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E-Books: Die neue Art zu lesen

Amazons Kindle war nur der Anfang: Plötzlich wimmelt es von Geräten, die Bücher und Zeitschriften neu erfinden wollen - auch in Farbe und mit Lesezirkel im Internet.

Von Karsten Lemm, San Francisco

Fast 600 Jahre lang war Ruhe: Seit um das Jahr 1440 herum der deutsche Buchbinder Johannes Gutenberg auf den Gedanken kam, Text aus einzelnen, beweglichen Buchstaben zusammenzusetzen, statt jede Seite aus einem Guss zu drucken, hat sich in der Welt des Lesens nicht viel getan. Erst jetzt bekommen Papier und Druckerschwärze Konkurrenz - durch digitale Lesegeräte wie Amazons Kindle und den Sony Reader. Doch das war nur der Anfang; auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ging eine ganze Reihe von Alternativgeräten an den Start, die sich vorgenommen haben, die Art, wie wir lesen, von Grund auf neu zu erfinden.

Nachfrage gibt es in jedem Fall. An den Weihnachtsfeiertagen verkaufte Amazon in den USA erstmals mehr digitale Bücher als gedruckte, und schon 2009 sind weltweit fünf Millionen Kindle und andere E-Reader verkauft worden, schätzt der Marktforscher iSuppli; für 2010 rechnet die Firma mit mehr als dem Doppelten: zwölf Millionen Geräten. Doch wie werden sie aussehen?

Eine Innovation, die auf der CES vorgeführt wurde, ist die Kombination zweier Bildschirme, damit die E-Reader auch Farbe und Videos anzeigen können: Kindle und Sony Reader nutzen bisher ausschließlich "E-Ink", eine neuartige Anzeige, auf der Text fast so gut lesbar ist wie auf Papier, selbst in der prallen Sonne; außerdem wird Strom nur beim Umblättern verbraucht, deshalb hält der Akku tagelang. LCD-Displays dagegen haben ständig Energiehunger und oft eine spiegelnde Oberfläche. Andererseits sind E-Ink-Anzeigen meist zu träge für Bewegtbilder und existieren bisher nur in schwarzweiß. Deshalb setzt der asiatische Neuling Spring Design nun bei seinem Alex Reader beides gemeinsam ein: Direkt unter dem E-Papier-Display findet sich noch ein kleiner, berührungsempfindlicher Farbbildschirm. So zieht sich das Gerät zwar etwas in die Länge, kann aber auch im Internet surfen, Flash-Animationen anzeigen und Musik wiedergeben.

Das Beste aus beiden Welten

Mit nur 320 mal 240 Bildpunkten ist das Farbdisplay allerdings recht klein geraten. Einen Schritt weiter geht die US-Firma Entourage Systems bei ihrem "Edge"-Lesegerät: Man schlägt es auf wie ein Buch und findet links einen E-Ink-Bildschirm, rechts daneben ein beinahe gleich großes LCD-Display. Damit soll das 490 Dollar teure "Dualbook", wie es der Hersteller nennt, das Beste aus beiden Welten vereinen: Bücher und Dokumente lassen sich auf dem E-Papier lesen und auch mit Anmerkungen versehen, während das Farbdisplay dazu dient, E-Mail zu erledigen, den Flug zu buchen oder Videos anzuschauen - sei es im Internet oder als Mpeg-4-Datei gespeichert auf SD-Karte. Bis zu sechs Stunden soll dabei die Batterie halten. Als Betriebssystem nutzt der Edge-Reader Googles Android-Software, für die bereits Tausende von Anwendungen ("Apps") erhältlich sind.

