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News von heute Rekordzahl: Mehr als 2200 Migranten erreichen die Kanaren

Gran Canaria Ende Oktober: Seit Jahresbeginn steigt die Anzahl der Migranten, die die Kanaren erreichen.
Gran Canaria Ende Oktober: Seit Jahresbeginn steigt die Anzahl der Migranten, die die Kanaren erreichen.
© Javier Bauluz / DPA
"Querdenken"-Demo – Sachsens Linke fordern Entlassung von Wöller +++ "Wir gedenken der Opfer der Shoah in Scham" – Merkel erinnert an 9. November 1938 +++ Deutsche Rüstungsexporte für türkische Marine in Milliardenhöhe +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Aktuelle Top-Meldung:

Rekordzahl von mehr als 2200 Migranten erreichen die Kanaren

Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln im Atlantik vor Westafrika sind von Samstag bis Montagmorgen 2206 Migranten in insgesamt 58 offenen Holzbooten angekommen. So viele Menschen aus afrikanischen Ländern wurden zuletzt während der Flüchtlingskrise 2006 registriert, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Zu den Kanaren gehören die auch bei Touristen beliebten Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro sowie sechs weitere Eilande.

Die meisten der Menschen, die ihre afrikanische Heimat wegen Armut, Gewalt und den Folgen der Corona-Pandemie verlassen, kamen zur Registrierung auf die Mole der Hafenstadt Areguineguín im Südwesten von Gran Canaria. Dort würden sich etwa 1800 Menschen unter offenem Himmel auf engstem Raum drängen, schrieb die Nachrichtenagentur Europa Press.

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Die Nachrichten von heute im stern-Ticker:

+++ 23.58 Uhr: Konflikt um Berg-Karabach: Staatschefs einigen sich auf Waffenruhe +++

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben sich die Staatschefs von Armenien und Aserbaidschan auf eine Waffenruhe unter Vermittlung des russischen Präsidenten Wladimir Putin verständigt. Alle Kampfhandlungen sollten demnach um 1.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MEZ) eingestellt werden. Das teilte der Kreml in der russischen Hauptstadt Moskau in der Nacht zum Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit.

+++ 23.28 Uhr: Erdogan ernennt Lutfi Elvan zum neuen Finanzminister +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach dem Rücktritt seines Schwiegersohns als Finanzminister Lutfi Elvan zu dessen Nachfolger ernannt. Der 58-jährige Elvan war bislang Vorsitzender des Planungs- und Haushaltsausschusses des Parlaments, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Der AKP-Politiker hat in der Vergangenheit bereits mehrere Regierungsämter bekleidet: unter anderem als stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Entwicklung. Der bisherige Finanzminister Berat Albayrak hatte am Sonntag überraschend seinen Rücktritt erklärt. Als Begründung nannte er gesundheitliche Probleme. Die Türkei befindet sich inmitten einer schweren Währungskrise, die türkische Lira befindet sich auf einer Talfahrt. 

+++ 21.08 Uhr: Erdogan nimmt Rücktritt seines Schwiegersohns als Finanzminister an +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Rücktritt seines Schwiegersohns Berat Albayrak als Finanzminister angenommen. Der Antrag "auf Freistellung von seinen Pflichten" sei vom Staatschef angenommen worden, hieß es in einer Erklärung der Präsidentschaft. Albayrak hatte am Sonntag wegen gesundheitlicher Probleme seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Bis Montag war unklar gewesen, ob Erdogan den Rücktritt seines Schwiegersohns annehmen würde. Als Anfang des Jahres Innenminister Süleyman Soylu seinen Rücktritt angekündigt hatte, nahm Erdogan diesen nicht an. Daraufhin zog Soylu seinen Rücktritt zurück - er ist bis heute Innenminister der Türkei. Albayraks Rückzug folgte nur einen Tag nach der Entlassung des Chefs der türkischen Zentralbank, Murat Uysal. Uysals Entlassung und Albayraks Rücktritt fallen in eine Zeit, in der sich die türkische Lira auf einer Talfahrt befindet.     

