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Facebook trifft Vorkehrungen Bevorstehende Urteilsverkündung im Fall George Floyd: Gewaltausbrüche erwartet

Facebook trifft Vorkehrungen: Bevorstehende Urteilsverkündung im Fall George Floyd: Gewaltausbrüche erwartet
Sehen Sie im Video: Nach den Schlussplädoyers nehmen die Geschworenen im George-Floyd-Prozess Beratungen auf.




Nach den Schlussplädoyers im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd haben die Geschworenen ihre Beratungen aufgenommen. Wann die Jury zu einem Urteil über den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin kommen würde, blieb am Montag zunächst unklar. Die Anklage hat ihm unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen. Im Vorfeld sprachen Experten von einer Haftstrafe von bis zu 40 Jahren. Die Staatsanwaltschaft rief in ihrem Plädoyer die Geschworenen auf, "Ihren Augen zu trauen" und spielte ihnen erneut ein Video von Floyds Tod am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis vor. "Das war keine Polizeiarbeit, das war Mord", sagte Steve Schleicher. Chauvins Anwalt Eric Nelson sagte seinerseits, sein Mandant habe sich wie ein "vernünftiger Polizeibeamter" verhalten angesichts der Gesamtheit der Umstände. Zusammen mit zwei Ersatz-Geschworenen besteht die Jury unter anderem aus acht Weißen und vier Schwarzen. Außerhalb ihrer Beratungen halten sich die Geschworenen von der Öffentlichkeit abgeschirmt in einem Hotel auf. Eine zeitliche Frist für ihre Entscheidung gibt es nicht. Floyd war vor einem Lebensmittelgeschäft festgenommen worden, dessen Mitarbeiter ihm vorwarfen, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein Zigaretten bezahlt zu haben. Eine Augenzeugin hielt die anschließenden Szenen mit einer Handykamera fest. Der Polizist ließ demnach nicht von Floyd ab, als dieser klagte, keine Luft zu bekommen. Das Video löste in den USA Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus, von denen einige in Gewalt umschlugen.
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Fast elf Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd steht nun die Urteilsverkündung bevor. Facebook befürchtet Gewaltausbrüche und Demonstrationen und ergreift bereits erste Maßnahmen.

Nach der bevorstehenden Urteilsverkündung im Prozess um den Tod des Afroamerikaners George Floyd warnt Facebook vor Gewaltausbrüchen. Teile von Minneapolis wurden intern zu einem Hochrisikogebiet erklärt, wie Facebook am Montag berichtete. Als Vorkehrung werde das soziale Netzwerk alle Aufrufe zum Tragen von Waffen löschen und weitere Maßnahmen treffen, um die Verbreitung falscher Informationen zu stoppen.

Floyd starb im Mai vergangenen Jahres bei einem Polizeieinsatz. Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin steht nun vor Gericht. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie er auf Floyd kniet, während dieser sagt, er könne nicht atmen. Die Staatsanwaltschaft wirft Chauvin vor, für den Tod Floyds verantwortlich zu sein. Chauvins Verteidigung verwies auf Floyds vorbelastete Gesundheit und Rückstände von Drogen in dessen Blut. Der Fall wird von Geschworenen entschieden.

Facebook schützt George Floyds Andenken

Facebook betonte, man werde alle Beiträge löschen, in denen Floyds Tod begrüßt oder belächelt werde. Da Floyd unfreiwillig zu einer Person des öffentlichen Lebens geworden sei, werde das Online-Netzwerk bei Beiträgen über ihn schärfere Maßstäbe anlegen als bei Chauvin. Denn dieser sei aus freien Stücken zur Person des öffentlichen Lebens geworden.

stz DPA

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