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Scheibes Kolumne: Liebe jugendliche Arbeitslose,...

Die hohe Arbeitslosenquote ist beunruhigend. Immer mehr Teens und Twens, die noch nie gearbeitet haben, sind davon betroffen. Deshalb ist Eigeninitiative um so wichtiger.

... es sieht schlimm aus. 4,7 Millionen Arbeitslose sind eine düstere Wolke, die über unseren Köpfen schwebt. Jeder hat Angst davor, seine Arbeit zu verlieren, sein Haus nicht mehr finanzieren zu können, keine Kleidung für die Kinder mehr kaufen zu können. Besonders demotivierend ist der steile Anstieg der Arbeitslosenzahlen für die Teens und Twens, die noch nie eine Arbeit gehabt haben. Niemand möchte sie ausbilden und wenn, dann darf das Geld kein Thema sein.

Damals, in den Achtzigern...

Als mein Jahrgang in den Achtzigern die Schule beendete, war guter Rat auch schon teuer. Niemand wußte, was er werden wollte oder hatte eine wie auch immer geartete Vision von der Zukunft. Die amtliche Berufsberatung, in die uns die Schule regelmäßig scheuchte, brachte auch nur Schwachsinn zutage. Oft wurde uns geraten, nur ja nicht den Beruf anzustreben, der uns Spaß versprach, sondern lieber etwas Grundsolides zu machen. Heute zeigt sich, dass die von uns am weitesten gekommen sind, die den Ratgebern nicht zugehört haben. Sie sind heute Fotografen, Schauspieler, Journalisten oder Sportler. Viele andere haben aber lieber ihre Ambitionen zu Grabe getragen und sind zur Behörde oder zur Bank gegangen. Frei nach dem Motto: Mit Langeweile Geld verdienen und dann den Spaß in der Freizeit nachholen. Wie dem auch sei: Wir alle sind damals mehr oder weniger einfach in einen Beruf hineingeschliddert. Es gibt eigentlich niemanden, der so richtig auf der Strecke geblieben ist. Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich auf meine ersten zaghaften Bewerbungen damals auch immer eine Einladung zum Einstellungstest und dann zum mündlichen Gespräch bekommen habe. Meine Einstellung bei Schering habe ich nur vergeigt, weil ich mich gegen Tierversuche ausgesprochen habe. Und die BfA hat mich sogar genommen, als Inspektorenanwärter und Beamter auf Probe. Nach drei Monaten war ich es, der gekündigt hat, um doch lieber zur Uni zu gehen.

Heute ist Eigeninitiative gefragt

Heute sind die Zeiten nicht mehr so rosig. Ein einziger Fehler bei der Berufswahl – und schon ist alles vorbei. Wer mehrere Ausbildungen abgebrochen hat, muss das im Lebenslauf ausweisen. Die Konsequenz: Die eigene Bewerbung ist plötzlich nur noch halb so viel wert. Wenn sich tausend Menschen auf zehn Stellen bewerben, dann gilt einmal mehr das Recht des Stärkeren, Besseren, Schlaueren. Wer sich richtig präsentiert, kommt am Ende auch weiter. Leider zeigt sich, dass die hohe Arbeitslosigkeit aufs Gemüt unseres Nachwuchses drückt. Anstatt die Ärmel hochzukrempeln und mit Pfiff und Pepp die eigene Vita zu verbessern, lassen sich viele hängen. Sie haben den Mut verloren und wagen nicht mehr zu hoffen, dass die Berufswelt sie mit einer Lohntüte aus der eigenen Wohnung herauslocken wird. Dabei ist es doch umgekehrt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Eigeninitiative ist gefragt. Gerade in schlechten Zeiten sticht doch der heraus, der sich gut zu verkaufen weiß. Kurzum: Wer aktiv an seinen eigenen Chancen arbeitet, der bekommt sie auch.