+++ 20.51 Uhr: Mehr als 50 Menschen in Mosambik mutmaßlich von Rebellen enthauptet +++

In der Unruheprovinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks haben mutmaßlich militante Islamisten mehr als 50 Menschen enthauptet. Wie die Polizei mitteilte, sollen sich die Taten in den vergangenen drei Tagen ereignet haben. Die Aufständischen hätten mehrere Dörfer angegriffen, Zivilisten getötet, Frauen und Kinder entführt und Häuser niedergebrannt. Zeugen berichteten den lokalen Medien, dass Militante in einem Dorf Bewohner auf einen Fußballplatz getrieben und dort hingerichtet hätten.

Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der armen Region, sie wird aber zunehmend zu einer islamistischen Gruppierung mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Im Kampf gegen die Rebellion kommt es Menschenrechtlern zufolge auch immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte. Dies und die Vernachlässigung der Provinz durch die nationale Regierung befeuern Experten zufolge die Rebellion.

+++ 18.30 Uhr: Juden in Bahrain gedenken erstmals Opfern der Pogromnacht +++

Die kleine jüdische Gemeinde des Golfstaats Bahrain hat den Opfern der Pogromnacht von 1938 in Deutschland gedacht. "Dies ist das erste Mal, dass wir diese Veranstaltung haben, um uns an die Opfer zu erinnern", sagte das Oberhaupt der 35-köpfigen Gemeinde in der Hauptstadt Manama, Ebrahim Nonoo, der Deutschen Presse-Agentur. Die einzige Synagoge in dem mehrheitlich muslimischen Land wurde mit Kerzen beleuchtet, um am 82. Jahrestag der Pogromnacht ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Intoleranz zu setzen.

Das Gedenken war Teil der Kampagne #LetThereBeLight, die die Organisation "Marsch der Lebenden" ins Leben gerufen hatte. Weltweit waren Gotteshäuser und Privatpersonen aufgerufen, über Nacht ihre Lichter nicht zu löschen. Bei den Novemberpogromen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen in Brand und misshandelten, verschleppten und ermordeten jüdische Bürger.

Bahrain hat erst vor Kurzem ein historisches Annäherungsabkommen mit Israel geschlossen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und der Sudan verständigen sich jüngst mit Israel auf eine Annäherung. 

+++ 17.11 Uhr: Ex-Präsident Morales kehrt nach Bolivien zurück +++

Kurz nach der Amtseinführung seines engen Vertrauten Luis Arce ist der ehemalige bolivianische Staatschef Evo Morales aus dem Exil in Argentinien nach Bolivien zurückgekehrt. "Ich war sicher, dass ich zurückkehren würde, aber nicht so bald", sagte Morales nach bolivianischen Medienberichten bei der Abschiedszeremonie an der internationalen Brücke La Quiaca-Villazón. Laut der Zeitung "El Deber" waren Tausende Menschen nach Villazón gekommen, um Morales' Rückkehr zu begleiten. Nach der Präsidentenwahl im Oktober 2019 hatte der damalige Staatschef auf Druck des Militärs zurücktreten müssen. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen, auch wenn manche Studien inzwischen zu anderen Ergebnissen kommen. Morales setzte sich ins Ausland ab, eine Interimsregierung übernahm. Morales' Anhänger und Verbündete in der Region sprechen von einem Putsch. Die neu angesetzten und mehrmals verschobenen Wahlen im Oktober 2020 gewann der frühere Wirtschaftsminister Arce von Morales' linker MAS-Partei mit 55,1 Prozent der Stimmen, was den Weg für Morales' Rückkehr freimachte. 

