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Computer-Mäuse: Laser statt Leuchtdiode

Nur fünf Jahre nach ihrer Einführung könnte die optische Computermaus bald überholt sein. Per Lasertechnik ist eine 20 Mal verbesserte Oberflächenabtastung und damit mehr Präzision bei der PC-Bedienung möglich.

Fünf Jahre nach der ersten optischen Computermaus gibt es nun die erste Maus, die ihre Oberfläche mit Laserstrahlen abtastet. Statt der ständig blinkenden roten Leuchtdioden schwebt nun unsichtbares Laserlicht über den Schreibtisch. Damit kann die Maus laut Hersteller Logitech 20 Mal so viele Informationen von der Oberfläche ablesen wie bisher.

Der Unterschied ist spürbar. Die "Logitech MX1000" überträgt im Test jede kleine Bewegung in entsprechende Cursor-Bewegungen auf dem Bildschirm. Schnell, aber keineswegs ruckweise wird der Zeiger an sein Ziel gebracht. Was beim alltäglichen Umgang mit dem PC mehr Bequemlichkeit verspricht, kommt bei der digitalen Bildbearbeitung vor allem einer präziseren Maskierung von einzelnen Bildteilen zugute. Dank der verbesserten Abtastleistung lassen sich Umrisse mit der Maus sehr genau nachzeichnen. Wenn es jetzt noch einen Ausreißer gibt, so ist dieser allein der inneren Unruhe der Hand geschuldet.

Lasersensor soll 5,8 Millionen Bildpunkte pro Sekunde erfassen

Statt der roten Leuchtdioden (LED) der bisherigen optischen Mäuse verwendet die MX1000 Lasertechnik: Eingefasst von einem polierten Silberring schickt ein kleines Glasauge einen Laserstrahl auf die Oberfläche, wird dort reflektiert und zu einem Lasersensor zurückgeführt. Dieser soll nach Angaben des schweizerisch-amerikanischen Herstellers 5,8 Millionen Bildpunkte pro Sekunde und damit auch mikroskopisch kleine Details der Oberfläche erfassen. Bei LED-Mäusen hingegen kann es passieren, dass die Erkennungsleistung bei sehr glatten und einfarbigen Oberflächen beeinträchtigt ist. Die einzigen Oberflächen, auf denen auch die Laser-Maus versagt, sind klares Glas und Spiegel.

Ein Laserstrahl besteht aus äußerst stark gebündeltem Licht. Die Logitech-Maus verwendet Laserlicht der Klasse 1, das im Unterschied zu dem der Klassen 3 und 4 für das Auge ungefährlich ist.

Nach dem Aufladen ist die MX1000 für etwa drei Wochen betriebsbereit

Wer sich eine kabellose optische Maus anschafft, ist nach ein paar Wochen oft enttäuscht, weil die Batterien erschöpft sind. Die neueren Mausmodelle sind deshalb wiederaufladbar. Bei der MX1000 ist die Funkstation gleichzeitig Ladestation: Die Maus wird in den Behälter gestellt und ist dann in drei bis vier Stunden vollständig aufgeladen. Danach ist sie für etwa drei Wochen betriebsbereit. Drei grüne Leuchtdioden zeigen den Ladezustand an, sobald die Maus bewegt wird. Nachteil dieser Lösung: Die Ladestation wird ans Stromnetz angeschlossen und belegt damit einen zusätzlichen Steckerplatz. Die Verbindung zum PC übernimmt die PS/2- oder die USB-Schnittstelle.

Das gut in der Hand liegende Eingabegerät hat neben den beiden Standardtasten weitere Bedienelemente. Mit dem Mittelfinger wird das "Tilt Wheel" gedreht: Mit diesem Rädchen kann man längere Dokumente auf dem Bildschirm nach oben und unten verschieben. Auch das horizontale "Scrollen" ist damit möglich. Wird das Rad nach unten gedrückt, schaltet sich die Zoomfunktion ein. Zwei Schalter ober- und unterhalb des Rads sind für den schnellen Bildvorlauf in beide Richtungen gedacht. Eine Daumentaste auf der linken Seite bietet einen schnellen Umschalter zwischen verschiedenen geöffneten Programmen - ähnlich der Tastenkombination "Alt+Tab". Zwei weitere Daumentasten davor und dahinter dienen dem Surfen im Internet oder dem Hin- und Herschalten zwischen mehreren Dokumenten einer Anwendung.

Laser-Maus kostet rund 75 Euro

Wer mit diesen Standardfunktionen nichts anfangen mag, kann die Tasten aber auch mit anderen Befehlen belegen. Vielschreiber etwa können sich so zwei Maustasten für das schnelle Kopieren und Einfügen von Textteilen reservieren.

Logitech-Manager David Henry gibt sich überzeugt, dass die jetzt zu einem Preis von rund 75 Euro eingeführte Laser-Maus neue Maßstäbe in der Branche setzen und die LEDs der optischen Mäuse ablösen werde. Ob Logitechs Hauptkonkurrent Microsoft, der 1999 die erste optische Maus auf den Markt brachte, ebenfalls eine Laser-Maus auf den Markt bringen wird, ist bislang nicht bekannt.

Peter Zschunke/AP / AP