"Smash My iPod" Von einem, der auszog, den iPod zu zertrümmern


Der Betreiber der kanadischen Website "SmashMyiPod" mag keine iPods. Sein Gefühl tiefster Antipathie geht so weit, dass er ein Gerät vor den Augen der Öffentlichkeit zertrümmern will. Dafür bettelt er sogar.

Am 4. Oktober startet eine neue Website. Irgendwo in Kanada sitzt der Betreiber. Er ist iPod-Gegner. Das zeigt schon der Name der Website - www.SmashMyiPod.com. Sein Hass lässt ihn einen unglaublichen Gedanken spinnen: Er will einen der beliebten MP3-Spieler zertrümmern. Einen Nagelneuen. Sofort nach dem Kauf. Gleich in dem Laden.

Aber ein solches Gerät kostet Geld. Und das hat er nicht. Die Lösung: Er ruft auf der Website zum Spenden auf. Die Almosen seien gut angelegt, so der Betreiber der Seite. Als Dankschön will er ein Video veröffentlichen, welches die Tat dokumentiert.

In einem Blog berichtet der Kanadier auf seiner Seite über die Entwicklung der folgenden Tage. Tatsächlich spenden Besucher Gelder an den Unbekannten. Nach nur einer Woche steht der Kontozähler bereits bei erstaunlichen 200 kanadischen Dollar. Doch das reicht nicht. Der iPod-Gegner rechnet vor, dass das ungeliebte Stück in der 20GB-Fassung 375 Dollar kostet. Hinzu müsse er noch weitere 25 Dollar ziehen, die durch die Gebühren des weltweiten Online-Zahlungsdienstes PayPal für ihn anfallen. Über diesen Dienst gehen die Spenden ein. Halbzeit.

Stetig steigende Mitgliederzahlen

Mittlerweile hat sich bereits eine kleine Community gebildet. Die Zahl der registrierten User steigt schnell auf über 100 Mitglieder und die Medien werden auf die Geschichte aufmerksam. Weiterhin bleibt der Betreiber unbekannt. Selbst bei Radio-Interviews gibt er seine Identität nicht preis.

Inzwischen diskutiert man in den Foren, auf welche Art und Weise der iPod zerstört werden soll. Der Hammer wird als Werkzeug von der Community bevorzugt, gefolgt von Schuhen mit Stahlsohlen. Mister Unbekannt bildet währenddessen das Kamera-Equipment ab, welches bei der Aktion zum Einsatz kommt.

Noch mehr Zerstörung

Der Kanadier hat durch die positive Entwicklung Gefallen an vergleichbaren Geschichte gefunden. Er eröffnet weitere "Zerstörungs-Websites". Jetzt sollen Spielkonsolen wie eine Xbox oder ein Gamecube zerstört werden. Im Gegensatz zur iPod-Seite hält sich das Interesse dort bis dato jedoch in Grenzen.

Am 13. Oktober ist das Ziel erreicht - 400 kanadische Dollar haben ihre Besitzer gewechselt. Der Unbekannte meldet sich auf seiner Seite zu Wort. Er hat mittlerweile das Geschäft inspiziert, in dem die Großtat stattfinden soll. Er hat bedenken. Die hölzerne Einrichtung wirke alt und klapprig. Es soll sehr schwierig sein, den ungeliebten MP3-Spieler zu zerstören, ohne dabei Teile des Ladens zu beschädigen, bemerkt er.

Aber nichts kann das Vorhaben des Kanadiers stoppen. Während diese Zeilen entstehen, ist der iPod vermutlich bereits in über 1000 Stücke zersplittert. Das Video soll kommenden Montag oder Dienstag veröffentlicht werden. Man darf gespannt sein, ob der Elektronikladen die Attacke des Zerstörungswütigen heil überstanden hat.

Udo Lewalter

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