HOME

Datensicherung: Lieber auf Nummer sicher

Musik-, Foto- und Video-Dateien sind nicht nur groß, sondern oft auch sehr wichtig. Deshalb sollten sie regelmäßig gesichert werden. Wie aber verhindert man den totalen Datenverlust?

Der Verlust von Daten ist nicht nur ärgerlich, sondern kann im Extremfall sogar Existenz gefährdend sein - für ein Unternehmen beispielsweise. Doch auch für den Privatanwender ist der Verlust von Urlaubsfotos, Musik- oder Videodateien ein Desaster.

Wer regelmäßig Daten sichert, kann im Handumdrehen seine wichtigsten Dateien wieder herstellen. Doch was ist zur Sicherung nötig? Welche Daten sollte man sichern und wie? Der stern beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was bedeutet "Backup"?

Eigentlich nichts anderes als eine Kopie von wichtigen Daten, für den Fall, dass der eigentliche Datenträger kaputtgeht. Idealerweise sollte man Backups an einem anderen Ort aufbewahren als das Original.

Wie oft muss man sichern?

Je nachdem, wie oft sich die Daten auf dem System verändern. Im Falle eines Falles ist alles, was nach dem letzten Backup-Vorgang geschieht, weg. Große Rechenzentren sichern ihre Daten deshalb mehrmals täglich. Für normale Computerbenutzer sollte ein Intervall von zwei bis vier Wochen reichen - und zusätzlich dann, wenn wichtige Daten dazugekommen sind, zum Beispiel neue Digitalfotos nach dem Urlaub.

Was sollte man sichern?

Alles, was wichtig ist. Texte, Briefe, Musik, E-Mails, Fotos, Urlaubsvideos, Fernsehaufnahmen, die Examensarbeit, aber auch Systemeinstellungen, Highscores von Spielen und Internetlesezeichen sind einen Backup wert. Wer sicher sein will, keine wichtige Datei zu vergessen, speichert deshalb gleich die ganze Festplatte ab. Das allerdings erfordert viel Speicherplatz.

Womit soll man sichern?

Am besten eignet sich eine externe Festplatte. Die gibt es im Technikmarkt, sie kostet ab 80 Euro aufwärts und ist etwa so groß und schwer wie ein Roman. Die externe Festplatte verbindet man mittels eines USB-Kabels mit dem Computer. Man kann sie jederzeit wieder abstöpseln und leicht an einem anderen Ort aufbewahren - sollte also irgendwann mal die Wohnung abbrennen oder unter Wasser stehen oder der PC geklaut werden, wäre sie sicher an einem anderen Ort.

Wie viel Speicherplatz brauche ich?

Das ist sehr unterschiedlich. Texte, E-Mails, Benutzereinstellungen und Internetlesezeichen brauchen nicht viel Platz - wenige Megabyte reichen normalerweise. Größer sind Musik und Fotos - je nachdem, welche Komprimierung gewählt und welche Kamera benutzt wurde, mehrere Megabyte pro Musiktitel bzw. Foto. Bei großen Sammlungen ist man schnell im Gigabyte-Bereich angelangt. Am größten sind Filmdateien. Die können einzeln schon mehrere Gigabyte groß sein - je nachdem, wie stark sie komprimiert sind. Eine normale externe Festplatte mit 80 oder mehr Gigabyte sollte aber meist ausreichen.

Worauf speichere ich meine Daten am besten?

1. USB-Flash-Stick, Speicherkarten: Die kleinen flachen Flash-Speicher sind schnell, lassen sich leicht transportieren, werden immer billiger, und es passt immer mehr drauf. Sie sind ideale Backup-Medien für Datenmengen bis zirka 1 Gigabyte, also nur für die wirklich wichtigen Dinge.

