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Bundesbehörden: 500 Computer einfach weg

In deutschen Bundesbehörden sind laut Regierung in den vergangenen drei Jahren rund 500 Notebooks verloren gegangen oder gestohlen worden. Diese Art des Datenverlusts ist nicht außergewöhnlich - wie ein Blick auf die größten und bizarrsten Fälle zeigt.

Aus Bundesbehörden sind in den vergangenen drei Jahren mehrere hundert Computer spurlos verschwunden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Danach sind aus Bundesbehörden seit dem 1. Januar 2005 rund 500 Notebooks und PC gestohlen worden oder verloren gegangen. Betroffen seien "die meisten Bundesbehörden". "Hier ergibt sich Aufklärungsbedarf", sagte FDP- Fraktionsvize Carl-Ludwig Thiele. Es gehe immerhin um öffentlich-rechtlich Bedienstete, die mit sehr persönlichen Daten von Bürgern umgingen.

Das Bundesinnenministerium wies Sicherheitsbedenken zurück. Sensible Daten auf den Festplatten seien durch eine entsprechende Software absolut sicher geschützt, sagte eine Sprecherin. Ein Dritter könne sich keinen Zugang verschaffen. Auch gehe es bei den verschwundenen Computern um keine beunruhigend große Zahl. Gemessen an der Zahl der Bundesbeschäftigten von etwa 480.000 liege der Computerschwund auch im Vergleich zu Privatfirmen "im absolut üblichen Verhältnis".

Pannen dieser Art sind in der Tat nichts Ungewöhnliches: Links finden Sie eine Sammlung spektakulärster Fälle von Datenverlusten und verlorener Computer aus der jüngeren Vergangenheit.

DPA

Die Briten: Meister im Verschlampen

Gleich drei Skandale innerhalb weniger Wochen offenbarten sich Ende 2007 in Großbritannien.

Nachdem Behörden den Verlust persönlicher Daten von Millionen Kindergeldempfängern und Fahrschülern eingestanden hatten, gaben sie einen Tag vor Weihnachten zu, dass im staatlichen Gesundheitswesen (NHS) vertrauliche Angaben zu Patienten abhandengekommen sind.

Unter anderem sei eine CD mit Informationen über 160.000 kranke Kinder auf dem Weg in eine große Londoner Klinik spurlos verschwunden. Auch gespeicherte Angaben zu zehntausenden erwachsenen Patienten würden in insgesamt neun Regionalbereichen des NHS vermisst, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Mitte Dezember hatte die Regierung eingestanden, dass Datenträger mit Namen, Adressen und Telefonnummern von mehr als drei Millionen Fahrschülern bei einem für die britischen Behörden arbeitenden Privatunternehmen in den USA spurlos verschwunden sind. Das in Iowa ansässige Unternehmen Pearson, dem auch die "Financial Times" und der Penguin-Buchverlag gehören, hatte 2003 den Zuschlag für den Vertrag zur Auswertung von Fahrschulprüfungen in Großbritannien erhalten.

Erst vier Wochen zuvor war bekanntgeworden, dass seit Oktober zwei CDs der britischen Steuerbehörde mit Daten von 25 Millionen Kindergeldempfängern - darunter auch Bankdetails - vermisst werden. Durch die Daten-Panne geriet die Regierung von Premierminister Gordon Brown unter Druck, deren Umfragewerte auch dadurch in letzter Zeit weiter gesunken sind.

DPA

"Datenleck des Jahrzehnts"

Oktober 2007: Durch eine Sicherheitspanne im tschechischen Geheimdienst sind viele vertrauliche Daten über Wirtschaftsspionage an die Öffentlichkeit gelangt, darunter die Klarnamen von Agenten. Der Verlust sei aufgefallen, da Teile der sensiblen Daten in Unternehmerkreisen aufgetaucht seien, berichtete am Montag der Nachrichtenserver Aktualne.cz. Das "Daten-Leck des Jahrzehnts" betreffe die Wirtschaftsabteilung des zivilen Abwehrdienstes, hieß es. Neben einer Internetpanne komme ein Diebstahl durch einen Mitarbeiter in Frage. "Die Situation sieht ernst aus", sagte der Leiter des Kontrollausschusses im Prager Parlament, Jeronym Tejc.

DPA

Unverhoffte Beute bei den Veteranen

Die Diebe, die am 3. Mai 2006 in ein Appartment im US-Staat Maryland einbrachen, wussten offenbar nicht, welchen Schatz sie da erbeuteten: Auf dem Laptop und der externen Festplatte eines Mitarbeiters der Behörde für Veteranen lagerten die Daten von mehr als 26 Millionen Soldaten im Ruhestand, hinzu kamen Informationen von rund 2,2 aktiven Soldaten.

Die Behörden hatten den Diebstahl erst nach 19 Tagen öffentlich gemacht, inzwischen sehen ein US-Gesetze in vielen Bundesstaaten die sofortige Benachrichtigung der Betroffenen vor. Die Veteranen-Behörde verlor inzwischen bei mehreren Einbrüchen weitere Daten, der gestohlene Laptop tauchte jedoch wieder auf. Forensische Tests sollen gezeigt haben, dass die darauf gespeicherten Dateien nicht kopiert wurden.

