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Weltgrößter Computerbauer: Lenovo überholt Hewlett Packard

Der PC-Markt schrumpft weiter. Zuletzt gab es ein Minus von über zehn Prozent. Der chinesische Konzern Lenovo konnte sich am besten an die neue Lage anpassen und erntet jetzt den Lohn dafür.

Im stark schrumpfenden Markt mit klassischen Computern hat sich der chinesische PC-Hersteller Lenovo an die Spitze gesetzt. Im zweiten Quartal verkaufte Lenovo mehr Geräte als die bisherige Nummer eins, Hewlett Packard (HP) aus den USA, wie das US-Marktforschungsunternehmen Gartner am Mittwoch mitteilte. Lenovo habe von April bis Juni 12,7 Millionen Computer verkauft, HP dagegen nur 12,4 Millionen. An dritter Stelle steht Dell mit neun Millionen verkauften Computern.

Lenovo kam nach den Daten von Gartner und IDC auf einen Marktanteil von 16,7 Prozent; HP lag je nach Marktforscher bei 16,3 beziehungsweise 16,4 Prozent. Lenovo hatte es besser als Hewlett-Packard verstanden, sich in dem schrumpfenden Markt zu behaupten. Tablets und Smartphones haben dem klassischen PC vielfach den Rang abgelaufen.

Insgesamt wurden von April bis Juni weltweit 76 Millionen Computer verkauft, wie Gartner ermittelte. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es noch knapp elf Prozent mehr (85 Millionen Geräte) gewesen, wie die Marktforscher betonten. Seit fünf Quartalen gehen die Verkäufe klassischer Computer demnach bereits zurück - das sei "der längste Niedergang in der Geschichte des PC-Marktes". Die Verbraucher steigen immer häufiger auf Smartphones oder Tablet-PCs um, anstatt sich klassische Computer anzuschaffen. Bereits von Januar bis März waren die Verkäufe um mehr als elf Prozent eingebrochen.

Acer und Asus mit Absatzeinbruch

Lenovo nahm zum einen mit günstigen Preisen und Service wankende Unternehmenskunden von HP ins Visier - einige von ihnen waren verunsichert durch den Zickzack-Kurs des US-Riesen, der beinahe sein PC-Geschäft verkauft hätte. Zum anderen nutzte Lenovo konsequenter als andere die Möglichkeiten, Hybridgeräte zwischen Notebook und Tablet zu bauen. Im großen US-Markt allerdings ist Hewlett-Packard weiterhin der Marktführer mit über 25 Prozent Marktanteil und Lenovo nur die Nummer vier nach Dell und Apple.

Weltweit musste auch Lenovo im vergangenen Quartal einen Absatzrückgang verdauen: Er fiel allerdings mit 0,6 Prozent laut Gartner bzw. 1,4 Prozent laut IDC im Branchenvergleich noch gering aus. Bei HP stellten die Marktforscher dagegen ein Minus von 4,8 bzw. 7,7 Prozent fest. Hammerhart traf es Acer mit einem Absatzeinbruch um mehr als ein Drittel und Asus, das gut 20 Prozent weniger Geräte verkaufte als ein Jahr zuvor. Die beiden asiatischen Anbieter rollten die Branche einst mit ihren günstigen Mini-Notebooks auf, die jedoch inzwischen vor allem den Tablets gewichen sind. Der einstige Weltmarktführer Dell hält sich vor ihnen auf dem dritten Platz mit etwa zwölf Prozent Marktanteil.

Laut IDC-Analyst Jay Chou besteht die Möglichkeit, dass das zweite Halbjahr besser ausfällt. In den USA, so stellten die Experten von IDC und auch Gartner fest, tauschten vermehrt Firmen ihre Rechner aus, die noch auf Windows XP laufen. Microsoft versorgt das in die Jahre gekommene Betriebssystem nur noch bis zum April 2014 mit Updates. Das zwingt Nutzer dazu, auf neuere Systeme wie Windows 7 oder 8 umzustellen.

jat/AFP/DPA / DPA
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