2. CD-ROM:

CD-Rohlinge sind billig, einen Brenner hat inzwischen jeder PC, es passen aber höchstens 800 Megabyte drauf. Zwar kann man seine Daten auch auf mehreren CDs sichern, das dauert aber relativ lange und ist ziemlich aufwendig. Deshalb sind sie nur für Datenmengen im unteren Gigabyte-Bereich zu empfehlen.

3. DVD: DVDs fassen normalerweise etwa fünf Gigabyte. Sie sind gut geeignet für Digitalfoto-Sammlungen und MP3-Archive, bei Datenmengen bis zu 10 bis 20 Gigabyte.

4. Externe Festplatte:

Das ist die schnellste und komfortabelste Lösung: Externe Festplatten kosten nicht mehr die Welt und bieten auch für sehr große Datenmengen Platz. Geeignet für bis zu 250 Gigabyte.

5. Festplatten-MP3Player:

Haben die gleichen Vorzüge wie externe Festplatten, bergen aber ein Problem: Geht der Player verloren, können vertrauliche Daten in die Hände des Diebs oder Finders fallen. Backup-Daten auf einem MP3-Player deshalb unbedingt verschlüsseln!

6. Internet:

Die sicherste Lösung. Online-Speicherdienste wie GMX sichern Daten aller Art auf einer Art Internetfestplatte, die in einem Hochsicherheitsrechenzentrum gespeichert wird. Zehn Gigabyte Speicherplatz kosten bei GMX etwa fünf Euro pro Monat. Ähnliches bieten Lycos, web.de und andere Internetdienstleister an. Nachteil: Ohne eine schnelle DSL-Verbindung geht das nicht, und auch mit einer Breitbandverbindung dauert die Datensicherung lange. Außerdem entstehen laufende Ausgaben (dafür aber keine Anschaffungskosten). Geeignet für Datenmengen bis zirka zehn Gigabyte.

7. MiniDV-Cassetten:Viele Hobbyfilmer übertragen fertig geschnittene Heimvideos verlustfrei auf MiniDV-Cassetten, was allerdings nicht mit jeder Kamera geht. Theoretisch kann man das auch mit Daten machen, aber das ist sehr aufwendig und schwierig und eignet sich deshalb nur für Filme.

Brauche ich spezielle Backup-Software?

Eigentlich nicht. Windows XP hat eine eingebaute Backup-Funktion, die man unter Programme -> Zubehör -> Systemprogramme -> Sicherung findet. (Wenn nicht, muss man sie von der Windows-CD nachinstallieren.) Ein "Assistent" hilft bei der Auswahl der zu sichernden Dateien und erstellt am Ende Backup-Dateien mit der Endung .bkf. So einfach wie die Sicherung ist die Wiederherstellung, die auch unerfahrenen Nutzern mit wenigen Klicks gelingt.

Trotzdem sind Zusatzprogramme wie "Phoenix Backup Professional" (etwa 50 Euro) oder "Cyberlink Power Backup 2" (etwa 35 Euro) für viele Anwender sinnvoll: Mit ihnen kann man zum Beispiel bestimmte Zeitpunkte einstellen, an denen Backups aktualisiert werden sollen, und man kann die Backup-Dateien besonders sicher verschlüsseln. Und wenn der Rechner zu Bruch geht, dann ist die Reparatur am einfachsten mit einem "Image", einem Abbild der gesamten Festplatte. Das Programm "Acronis True Image 9.0" ist dafür eine gute Wahl, es erledigt seine Aufgabe im Hintergrund, während man den PC ganz normal weiter benutzt.

Darüber hinaus haben viele Musik-, Foto- oder E-Mail-Anwendungen eigene Backup-Funktionen, die sehr hilfreich sein können. Die kostenlose Fotoalbum-Software Picasa kann das zum Beispiel, ebenso das kostenpflichtige Photoshop Elements. Das Gratis-Tool MozBackup sichert Mails, Bookmarks und Einstellungen von Firefox- und Thunderbird-Nutzern und verschlüsselt sie sogar.

Ulf Schönert / print
Themen in diesem Artikel