+++ 16.40Uhr: Gedenken in Jerusalem an Opfer der Pogromnacht +++

Mit auf die Altstadtmauern projizierten Botschaften ist in Jerusalem der Opfer der Pogromnacht von 1938 in Deutschland gedacht worden. Zu sehen waren dort am Montagabend Texte wie Synagogen und Gebetshäuser in der ganzen Welt werden heute noch immer angegriffen. Gemeinsam werden wir die Welt vereinigen gegen Antisemitismus, Rassismus, Intoleranz und Hass, indem wir Licht über die Dunkelheit des Hasses strahlen". Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte nach Angaben der Organisatoren: "Am 82. Jahrestag der Pogromnacht erinnern wir uns an die Nacht, die den Beginn des Holocausts darstellte."

+++ 16.05 Uhr: Kosovos Ex-Präsident Thaci erklärt sich für "nicht schuldig" +++

Mehr als 20 Jahre nach dem Kosovo-Krieg hat sich der kosovarische Ex-Präsident Hashim Thaci in seinem Kriegsverbrecher-Verfahren für unschuldig erklärt. Die Anklage entbehre jeder Grundlage, sagte der ehemalige Kommandeur der Untergrundarmee UCK bei der ersten Anhörung zu dem Verfahren vor dem Kosovo-Sondertribunal in Den Haag. "Ich plädiere auf nicht schuldig in allen Punkten."    Die Staatsanwaltschaft wirft Thaci Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Dem Politiker wird in mehreren konkreten Fällen die strafrechtliche Verantwortung für Mord, Verfolgung und Folter angelastet.

+++ 15.43 Uhr: Putin verstärkt in Wirtschaftskrise russische Regierung +++

Inmitten einer schweren Wirtschaftskrise bildet Russland seine Regierung um. Die Zahl der Vize-Regierungschefs wird dabei von neun auf zehn erhöht. Das sieht ein Dekret von Präsident Wladimir Putin vor, das in Moskau veröffentlicht wurde. Den zusätzlichen Posten des Stellvertreters soll der bisherige Energieminister Alexander Nowak bekommen. Er räumte am Montag ebenso seinen Ministerstuhl wie vier seiner Kollegen.

+++ 15.22 Uhr: Thomas Cook: Zehntausende Kunden drohen, Geld zu verschenken +++

Zehntausende Kunden des Pleitekonzerns Thomas Cook laufen Gefahr, Geld zu verschenken. Beim Bundesjustizministerium sind bislang erst 95.600 Anträge eingegangen, mit denen Verbraucher finanzielle Hilfe vom Bund beantragen, teilte eine Sprecherin des Ministeriums dem Tagesspiegel mit. Das ist gerade einmal die Hälfte der Berechtigten. Viel Zeit bleibt nicht mehr: Bis zum 15. November müssen Thomas-Cook-Geschädigte ihre Ansprüche auf dem Internetportal des Bundesjustizministeriums angemeldet haben, um in den Genuss der staatlichen Ausgleichszahlung zu kommen.

+++ 15.09 Uhr: Rekordzahl von mehr als 2200 Migranten erreicht die Kanaren +++

Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln im Atlantik vor Westafrika sind von Samstag bis Montagmorgen 2206 Migranten in insgesamt 58 offenen Holzbooten angekommen. So viele Menschen aus afrikanischen Ländern wurden zuletzt während der Flüchtlingskrise 2006 registriert, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Zu den Kanaren gehören die auch bei Touristen beliebten Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro sowie sechs weitere Eilande.

Die meisten der Menschen, die ihre afrikanische Heimat wegen Armut, Gewalt und den Folgen der Corona-Pandemie verlassen, kamen zur Registrierung auf die Mole der Hafenstadt Areguineguín im Südwesten von Gran Canaria. Dort würden sich etwa 1800 Menschen unter offenem Himmel auf engstem Raum drängen, schrieb die Nachrichtenagentur Europa Press.

+++ 15.06 Uhr: Bundesregierung: Eskalation in Leipzig ist "fatales Signal" +++

Die Bundesregierung hat die Missachtung von Auflagen und die Gewalt bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln in Leipzig scharf verurteilt. Nach der Auflösung der Versammlung hätten Extremisten, Chaoten, gewaltbereite Menschen" sich ihren Weg durch Leipzig bereitet, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Das ist in dieser äußerst kritischen Phase der Pandemie, in der wir als Land alle zusammenstecken, ein fatales Signal."

