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Virtuelles Kampftraining: Bagdad sehen und überleben

Dieses Multiplayer-Spiel ist bitterer Ernst: Im virtuellen Kampfsimulator der Rüstungsfirma Lockheed-Martin bereitet die US-Army ihre Soldaten auf den Einsatz in Bagdad vor - mit Kabeln statt Kugeln.

Von Guido Augustin

Konzentriert beobachtet Alfred Castelucci den Monitor. In der simulierten Pixellandschaft fährt ein Konvoi mit Hummer-Jeeps durch die Straßen Bagdads. Zwei steuert der Computer, einer steht als Modell nebenan. Heckenschützen nehmen den US-Konvoi aufs Korn, die MG auf der Dachlafette gibt die passende Antwort. Die Marines wollen ihre Kameraden bergen, die im Stadtgebiet mit ihrem Kampfhubschrauber abgestürzt sind. Neben Alfred sitzt ein junger Mann am Steuerknüppel einer F16 und unterstützt die Bodentruppen. Gerade belegt er ein Widerstandsnest mit seinen Bordkanonen. Immer wieder kommen neue Aufklärungsdaten über Funk. Klingt wie ein richtig schickes Multiplayer-Game mit hochwertiger Simulation. Ist es auch, nur in echt. Wir sind zu Gast beim US-Rüstungskonzern Lockheed-Martin in Orlando. Kriegsspiele der besonderen Art, die auf Namen wie Virtual Combat Convoy Trainer (VCCT) oder Combined Arms Tactical Trainer (CATT) hören. Hier haben die US-Militärs einen virtuellen Spielplatz geschaffen, um den Krieg in Bagdad zu üben. Unser Gastgeber Alfred ist ein Entwickler dieses Kampftrainers. Und er heißt eigentlich ganz anders. Doch dies ist eine Rüstungsfirma, da sind Klarnamen für Außenstehende tabu.

Jeder GI, der in den Irak geschickt wird, soll einmal in einem Übungs-Hummer wie dem in Orlando gesessen haben. Eine lebensgroße Attrappe vor 200-Grad-Leinwand, die Waffen sind echt, aber per Kabel mit den Rechnern verbunden. Wer hier abdrückt, sieht, wie auf der Leinwand Staub aufspritzt. Oder Blut. Am Anfang des Irak-Kriegs, erzählt Alfred, seien viele GIs verunglückt, weil sie beim Aussteigen über die hohe Ladekante des Hummers gestolpert seien. Tote gab es, wenn sich Zivilisten mit versteckter Pistole von hinten an die Fahrzeuge schlichen. Mit komplettem Gepäck bekommen die Soldaten durch die Simulation ein Gefühl für die Enge des Fahrzeugs.

"Shoot" oder "Don't shoot"

Und in der Tat: Die Fenster sind sehr klein, das Sichtfeld extrem eingeengt. Nur der MG-Schütze sieht bestens, entsprechend wichtig seine Aufgabe. Während der Testfahrt ruft Alfred immer wieder Informationen zu: "Gunman on roof!" oder "shoot", aber auch "don't shoot", wenn sich nur unbewaffnete Zivilisten am Straßenrand tummeln. Bei "shoot" schnell das schwere Maschinengewehr gedreht und feste draufgehalten. "No friendly fire" brüllt Alfred in die Hitze der Schlacht.

Das Besondere an der Installation in Orlando ist die Vernetzung unterschiedlicher Komponenten. Nebenan stehen bedrückend enge Panzer, vom Kontrollraum aus fliegen Kampfjets und Hubschrauber. Und im "Spiel" arbeiten alle zusammen - im Idealfall reibungslos, doch der muss erst eintrainiert werden. So können Manöver und taktische Schulungen mit geringeren Kosten realisiert werden - mittlerweile gibt es schon groß angelegte Manöver, in denen echte und virtuelle Einheiten zusammen arbeiten. Im Kino-gleichen Kontrollraum beobachten die Befehlshaber das Geschehen.

Die Präzision der Simulation ist beeindruckend: Die Häuser, erzählt uns Alfred, stehen genau da, wo sie in Bagdad auch stehen und haben die exakte Größe. Nur die Fassaden sehen manchmal anders aus. Bei wichtigen Gebäuden wie den Palästen Saddam Husseins stimmen auch diese bis ins Detail. Ja, man habe sich mit Spiele-Programmierern unterhalten und viel von diesen gelernt. Erstaunlich offen erzählt er von seinem Projekt, nur auf die letzte Frage gibt er keine Antwort: Ob er denn auch Teheran vorführen könne.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.