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Computerspiel-Verfilmungen: "Aber Halo", sprach der "Herr der Ringe"

Microsofts Xbox-Beststeller "Halo" kommt ins Kino - mit großem Aufwand und großen Namen: "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson ist als ausführender Produzent dabei - und die Spezialeffekte kommen auch aus seinem Haus.

Verfilmungen von Computerspielen bieten selten großes Kino. Häufig sind die Umsetzungen billig, trashig und dumm. Dass es auch anders geht, wollen die Filmstudios Universal und 20th Century Fox mit "Halo" beweisen. Für die Leinwand-Adaption des erfolgreichsten Xbox-Spiels "Halo" wurden jetzt große Namen verpflichtet: "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson und seine langjährige Drehbuchpartnerin und Ehefrau Fran Walsh werden als ausführende Produzenten das Projekt betreuen. Das gaben Microsoft und Jackson, der gerade seine "King Kong"-Neuverfilmung fertig stellt, auf dem Xbox-Event "X05" in Amsterdam offiziell bekannt.

Ebenfalls gute Nachrichten gab es für Freunde gut gemachter Spezialeffekte: Jacksons Firmen Weta Digital und Weta Workshop, die bereits die Spezialeffekte, Kreaturen und Modelle für "Herr der Ringe" und "King Kong" erschufen, werden die Ringwelt von "Halo" zum Leben erwecken.

Das Drehbuch erstellt Autor Alex Garland (Roman: "The Beach", Drehbuch: "28 Tage später"), der auch die Geschichte für das Videospiel geschrieben hat. In "Halo" geht es um die Schlacht zwischen der Menschheit und den außerirdischen Covenants, die sich auf dem ringförmigen Planeten Halo um verschiedene außerirdische Artefakte balgen, mit deren Hilfe man die Macht im Universum übernehmen kann. Action statt Beziehungsdrama ist also angesagt. "Halo" und der Nachfolger "Halo 2" wurden zusammen knapp 14 Millionen Mal verkauft - ein Riesenerfolg, mit Abstand.

Verknüpfung von Spiel und Film

Jackson sagte bei seiner persönlichen Nachricht, die auf dem Amsterdamer Xbox-Event per Video übertragen wurde, er sei ein großer Fan und passionierter "Halo"-Spieler. Außerdem hat der Neuseeländer bei den Dreharbeiten zu "King Kong" (ab Dezember im Kino) Erfahrungen bei der Verknüpfungen von Kino und Videospiel gesammelt - das Computerspiel zum Affendrama wurde zeitgleich zum Film und in enger Zusammenarbeit zwischen den Spieledesignern und den Filmemachern entwickelt.

Die Gerüchteküche hat noch nicht ausgebrodelt

Als Starttermin wird Sommer 2007 angepeilt. Über Schauspieler und einen Regisseur ist noch nichts bekannt. Gerüchte kursieren allerdings schon lange. Besonders ein Name hält sich hartnäckig: Uwe Boll. Der Deutsche ist ein sehr umtriebiger Regisseur und kauft Filmlizenzen für Computerspiele im Dutzend: "Alone in the Dark" war Anfang des Jahres in den Kinos, "Bloodrayne" wurde gerade fertig gestellt. Als nächstes folgt "Dungeon Siege", auf Bolls Liste stehen außerdem "Far Cry" und "Hunter: The Reckoning". Boll wird nicht nur vom Hochfeuilleton völlig ignoriert, ihm ist es außerdem gelungen sich mit nur zwei Filmen ("House of the Dead" und eben "Alone in the Dark") einen Ruf wie Donnerhall zu erarbeiten: Unter Freunden des fantastischen Films gilt "Dr. Boll", wie er spöttisch genannt wird", als der schlechteste Genrefilmer unserer Zeit.

Die Verpflichtung von Jackson/Walsh und den Weta-Effektkünstlern macht deutlich, dass Universal und Fox mit "Halo" Großes vorhaben. Dass sie den Stoff in die Hände eines Trashmeisters wie Boll geben werden, erscheint da sehr unwahrscheinlich.

Ralf Sander