David Böcking/FTD

"Jasmin" wütet bei der Bundeswehr

Das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ZNBw) stand bislang selten im Licht der Öffentlichkeit. Im Juni 2007 aber berichtete die ARD, wegen technischer Probleme seien in der Behörde Geheimberichte aus den Jahren 1999 bis 2003 vernichtet worden. Unter den gelöschten Dokumenten sollen unter anderem sämtliche Berichte sein, die Bundesnachrichtendienst und Militärattachés von den Auslandseinsätzen der Bundeswehr angefertigt hätten.

Der Datenverlust wurde nach Angaben eines Staatssekretär im Verteidigungsministerium durch einen Defekt des Computerprogramms "Jasmin" verursacht. Nicht mehr lesbare Kassetten seien daraufhin am 4. Juli 2005 vernichtet worden. Dabei wurden offenbar auch Daten des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz vernichtet, der zwei Bundeswehrsoldaten beschuldigt, ihn in einem afghanischen Gefangenenlager misshandelt zu haben.

David Böcking/FTD

Behörden verlieren Belege, Japaner die Geduld

Als sich Japans Premier Shinz Abe im Juli 2007 zur Wiederwahl stellte, war er politisch bereits angeschlagen. Wenig förderlich war da die Nachricht, dass japanische Behörden 50 Millionen Belege für Renten-Einzahlungen verloren hatten. Abe war nicht für den Verlust verantwortlich, verhielt sich jedoch nach Ansicht von Beobachtern wenig souverän. Unter dem Eindruck dieser und anderer Skandale trat der Regierungschef zwei Monate später zurück.

David Böcking/FTD

Brisante Mails von der Polizei

So einfach kommen Journalisten selten an sensible Informationen: Im September 2007 schickte die Polizeidirektion Friedrichshafen versehentlich vertrauliche Informationen zur Terrorbekämpfung an einen Presseverteiler. Rund 50 Medienvertreter bekamen Einblick in Lagebeurteilungen, Einsatzaufträge und eine Liste gefährdeter Einrichtungen. Der Leiter der Polizeidirektion entschuldigte sich für die Panne. Auch bei der Polizei sei menschliches Versagen nicht ausgeschlossen.

Eine ähnliche Panne ereignete sich im November 2007 bei der Polizei Darmstadt, als diese eine Fax an Pressevertreter schickte, in dem unter anderem Details zum Schutz von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) standen. In Darmstadt war es bereits die zweite Panne dieser Art innerhalb eines Jahres: Im Januar waren versehentlich Einsatzprotokolle mit persönlichen Daten von 46 Bürgern im Internet veröffentlicht worden.

David Böcking/FTD

Bundeslöschtage in Bonn?

Kurz nach Ende der Regierungszeit von Helmut Kohl wurde der Vorwurf erhoben, im Bundeskanzleramt seien vor der Regierungsübergabe an Rot-Grün in großem Umfang Akten und Daten vernichtet worden. Den Vorwurf systematischer "Bundeslöschtage" wies die Justiz jedoch in einem Ermittlungsverfahren als unbegründet zurück. Ungeklärt bleibt, wohin zahlreiche Akten verschwanden. Unter den vermissten Unterlagen sind auch Akten zur Ölraffinerie Leuna, deren Privatisierung wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen zum Skandal wurde.

David Böcking/FTD

Friedman landet in der Pizzeria

Nicht nur digitale Daten können in falsche Hände geraten: Offenbar wegen eines Zahlendrehers gelangten Ermittlungsakten zum Kokainkonsum des Fernsehmoderators und CDU-Politikers Michel Friedman bei einem Pizza-Bäcker. Dieser fackelte nicht lange und leitete das vertrauliche Papier, das auch Zeugenaussagen von Prostituierten enthielt, an die "Bild"-Zeitung weiter. Ergebnis: Eine Titelstory zur "Pizza-Connection".

David Böcking/FTD

Wer hat unsere 1137 Notebooks gesehen?

Besonders häufig scheinen vertrauliche Daten auf Laptops verloren zu gehen. So räumte das US-Handelsministerium im September 2006 auf Anfrage des Kongresses ein, seit 2001 seien ihm 1137 Notebooks abhanden gekommen. Die Geräte, die zum Teil vertrauliche Daten enthielten, seien verloren gegangen oder schlicht gestohlen worden.

Auf 249 Geräten befanden sich nach Angaben des Ministeriums persönliche Daten von Bürgern, die jedoch durch verschiedene Verschlüsselungsmaßnahmen geschützt seien. Ein Ministeriumssprecher sagte, der Verlust sei groß, ein Missbrauch der Daten aber unwahrscheinlich. "Uns ist kein Fall bekannt, in dem persönliche Informationen unrechtmäßig genutzt wurden."

David Böcking/FTD

DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.