Bei vielen Preisausschreiben beteiligen sich nur ganz wenige Leute, weil sie von Anfang an glauben, sowieso nicht gewinnen zu können. Dabei sind die Chancen nicht unbedingt so schlecht, wie es immer heißt. Die Mär, dass alle Teenager und Twens ausgewiesene Computerexperten sind, stimmt zum Beispiel überhaupt nicht. Die meisten Menschen sind noch immer blutige Anfänger, was den PC anbelangt. Viele Jugendliche sprechen ein schauderhaftes Englisch und beherrschen diese oder andere Fremdsprachen nur rudimentär. Viele Schulabgänger wissen nicht, wie man sich richtig benimmt, kleidet oder in einem Fachgespräch behauptet. Will sagen: Wer all diese Fähigkeiten besitzt oder sich aktiv aneignet, hat schon einmal den Vorteil auf seiner Seite. Nach dem Schulabschluss ist die Zeit doch da. Die sollte genutzt werden. Wer einen Computerkurs belegt, in einer Firma ein langes Praktikum macht, einen Benimmkurs belegt und lernt, sich in einem Anzug sicher zu bewegen, der sticht fortan aus der breiten Masse hervor. Das sind simple Tipps, na klar. Aber die grobe Masse befolgt sie eben nicht. Überzeugend bei jedem Arbeitgeber ist auch eine dicke Mappe mit Zeugnissen. Eine lange Urlaubsreise wird da schnell zum Auslandsaufenthalt, wenn vor Ort auch noch eine Sprachenschule besucht wird. Wer ein Praktikum in einem Betrieb macht, lässt sich das attestieren. Und wer einen Computerkurs besucht hat, sollte anschließend ein Zeugnis vorweisen können. Gerade in schweren Zeiten schätzen die Unternehmen Mitarbeiter, die an sich selbst arbeiten, selbst auf Ideen kommen und sich angemessen präsentieren können.

Gute Bewerbungen sind extrem selten

Unglaublich, aber wahr: Die meisten Arbeitssuchenden warten auf eine Stellenausschreibung in der Zeitung, anstatt sich bereits im Vorfeld zu bewerben, wenn noch keine Konkurrenten mit auf der Matte stehen. Viele glauben auch, dass ihre Bewerbung einfach in der Masse untergeht. Das stimmt einfach nicht. Eine ordentliche Präsentation mit Pepp und Pfiff bleibt einem Personalchef immer im Gedächtnis hängen. Fakt ist, dass 90 Prozent aller Bewerber anscheinend nicht dazu in der Lage sind, sich richtig zu bewerben. Wir haben bei uns im Büro auf mehrere Stellenausschreibungen hin kistenweise Anschreiben bekommen. Zum allergrößten Teil ließen die Bewerbungen alle Standards vermissen. Es fehlten Fotos, Zeugnisse, persönliche Anschreiben. Stattdessen gab es Tippfehler, Lücken im Lebenslauf und mangelnde Qualifikationen. Oder falsche. Einer bewarb sich bei uns mit "zehn Jahre Meditationserfahrung. Das bringt Ruhe in den Redaktionsalltag". Eine gute Bewerbung legen wir deswegen beiseite, auch wenn wir sie gerade nicht bedienen können. Weil sie so extrem selten ist. Und man weiß ja nie.

Lustlose Praktikanten

Man muss sich nur vor Augen führen, dass die anderen Arbeitslosen Konkurrenten sind und viele von ihnen den rechten Willen vermissen lassen. Wir haben schon Praktikanten eingestellt, die einen Abend vor Arbeitsbeginn angerufen haben, um zu sagen: "Nö, wir haben doch keinen Bock mehr." Andere maulten: "Ich habe noch nie acht Stunden am Stück gearbeitet."

Word und Co. sind wichtiger als Computerspiele

Übrigens: Ohne den Computer geht in der modernen Arbeitswelt oft gar nichts mehr. Die Teens und Twens sind mit der Arbeitskiste oft bereits aufgewachsen – im Gegensatz zu den Eltern. Doch um sich am PC einen Vorteil zu erspielen, sollten die Kids besser die Spiele von der Festplatte löschen und sich in Word, Access und Excel einarbeiten, vom Internet Browser und dem E-Mail-Client ganz zu schweigen. Diese Kenntnisse zahlen sich am Ende aus.

Carsten Scheibe
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.