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Scheibes Kolumne: Blog dir einen!

stern.de-Kolumnist Scheibe weiß über seine Freunde ganz genau Bescheid. Das ist kein Wunder, denn sie bloggen ja alle. Auf diese Weise ist es kein Problem, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben - auch wenn man sich seit Wochen nicht mehr getroffen hat.

Vor gut 20 Jahren habe ich in einer Altbauwohnung in Berlin-Schöneberg gewohnt. In der Kreuzbergstraße am Kreuzbergpark. Zusammen mit meinem Kumpel Frank Böhmert. Schriftsteller wollten wir werden, alle beide. Und so begannen wir jeden Tag in unseren Zimmern - bei guter Musik und einem Tee - damit, auf mechanischen Schreibmaschinen Geschichten zu schreiben, die dann sofort an verschiedene Verlage und an Magazine wie etwa den Playboy geschickt wurden. Aus dieser Zeit habe ich bestimmt noch einen ganzen Ordner voll mit Ablehnungen. Das Tal der Tränen - da muss ein Schreiberling einfach durch. Trotzdem sind wir hart geblieben. Bömmel arbeitet inzwischen als Übersetzer und verkauft nebenbei Kurzgeschichten an bekannte Verlage wie DTV oder Fischer. Ich sehe ihn leider nicht mehr so oft. Aber zum Glück bloggt er ja. Unter "Böhmerts Hasenbrot" kann ich alle paar Tage nachlesen, an welchen Projekten er gerade arbeitet, was seine Kinder machen und welche Wehwehchen ihn plagen.

Noch deutlich mitteilsamer ist Klaus N. Frick, den ich aus Teenager-Tagen kenne. Damals hat er das Science-Fiction-Heft "Sagittarius" gemacht und ich mein Horror-Fanzine "Nachtschatten". Heute ist er Chefredakteur von "Perry Rhodan" - der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Dass der Herr über kosmische Universen und Raumschiffe nebenbei Punkrock hört und leidenschaftlich gerne auf Reisen geht, erfahren nur die Fans, die sich auf seinen Blog "Enpunkt" einlassen, der manchmal mehrmals täglich aktualisiert wird. Zurzeit macht Klaus Urlaub und ist alleine in Singapur unterwegs, um lokalen Punkbands, billigen Hotels und nervtötenden Fernsehübertragungen in öffentlichen Bussen nachzuspüren. Klaus' Urlaubs-Tagebücher lesen sich immer wieder spannend wie nix anderes auf der Welt, da er stets abseits des Pauschaltourismus wandelt und eine ganz eigene Sicht der Dinge hat.

"Auf der Arbeit" habe ich Jörg Langer kennen gelernt. Der Mann hat die Spielegazette "Gamestar" erfunden und zeigt auch nach seinem Sprung in die Selbstständigkeit einen kreativen Elan, den ich bei mir zunehmend vermisse - ich werde eben alt. In seinem Blog "Jörg spielt" kommentiert der ausgewiesene Spieleprofi aktuelle Trends und Ereignisse aus seinem natürlichen Habitat. Das ist immer wieder spannend und unterhaltsam zu lesen. Meine Begeisterung für die Nintendo Wii habe ich mir an dieser Stelle angelesen. Ich bin aber ein alter Freund der Klatschpresse. Aus diesem Grund möchte ich bei "Jörg spielt" eigentlich viel mehr Privates lesen. Etwa, ob sich seine Frau nicht ab und zu tierisch darüber aufregt, dass ihr Macker den ganzen Tag immer nur am Rechner spielt... Vielleicht sollte man sie auch einmal zu Wort kommen lassen.

Manche haben auch ein Leben neben dem PC

Dass sich die ganzen PC-Kreativen sich nicht rund um die Uhr nur mit der Arbeit beschäftigen, beweist Markus Seim, seines Zeichens Chef von Bildschirmschoner.de. Er stellt den Blog "Meine Frau will ein Haustier" ins Netz und berichtet hier ebenso ausführlich wie spannend über seine Erlebnisse mit dem frisch angeschafften Familienhund Henry. Wer sich erst einmal festgelesen hat, kommt nicht mehr von dem Blog los. Schließlich frisst Henry Zigaretten, bellt nur bei besonderen Anlässen, zerbeißt Stofftiere, schläft heimlich auf dem Bett und lässt sich auch sonst so einiges einfallen, um für Stimmung zu sorgen. Vor allem der Tierarzt dürfte Henrys bester Freund sein, verdient er sich an den Eskapaden des Junghundes doch eine goldene Nase.

Ich bin sicher, dass in den kommenden Wochen noch viele weitere Blogs hinzukommen, die ich in meine Favoriten aufnehme. Denn das Leben der Freunde so aus der Ferne zu beobachten, das kann süchtig machen.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(