+++ 13.02 Uhr: Interpol: 700 Festnahmen wegen Artenschutz-Verstößen +++

Die internationalen Polizeibehörden haben bei Razzien fast 700 Verdächtige wegen Verstößen gegen den Artenschutz festgenommen. Wie die Polizeiorganisation Interpol an ihrem Sitz im französischen Lyon mitteilte, stellte der Zoll bei der rund einmonatigen "Operation Donnerschlag" unter anderem 1,3 Tonnen geraubtes Elfenbein von Elefanten und eine Tonne Schuppen von getöteten Schuppentieren sicher. 

+++ 12.59 Uhr: Aserbaidschan: Weitere 23 Orte in Berg-Karabach erobert +++

Das aserbaidschanische Militär hat im Kampf um die Südkaukasusregion Berg-Karabach nach Angaben von Präsident Ilham Aliyev weitere 23 Ortschaften unter seine Kontrolle gebracht. "Es lebe die aserbaidschanische Armee!", "Karabach ist Aserbaidschan!", schrieb Aliyev bei Twitter. Seit Beginn der Offensive am 27. September wurden nach aserbaidschanischen Angaben mehr als 200 Ortschaften erobert. Die Behörden in Berg-Karabach und Armenien bestätigten das nicht.

Die armenischen Streitkräfte hätten in verschiedenen Richtungen feindliche Angriffe abgewehrt, teilte das Verteidigungsministerium in Eriwan am Montag mit. Demnach gab es besonders schwere Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Schuscha sowie um Martuni, Martakert, Tagaward und andere Ortschaften. Überall seien die Attacken zurückgeschlagen worden. In Karin in der Nähe von Schuscha sei eine ganze Gruppierung mit Artilleriefeuer "vernichtet" worden.

+++ 12.15 Uhr: Polizei in Hessen bereitet sich auf Räumung von Dannenröder Forst vor +++

Die Polizei in Hessen bereitet sich auf die Räumung des Dannenröder Forsts vor. In den kommenden Tagen werde die Polizei gemeinsam mit der für den Ausbau der Autobahn 49 zuständigen Baufirma "logistische Arbeiten" vornehmen, in deren Folge der Trassenbereich gerodet werde, teilte die Polizei Mittelhessen mit. Ziel sei es, sowohl Protest als auch die Baumfällarbeiten zu ermöglichen, sagte eine Polizeisprecherin.

Derzeit hätten die Gegner des Autobahnausbaus rund 400 Barrikaden auf Zufahrts- und Rettungswegen errichtet, um die Rodungsarbeiten zu verhindern. Die Barrikaden seien teils "massiv ausgestaltet", mehrere Meter hoch und mit Beton im Boden verankert. Zusätzlich befänden sich im geplanten Trassenbereich etwa hundert Behausungen, bei denen es sich sowohl um Zelte als auch um komplex ausgebaute Baumhäuser mit festen Dächern handle. Die Räumung des Forsts solle der Devise "Protest ja, Gewalt nein" folgen, sagte die Polizeisprecherin. Die Polizei rechne damit, dass sich gewaltbereite Aktivisten unter den Demonstranten befänden und Beamte aktiv angegriffen würden. 

+++ 11.43 Uhr: Zahl der Seehunde im Wattenmeer wieder leicht gestiegen – auch mehr Jungtiere +++

Die Seehunde fühlen sich im dänisch-niederländisch-deutschen Wattenmeer offenbar weiter wohl: Im August wurden bei Beobachtungsflügen im Watt und auf Helgoland 28.352 Seehunde gezählt – das ist die höchste Zahl seit 1975 und entspricht einer leichten Zunahme um zwei Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Gemeinsame Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven mitteilte. Auch die Zahl der Jungtiere erreichte mit 9954 ein neues Rekordhoch. Den Gesamtbestand der Seehunde im Wattenmeer schätzen die Experten nun auf 41.700.

