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Verzweifelte Kreativität: Weil ihre Mutter ihr das Handy wegnimmt, twittert Dorothy per Kühlschrank

Dorothy betreibt einen Fan-Account für Popstar Ariana Grande auf Twitter. Als sie daheim Handyverbot bekommt, ist sie verzweifelt – was sollen ihre Follower denken? Und so greift der Teenie zu außergewöhnlichen Mitteln, um weiter kommunizieren zu können.

Teenager heutzutage können sich ein Leben ohne Smartphone kaum vorstellen

Teenager heutzutage können sich ein Leben ohne Smartphone kaum vorstellen

Unsplash

Ein amerikanischer Teenie begeisterte in der vergangenen Woche das Internet. Die Geschichte von Dorothy zeigt zwei Dinge: Wie sehr junge Menschen heutzutage an ihren Handys hängen – und wie viel besser sie sich mit den modernen technischen Möglichkeiten auskennen als ihre Eltern. Wir wissen nicht viel von Dorothy: Sie betreibt seit ein paar Monaten auf Twitter einen Ariana-Grande-Fan-Account, auf dem sie exzessiv Videos, Songtexte und Fotos der Sängerin teilt, kommentiert und mit anderen Fans diskutiert. Schätzen wir sie deshalb auf etwa 14 bis 16 Jahre. Sie ist offenbar US-Amerikanerin – und seit dem 5. August handylos.

Dorothy muss ohne ihr Handy auskommen

Irgendetwas muss Dorothy angestellt haben. Vielleicht hat sie ihre Mithilfe im Haushalt "vergessen" , weil sie über Ariana Grande twittern musste? Vielleicht ist sie unerlaubt bei einem Konzert des Popstars gewesen? Wir können nur spekulieren. Die Konsequenzen aber kennen wir: Zur Strafe nahm ihre Mutter ihr das Smartphone ab. Bei Dorothy führte das zu einem kleinen Nervenzusammenbruch. Was sollten ihre Twitter-Follower denken, wenn von ihr urplötzlich und ohne Begründung nichts mehr zu hören war? Sie verspürte das dringende Bedürfnis, die Lage zu erklären.

Und dafür wurde sie wirklich kreativ:

"Ich gehe, für immer. Meine Mutter hat mir mein Smartphone weggenommen. Ich werde euch alle so sehr vermissen. Ich weine. Macht's gut!", schreibt Dorothy. Ein wenig dramatisch, ja. Am interessantesten ist hier aber die Info, von wo der Tweet gesendet wurde:

Der Teenager war clever genug, sich an eine Funktion ihrer Nintendo 3DS-Spielkonsole zu erinnern, mit der man auch Bilder auf Twitter teilen kann. Nahezu brilliant, Dorothy! Leider ließ sie ihren Nintendo offen in ihrem Zimmer herumliegen – und natürlich kam später ihre Mutter rein und bemerkte den neuen Tweet auf dem Display. Das ging nicht gut aus für das geplagte Mädchen:

Ganz ungeübt mit dem Internet und den sozialen Netzwerken ist offenbar auch Dorothys Mutter nicht. Denn die verfasste nun selbst einen erbosten Tweet – mit Dorothys Telefon, auf Dorothys Twitter-Account. "Ich habe gesehen, dass Dorothy mit ihrem Nintendo Twitter benutzt hat. Dieser Account wird jetzt geschlossen!" Harte Worte.

Es gibt immer einen Weg – wenn man kreativ wird

Aber wenn Mrs. Dorothy glaubte, ihre Tochter jetzt in ihre Schranken gewiesen zu haben, hat sie sich getäuscht. Der Teenie wurde in seiner Frustration und Verzweiflung nur immer noch kreativer.

"Hallo, meine Mutter hat mein Handy und meinen Nintendo DS wegenommen, deshalb habe ich keine Wahl, als meine Wii zu benutzen. Danke für all eure Unterstützung. Ich versuche eure Nachrichten zu beantworten und euch zurück zu folgen, wenn ich hier eine stabile Verbindung mit Twitter hinbekomme", schreibt das Mädchen – über die Spielkonsole. Was man nicht alles tut!

Später gibt es dann einen kurzen Hoffnungsschimmer: Als die Mutter außer Haus ist, macht Dorothy sich verbotenerweise auf die Suche nach ihren konfiszierten Geräten. Das Handy kann sie nirgends finden – aber immerhin ihren Nintendo DS! "Habe meinen DS gefunden!", jubiliert sie auf Twitter. "Ich bin heute abend bei meiner Freundin Harriet, das heißt, ich kann hier aktiv sein! Oh mein Gott!"

Auf die kurze Freude folgt ein tiefer Fall

Wir wissen nicht, was dann geschah, aber es endete böse für den Teenager. Die Mutter war offensichtlich nicht beglückt über die Tatsache, dass ihr Sprössling die Wii zum Twittern missbraucht und dann auch noch den versteckten Nintendo DS zurückerobert hatte. Erneut wurden Dorothys Technik-Accessoires in Gewahrsam genommen – und dieses Mal wohl wirklich alle. Ja, auch die Wii.

Glaubt jemand, dass das Dorothy aufhalten konnte? Na, glaubt es jemand? Nein – im Gegensatz zu ihrer Mutter weiß das Mädchen nämlich, welche Haushaltsgeräte ihres Domizils noch eine Verbindung ins Internet haben. Und so folgt ein letzter Tweet auf ihrem Account. Und der ist auf seine skurrile Weise absolut großartig. Wirklich.

"Ich weiß nicht, ob das hier gesendet werden kann, ich rede mit dem Kühlschrank. Verdammter Mist, meine Mutter hat wieder alle meine Elektrogeräte weggenommen." Und sie erzählt keinen Quatsch, wie man sehen kann – unter dem Tweet wird als Quelle tatsächlich "LG Smart Kühlschrank" angezeigt.

Viele sind beeindruckt von ihrem Elan

Das kleine Drama im Hause Dorothy zog wegen der verzweifelten Cleverness des Teenagers schnell weitere Kreise. Auf Twitter forderten viele Nutzer amüsiert mit dem Hashtag #freedorothy die Erlaubnis für den Teenie, wieder zu twittern und ihr Smarthphone benutzen zu dürfen. Und von so viel Leidenschaft war letztlich auch jemand ganz besonders begeistert, den es persönlich betrifft: Twitter.

Mit seinem offiziellen Account unterstützte das Unternehmen die Freiheitsforderung für Dorothy. Doch bisher blieb es still auf deren Fan-Account. Die Mutter grollt anscheinend noch. Aber auch sie muss wohl eines Tages anerkennen, wieviel Energie und Enthusiasmus in ihrer Tochter steckt – und dann darf das Mädchen hoffentlich auch wieder nach Herzenslust über Ariana Grande twittern.

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