Andere Kontrahenten verstehen sich eher als Dokumentenspezialisten und Zeitungs-Ersatz: So will die kalifornische Firma Plastic Logic mit ihrem "Que" besonders Geschäftsleute ansprechen, die normalerweise viel Papier mit sich herumschleppen müssen. Auf dem E-Ink-Display mit etwa 27 Zentimetern Diagonale lassen sich Din-A4-Seiten nahezu in voller Größe darstellen, und die berührungsempfindliche Oberfläche erlaubt Notizen direkt im Dokument, die sich anschließend auf den PC übertragen lassen. Hergestellt wird die Anzeige in Dresden und ist besonders dünn und leicht: Der "Que" ist nur 7,6 Millimeter dick und wiegt knapp 490 Gramm. Das alles hat dann allerdings auch seinen Preis; schon die reine WLAN-Version kostet 650 Dollar (etwa 450 Euro), die Variante mit 3G-Mobilfunk sogar 800 Dollar. Preise und Verkaufsstart für Deutschland stehen - genau wie bei den meisten anderen neuen E-Readern - noch nicht fest.

Das große Display reizt auch Zeitungsverlage, die Plastic Logic als Partner gewonnen hat, darunter das Wall Street Journal und USA Today. Noch gezielter bringt sich allerdings der neue "Skiff Reader" als elektronische Alternative zu Zeitungen und Zeitschriften in Position: Die E-Papier-Anzeige ist mit gut 29 Zentimetern Diagonale die derzeit größte und obendrein besonders dünn, leicht und biegsam. "Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass es zerbrechen könnte", sagt Skiff-Präsident Gil Fuchsberg und verspricht: "Sie brauchen nicht mal eine Schutzhülle." Über Mobilfunk (in den USA: Sprint) und WLAN holt sich das Lesegerät automatisch die neuesten Nachrichten, die im Original-Layout dargestellt werden können. Per Knopfdruck wird aus der New York Times das Wall Street Journal oder ein Magazin wie Esquire. Selbst Animationen unterstützt der Skiff Reader und erlaubt damit interaktive Grafiken genauso wie Anzeigen, die sich per Fingertippen in ein Minivideo verwandeln.

Soziales Netzwerk rund um Bücher

Der Skiff Reader selbst soll allerdings nur ein Weg von vielen sein, Zeitungen und Zeitschriften digital unters Volk zu bringen. "Leser nutzen die unterschiedlichsten Geräte", sagt Fuchsberg, "und wir wollen überall dort sein, wo Leser sind." 45 Millionen Amerikaner, berichtet er, abonnierten weiterhin eine Tageszeitung, und 80 Millionen läsen mindestens drei Magazine pro Monat: "Die Marktchance ist gewaltig." Das sieht der Newcomer Copia ähnlich und versucht, mit einem sozialen Netzwerk rund um Bücher und Zeitschriften zu punkten. "Wer etwas Interessantes liest, möchte auch darüber reden, das liegt uns im Blut", sagt Vizepräsident Anthony Antolino. Seine Firma will Leseratten aus allen Himmelsrichtungen anlocken, damit sie sich austauschen und Empfehlungen geben können. Eine eigene Software, die sowohl auf PCs als auch Copia-E-Readern läuft, soll es vor allem Studenten erlauben, in Echtzeit miteinander zusammenzuarbeiten - so wird die Semesterarbeit über Shakespeare zum Musterbeispiel für Teamwork im 21. Jahrhundert.

Wer in Deutschland darauf brennt, die Vielfalt des digitalen Lesens zu erkunden, muss sich allerdings noch gedulden. Die meisten Geräte, die auf der CES ihr Debüt gaben, kommen erst im Frühling oder Sommer auf den Markt - und auch dann nur in den USA. Ein kleiner Trost: Zumindest der Amazon Kindle DX, der große Bruder des Kindle, ist ab dem 19. Januar auch zwischen Kiel und Konstanz zu haben. Für gut 330 Euro bietet er ein knapp 25 Zentimeter großes Display und vier Gigabyte Speicherplatz - genug für über 3000 Bücher. Das sollte als Zeitvertreib reichen, bis die Konkurrenz auch zwischen Kiel und Konstanz in den Handel kommt.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.