+++ 11.38 Uhr: "Querdenken"-Demo – Sachsens Linke fordern Entlassung von Wöller +++

Nach der chaotischen "Querdenken"-Demonstration in Leipzig fordert die Linksfraktion im sächsischen Landtag die Entlassung von Landesinnenminister Roland Wöller (CDU). Das "andauernde Führungsversagen" des Ministers habe eine massenhafte Gesundheitsgefährdung ermöglicht, erklärte Fraktionschef Rico Gebhardt. Wöller sei vor allem damit beschäftigt, die Schuld auf andere zu schieben. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) müsse den Innenminister unverzüglich entlassen.

Zugleich beantragte die Oppositionsfraktion eine Sondersitzung des Innenausschusses für diesen Donnerstag. Dort sollten auch der Innenminister sowie die Polizeipräsidenten von Leipzig und Dresden Rede und Antwort stehen zu den Einsatzkonzepten. 

+++ 11.36 Uhr: Merkel erinnert an Pogromnacht und Mauerfall am 9. November +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an die Bedeutung der Pogromnacht 1938 und den Mauerfall 1989 für die deutsche Geschichte erinnert. "Am 9. November denken wir Deutschen an das Schlimmste und das Beste in unserer Geschichte", sagte Merkel in Berlin. Sie denke an die Schande der Pogrome gegen jüdische Mitbürger 1938, an die Menschen, die in den Tod getrieben worden seien. "Wir gedenken der Opfer des von Deutschland begangenen Menschheitsverbrechens der Shoah in Scham."

Merkel erinnerte zugleich an "den Jubel und die überschäumende Freude" der Menschen beim Mauerfall am 9. November 1989. Damals sei dieses "entsetzliche Bauwerk" erst geöffnet worden und dann gefallen.

+++ 11.13 Uhr: Erneut Polizeiwachen in Leipzig angegriffen +++

In Leipzig sind erneut Polizeiwachen angegriffen worden. Unbekannte bewarfen am Sonntagabend eine Dienststelle im Stadtteil Connewitz mit Steinen sowie Flaschen und flüchteten, wie die Polizei in Leipzig mitteilte. Polizeibeamte wurden nicht verletzt, es entstand Sachschaden. Die Connewitzer Polizeiwache war bereits mehrfach Ziel von Angriffen von mutmaßlichen Linksextremen.

In einem weiteren Fall wurde am Sonntagabend eine Wache im Stadtteil Plagwitz beschädigt. Unbekannte sprühten auf die Fassade mit Farbe den Schriftzug "ACAB" (All Cops are Bastards, alle Polizisten sind Mistkerle) auf die Fassade. Auch angrenzende Gebäude und ein Auto wurde beschädigt. In beiden Fällen ermittelt die Sonderkommission LinX des Landeskriminalamts Sachsen wegen Sachbeschädigung.

+++ 10.48 Uhr: Deutsche Rüstungsexporte für türkische Marine in Milliardenhöhe +++

Die deutsche Rüstungsindustrie hat seit 2004 Kriegsschiffe oder Teile dafür im Wert von 9,8 Milliarden Euro an die Türkei geliefert. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Außenpolitikerin Sevim Dagdelen hervor, die der Nachrichtenagentur DPA vorliegt. Die neu erteilten Genehmigungen der Bundesregierung für die Produktion von Kriegsschiffen lag in diesem Zeitraum deutlich niedriger: Seit 2002 wurden Exporte im Wert von 522 Millionen Euro für den Bau, die Bewaffnung oder die technische Ausrüstung von Kriegsschiffen erlaubt. 

Der Großteil der Genehmigungen wurde also schon vor 2002 erteilt. Die Lieferung kann sich bei Großprojekten aber Jahre oder Jahrzehnte hinziehen. Inzwischen sind die deutschen Rüstungsexporte an die türkische Marine wegen des Konflikts der Nato-Partner Griechenland und Türkei um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer höchst umstritten.

