstelle eines gewaltigen Boss-Gegners zu zielen. Oder mit Hilfe des Nunchuck eine Wirbelattacke vom Stapel zu lassen. Das Gefühl am Ende eines Abenteuertages, etwas bewegt zu haben, ist einzigartig ...

The Legend Of Zelda: Twilight Princess

Hersteller/Vertrieb

Nintendo/Nintendo

Genre

Action-Adventure

Plattform

Wii, GameCube

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Wo so viel Licht herrscht, gibt es auch Schatten. Allerdings nur wenig. Aus irgendeinem Grund scheinen sich Mastermind Shigeru Myamoto und seine Entwickler gegen eine Sprachausgabe zu wehren. Hier ein paar Seufzer, da ein Stöhnen, dort ein Kampfschrei - mehr bekommen die Charaktere in "Twilight Princess" nicht über die Lippen. Stattdessen gibt es wieder Unmengen von Textdialogen. Ebenfalls nicht ganz zeitgemäß ist auch die Grafik, die mit ihren verwaschenen Texturen und teils klobigen Figuren mit kaum einem Next-Generation-Titel mithalten kann. Die Liebe der Entwickler zum Detail, die stimmigen Figuren, die feinen Handlungsfäden, der Auftritt altbekannter Figuren, die verbreitete Melancholie, die toll designten Räume und Puzzles - all das lässt jedoch über die grafischen Schwächen mit Leichtigkeit hinwegsehen.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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