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Gefälschte USB-Sticks: Vorsicht, Datenverlust!

In Deutschland werden seit Wochen gefälschte USB-Sticks verkauft. Sie können wesentlich weniger speichern, als die angegebene Kapazität vermuten lässt. Der Verlust von wichtigen Daten ist damit vorprogrammiert.

Von Matthias Lauerer

Jeder, der wichtige Daten schnell mitnehmen will, ist auf kleine USB-Sticks angewiesen. Bis zu 16-Gigabyte Daten lassen sich dort schnell und problemlos speichern. Doch nun tauchen immer mehr Plagiate im Handel auf. Bislang sind nur die beiden Hersteller Hama und Emtec von dem Problem betroffen. Doch es könnten noch mehr werden. Denn die Herstellung der Plagiate lohnt sich für Fälscher. Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), wurden 2006 in Deutschland fünf Millionen USB-Sticks verkauft.

30.000 gefälschte USB-Sticks

Schon für weniger als zehn Euro ist ein 1-GB-USB-Speicher im Handel zu haben, der sich mühelos an jedem Universal Serial Bus (USB) anstecken lässt. Den 2-GB-Speicher gibt es für unter 20 Euro. Nun tauchen die ersten gefälschten USB-Sticks im deutschen Handel auf. Immerhin 30.000 gefälschte USB-Sticks vermeldet das Unternehmen Hama. "Nicht alle Hama USB-Sticks sind fehlerhaft, sondern nur einzelne Chargen", so Presse-Sprecherin Yasmine Thurner. Darunter befinden sich die Sticks mit dem Namen Hama FlashPen Fancy mit der Speicherkapazität von zwei bis acht GB.

Von einem Hersteller sei man mit fehlerhaften Sticks beliefert worden, so das Unternehmen. "15.000 gefälschte USB-Sticks waren schon beim Endverbraucher gelandet. Alle Lieferungen an den Handel haben wir bereits gestoppt", sagt Yasmine Thurner. In ihrem Hause sei so etwas noch nie vorgekommen. Der Leiter des Produktmanagements, Paul Essmann, ergänzt: "Wir bekommen zu den schon beim Endverbraucher befindlichen 15.000 Sticks noch weitere 15.000 ausgelieferte USB-Sticks vom Handel zurück. Bereits am vergangenen Donnerstag haben wir den Handel informiert."

Testprogramm gegen Fälschungen

Um Fälschungen aufzuspüren, verwendet Hama ein Testprogramm, welches am Wareneingang Stichproben prüft. Essmann spricht weiter von "kriminellen Machenschaften." So haben die Fälscher seiner Aussage nach die USB-Controller getürkt und selbst vor dem Logo des koreanischen Herstellers Hynix sei man nicht zurückgeschreckt und habe dieses per Lasergravur gefälscht.

Erste negative Kunden-Rückmeldungen auf fehlerhafte USB-Sticks eines anderen Herstellers waren schon im vergangenen Sommer zu vernehmen. In der Ausgabe 24 des Computer-Magazins "c´t" wurde das erste Mal vom Daten-Verlust bei USB-Sticks berichtet. Doch monatelang geschah nichts. Nun tauchen massenweise Plagiate auf.

Starker Preisverfall, viele Fälschungen

Doch warum werden USB-Sticks überhaupt gefälscht? Ein Grund: Der starke Kostendruck, der die gesamte Computer-Branche unter Druck setzt. Der Preisverfall setzt in kaum einen Produkt-Bereich so schnell ein. Noch im Sommer 2007 mussten Kunden 28 Euro für den 2-GB-TrekStor-USB-Stick SE im Handel bezahlen. Heute war der Preis für den identischen Stick auf nur noch 15,95 Euro gesunken.

Spannend auch die Frage, wie es die Fälscher eigentlich anstellen, dass das Plagiat zunächst vom heimischen Rechner nicht erkannt wird. Dazu wird die Software auf den USB-Sticks so manipuliert, dass sie eine Speichergröße anzeigt, die so nicht existiert. Denn der Stick meldet sich mit der regulären Speicherkapazität von zwei oder vier Gigabyte am Arbeitsplatz an. Der Nutzer verlässt sich dann auf diese Information und überspielt seine Daten auf den Stick. Will der User nun seine Fotos oder Filme auf einen PC überspielen, so erhält er völlig unbrauchbare Daten. Die dreisten Fälscher verwenden einen deutlich kleineren und somit billigeren Speicher-Chip. Dieser läuft dann über.

Die Verwendung des nicht so großen, speicherstarken Chips lohnt sich für die Fälscher, denn der Kostenunterschied liegt zwar nur bei ein paar Cent pro Chip. Doch die Masse der Millionen verkauften Sticks, die in den Handel gelangen, lohnen den Betrug.

Handel zieht Notbremse

Kurios: Auf der Website von Mediamarkt belegt einer der beanstandeten Emtec-Speicher mit dem Namen C 150b immer noch den dritten Rang der bestverkauften USB-Sticks des Händlers. Auf Nachfrage von stern.de ist man davon überrascht. "Eigentlich sind alle betroffenen USB-Sticks aus dem Handel zurückgezogen worden." sagt eine Unternehmens-Sprecherin. Und ergänzt: "Unsere Netzseite wird nicht minütlich aktualisiert. Betrachten sie das Ranking als Historie."

Bei Emtec zeigt sich die Pressesprecherin Miriam Franke kooperativ: "Wir haben die betroffene 150er-Serie zurückgerufen und werden unsere Kunden bald auch auf der Webseite daraufhin weisen." Verkauft wurden die Sticks von November 2007 bis Anfang Januar 2008. Zwischen 10.000 und 15.000 Stück sollen es bei Emtec gewesen sein, wie Franke anführt.

Immerhin lassen sich die Fälschungen mit einem kleinen und effektiven Test-Programm schnell aufspüren. Herunterladen lässt sich der kostenlose Test auf der Netz-Seite www.heise.de. Dort nennt sich das Programm "H2testw 1.2". Nach Aussagen der betroffenen Herstellers und des Handels werden die gefälschten USB-Sticks kostenlos umgetauscht.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.