+++ 9.57 Uhr: Kriegsgebiet Berg-Karabach meldet Dutzende tote Soldaten +++

Die Südkaukasusregion Berg-Karabach hat bei den anhaltenden Kämpfen mit Aserbaidschan nach eigener Darstellung erneut Dutzende Soldaten verloren. Die Zahl der Getöteten stieg um 44 auf 1221, wie die Behörden der umkämpften Region am Montag mitteilten. Die Führung in Berg-Karabach warf Aserbaidschan vor, weiter die Hauptstadt Stepanakert massiv unter Beschuss zu nehmen – auch mit verbotener Streumunition. 

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium in Baku wies die Vorwürfe zurück. Baku macht wegen der Zensurbestimmungen während des Kriegszustands keine Angaben zu Verlusten bei den Streitkräften. Weiter unklar war die Lage um die strategische wichtige Stadt Schuscha. Aserbaidschan hatte am Sonntag erklärt, die Stadt zurückerobert zu haben. Armenien wies dies als Falschmeldung zurück. Schuscha gilt als Schlüsselstadt, die Behörden in Berg-Karabach hatten selbst mitgeteilt, dass ihr Verlust am Ende auch eine Niederlage im Kampf um die ganze Region bedeuten würde. 

+++ 9.34 Uhr: Esken kritisiert Polizeikonzept bei "Querdenken"-Demo in Leipzig scharf +++

SPD-Chefin Saskia Esken hat das Polizeikonzept für die "Querdenken"-Demo gegen die staatlichen Corona-Regeln am Samstag in Leipzig scharf kritisiert. Der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hätten die Polizistinnen sehenden Auges und völlig unzureichend ausgestattet in diese Situation laufen lassen, sagte sie im Südwestrundfunk. "Ich finde das unverantwortlich."

 Esken forderte, die Ereignisse von Leipzig auch auf Bundesebene aufzuarbeiten. Wenn etwas daran geändert werden solle, dass Demonstrationen in dieser Größenordnung und unter diesen Umständen möglich seien, müsse dies legislativ angegangen werden.

+++ 9.33 Uhr: EU führt im Subventionsstreit Zölle auf US-Produkte ein +++

ie EU wird wegen der rechtswidrigen Subventionen für den Flugzeugbauer Boeing Strafzölle auf US-Importe erheben. Das kündigte EU-Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis zu einer Videokonferenz der EU-Handelsminister an. Die EU wird demnach nicht abwarten, ob der künftige US-Präsident Joe Biden einen Kurswechsel in der amerikanischen Handelspolitik einleitet.

Man habe nun eine Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO, die der EU Strafzölle erlaube, sagte Dombrovskis. Das sei das, was man jetzt mache. Gleichzeitig betonte Dombrovskis, dass die EU weiter bereit für Verhandlungen sei. Wenn die USA ihre Zölle wegen der Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus zurückzögen oder aussetzten, werde das auch die EU tun.   

+++ 8.25 Uhr: Mindestens drei Tote durch Schüsse auf russischer Militärbasis +++

Auf einer russischen Militärbasis sind drei Soldaten durch einen Armeeangehörigen getötet worden. Der Angriff sei auf einem Stützpunkt nahe der südrussischen Stadt Woronesch verübt worden, teilte die Armee laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit. Militärführung und Sicherheitskräfte suchten demnach nach dem flüchtigen Angreifer.

+++ 8.10 Uhr Boot mit Migranten vor Samos verunglückt: Kind ertrunken+++

Ein sechs Jahre altes Kind ist ertrunken, als vor der griechischen Insel Samos ein Boot mit Migranten verunglückte. Das sagte ein Sprecher der Küstenwache der Nachrichtenagentur DPA. Die Besatzungen zweier Boote der griechischen Küstenwache konnten demnach 17 Menschen aus den Fluten retten. Weitere sieben Menschen hätten aus eigener Kraft zur Küste von Samos schwimmen können. Das Unglück ereignete sich am Sonntag. Auf dem Boot waren Migranten, die von der türkischen Ägäisküste gestartet waren, um nach Samos und damit in die EU zu kommen, so der Sprecher weiter.

