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Verbote: Europa gegen "Manhunt 2"

Nach einer Reihe von Verboten in europäischen Ländern wird der US-Videospielehersteller Take2 den wegen seiner Gewaltdarstellungen umstrittenen Konsolentitel "Manhunt 2" zunächst nicht veröffentlichen. Deutsche Staatsanwälte kennen die Spielereihe schon länger.

Nach Verboten in Irland und Großbritannien sowie einer Zulassung nur für Erwachsene in den USA hat der US-Computerspiel-Hersteller Take2 vorläufig das gewalthaltige Videospiel "Manhunt 2" gestoppt. Die in New York ansässige Firma wolle "alle Optionen prüfen", werde aber weiterhin "hinter diesem außergewöhnlichen Spiel stehen", hieß es in einer in Dallas veröffentlichten Erklärung. Take2-Chef Strauss Zelnick bezeichnete das "Manhunt 2" als "ein feines Stück Kunst".

Die irische Behörde für Filmzensur hatte mit "Manhunt 2" erstmals ein Computerspiel verboten. "Manhunt 2" bringe fortgesetzten Sadismus ohne irgendeinen Handlungskontext auf den Bildschirm, hieß es zur Begründung. Auch in Großbritannien wurde die Markteinführung von den Behörden gestoppt.

In den USA wurden die Versionen für die Spielkonsolen Wii und PlayStation nur für Erwachsene (Adults Only, AO) freigegeben. Dies könnte einen Einbruch bei den Verkaufszahlen zur Folge haben: Große Handelsketten wie Best Buy, Target und Wal-Mart führen keine "AO-Spiele".

"Wir glauben an die Freiheit kreativen Ausdrucks genauso wie an ein verantwortliches Marketing", erklärte Take Two Interactive Software. Unterdessen zeichnete sich auch ein Verbot des Spiels in Italien ab. Kommunikationsminister Paolo Gentiloni sagte, er wolle den Verkauf stoppen. "Manhunt 2" sei "grausam und sadistisch, mit einer armseligen Umgebung und einer fortlaufenden, unablässigen Ermutigung von Gewalt und Mord".

In Deutschland wurde bereits der Vorgänger "Manhunt" nicht nur als jugendgefährdend indiziert, sondern auch auf Grund eines Beschlusses des Amtsgerichts München bundesweit beschlagnahmt.

AP / AP