+++ 5.39 Uhr: Berühmter US-Quizmoderator Alex Trebek verstorben +++

Der populäre US-Fernsehmoderator Alex Trebek, der dreieinhalb Jahrzehnte lang die Quiz-Sendung "Jeopardy!" geleitet hatte, ist nach einem Krebsleiden im Alter von 80 Jahren verstorben. Trebek sei am Sonntag "friedlich" und umgeben von Familie und Freunden in seinem Haus entschlafen, teilte das "Jeopardy!"-Team im Internetdienst Twitter mit.

Der TV-Star hatte fast zwei Jahre lang unter Anteilnahme der Öffentlichkeit gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs angekämpft. Dennoch zeichnete er seine Quiz-Show noch bis vor Kurzem weiter auf. Trebek hatte "Jeopardy!" seit 1984 moderiert. Durch sein souveränes Auftreten, seine intelligenten Anmerkungen und seinen pfiffigen Humor wurde er zu einer Kultfigur. Er gewann fünf Mal den US-Fernsehpreis Emmy. Auch wurde er mit einem Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame geehrt.

+++ 5.03 Uhr: 11,3 Millionen Euro warten noch auf Lotto-Gewinner +++

Lotto-Millionär händeringend gesucht: Über drei Jahre nach seinem Millionengewinn hat ein Gewinner aus dem Raum Reutlingen seinen Gewinn in Höhe von 11,3 Millionen Euro  immer noch nicht abgeholt. Seit der Ziehung im April 2017 werde nach dem Tipper gesucht, sagte der Geschäftsführer der Staatlichen Toto-Lotto GmbH, Georg Wacker, in Stuttgart. Der Gewinner habe bis zum Silvestertag 2020 Zeit, das Geld abzurufen. Dazu müsse er die gültige Spielquittung vorlegen.

+++ 4.31 Uhr: Wirbelsturm "Eta" rückt weiter in Richtung Florida vor +++

Nach seinem Durchzug durch Kuba ist der Wirbelsturm "Eta" auf den Südosten der USA vorgerückt. Am frühen Sonntagabend (Ortszeit) befand sich der Sturm etwa 145 Kilometer südlich der Metropole Miami im US-Bundesstaat Florida, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA mitteilte. Die Windgeschwindigkeiten von "Eta" lagen zu diesem Zeitpunkt bei 100 Stundenkilometern.

Erste Auswirkungen des Sturms machten sich in Florida bereits bemerkbar. Vorboten von "Eta" waren heftige Winde und Regenfälle. Als Folge fiel nach Angaben des regionalen Versorgers Florida Power & Light in zehntausenden Haushalten der Strom aus. In Miami und Fort Lauderdale kam es auch bereits zu vereinzelten Überschwemmungen, wie Fernsehbilder zeigten.

+++ 1.04 Uhr: Seehofer nimmt Polizei nach Leipziger Corona-Demo in Schutz +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nach der Großdemonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Leipzig die Polizei gegen Kritik in Schutz genommen. "Wir müssen damit aufhören, die Taktik der Polizei im Nachhinein ohne Kenntnis von Details und ohne vollständiges Bild per Ferndiagnose zu hinterfragen", betonte Seehofer in einer am Sonntagabend von seinem Ministerium verbreiteten Erklärung. Die Polizei habe seine "volle Rückendeckung".

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hatte die Demonstration der Initiative Querdenken in der Leipziger Innenstadt kurzfristig erlaubt. Nach der Demo mit rund 20.000 Teilnehmern kam dann Kritik am Gericht und der Polizei auf, weil es zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Auflagen gegeben hatte. Zudem war es nach der vorzeitigen Auflösung der Demo wegen dieser Verstöße zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

DPA AFP

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